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Zehn Minuten länger gratis parken

Druck auf die Brötchentaste: Ein Autofahrer ordert an einem der 18 Parkautomaten in Eberswalde ein Gratis-Ticket. Bisher kann er so im Zentrum 20 Minuten kostenfrei parken
Druck auf die Brötchentaste: Ein Autofahrer ordert an einem der 18 Parkautomaten in Eberswalde ein Gratis-Ticket. Bisher kann er so im Zentrum 20 Minuten kostenfrei parken © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 14.03.2017, 21:48 Uhr
Eberswalde (MOZ) Das Einkaufen im Stadtzentrum soll attraktiver werden. Dieses Ziel verfolgt die Eberswalder CDU-Fraktion mit ihrem Antrag, das kostenfreie Parken in den gebührenpflichtigen Bereichen von jetzt 20 auf 30 Minuten auszudehnen. "Wir sind der Ansicht, dass diese kleine Veränderung vielen Kunden viel von dem Zeitdruck nehmen würde, dem sie beim Bummeln durch die Innenstadt ausgesetzt sind", sagt Danko Jur (CDU), der dem Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen vorsteht und die Idee ansprechen will, wenn das Gremium am Donnerstag um 18.15 Uhr im Saal des Bürgerbildungszentrums an der Puschkinstraße 13 zusammenkommt. "Wenn wir für unseren Vorstoß eine Mehrheit finden und die Stadtverwaltung in unserem Sinne handelt, ist dies ein weiterer Schritt dazu, die Eberswalder Einzelhändler zu stärken", betont Danko Jur. Auf Vorschlag der CDU hatten die Stadtverordneten mit dem Haushaltsbeschluss für 2017 und 2018 bereits insgesamt 60 000 Euro bewilligt, um ein City-Management einzuführen und umzusetzen. Weil das Geld dafür nach Einschätzung der Händlerschaft bei Weitem nicht reicht, sollen von dem Zuschuss jetzt Einzelmaßnahmen bezahlt werden, die helfen, die Zentren in Eberswalde und Finow zu beleben.

Wie viel es kosten würde, die 18 Parkuhren in Eberswalde oder nur einen Teil davon umzurüsten, hat die Stadtverwaltung nach Auskunft von Rathaus-Sprecherin Nancy Kersten noch nicht ausrechnen lassen. "Dafür warten wir die Diskussion im politischen Raum ab", sagt sie. Technisch aber wäre es möglich, die sogenannte Brötchentaste, die befristet kostenfreies Parken erlaubt, umzuprogrammieren, fügt sie hinzu.

Bei Tom Kräft, dem Vorsitzenden des Altstadtbummel-Vereins, löst die CDU-Idee keine Jubelstürme aus. "Die zehn Minuten mehr würden immerhin dem Zeitschriftenhändler oder dem Bäcker helfen. Doch in den wenigsten anderen Geschäften reichen 30 Minuten zum Einkaufen aus ", sagt der Mitinhaber des Modehauses Kräft & Kräft. Deshalb würden einige Einzelhändler auf Anfrage ihren Kunden auch die Parkgebühren erstatten. "Eine Parkraumbewirtschaftung muss aber sein, um ein Dauerparken zu verhindern", betont der Vereinsvorsitzende.

Das viel größere Problem sei, dass mit jedem Straßenumbau in Eberswalde Parkplätze verschwunden seien und auch bei zukünftigen Umbauten verschwinden würden. Ein Ersatz sei selten geschaffen worden, erklärt Tom Kräft. "Auch das ist ein Punkt, der bei der Betrachtung Eberswaldes als Mittelzentrum stärker beachtet werden sollte", sagt er. Auch die Zahl der Parkplätze sei ein Standortfaktor.

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