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Biesenthaler Naturkita "Wukaninchen" gewinnt den Barnimer Umweltpreis 2017

Prämie für Geländewagen

Preisträgerbild: Hauptstifter Andreas Fennert (ganz hinten) und Karen Oehler (l.), Vorsitzende der Eberswalder Stadtfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, hatten die Urkunden sowie Prämien übergeben.
Preisträgerbild: Hauptstifter Andreas Fennert (ganz hinten) und Karen Oehler (l.), Vorsitzende der Eberswalder Stadtfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, hatten die Urkunden sowie Prämien übergeben. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 16.10.2017, 07:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Kein roter Teppich, keine TV-Kameras, kein riesiges Medien- oder Promi-Aufgebot - diese Preisverleihung ging ganz unspektakulär über die Bühne. Bündnis 90/Die Grünen haben den 22. Barnimer Umweltpreis vergeben. Ausgezeichnet wurden vier ganz unterschiedliche Initiativen im Landkreis.

Er habe niemals gedacht, dass es eine 22. Auflage geben würde, gestand Andreas Fennert, Hauptstifter und seinerzeit Initiator des Barnimer Umweltpreises, bei der Ehrung 2017. Und er sei immer wieder erstaunt, wie viele neue Initiativen und Projekte sich in Sachen Natur- und Umweltschutz im Landkreis entwickeln. In den ersten Jahren seien es vor allem Kitas gewesen, die sich mit Projekten um den Preis beworben haben. Inzwischen würden Vereine und Initiativen überwiegen, die durch bürgerschaftliches Engagement und ehrenamtlichen Einsatz geprägt seien. Und genau das, so Fennert, sei auch die Intention des mit insgesamt 750 Euro dotierten Barnimer Umweltpreises: Eigeninitiative sowie Kreativität zu fördern.

Entsprechend schwer sei denn der Jury die Entscheidung in diesem Jahr gefallen, so Fennert, der für B90/Grüne im Aufsichtsrat der Eberswalder Wohnungsgesellschaft WHG sitzt. Der erste Preis (350 Euro) geht an eine Kita, aber keine gewöhnliche. Es gewinnen die "Wukaninchen", eine Naturkita in Biesenthal, deren Träger eine Elterninitiative ist und zu deren pädagogischem Konzept der achtsame Umgang mit der Natur gehört.

Über den zweiten Preis (200 Euro) freut sich der in Eberswalde ansässige Verein "Hebewerk", der die Idee der offenen Räume in der Kreisstadt umsetzt sowie mit der Energie- und Kulturwendebewegung "WandelBar" im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung wirkt. Der dritte Preis (150 Euro) geht ebenfalls in den Niederbarnim: an den Schönower-Heide-Verein, der sich dem Erhalt des wertvollen Lebens- und Erholungsraumes Schönower Heide widmet, einem Naturschutzgebiet vor den Toren Berlins. Mit dem Preis würdigt die Jury vor allem die Kinder- und Jugendarbeit des Vereins (mit der Arbeitsgruppe "Heidekinder"), heißt es in der Laudatio. Eine Anerkennung erhält das Projekt Naturwaldzelle Wandlitz unter dem Dach der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark.

Wie alle Geehrten freuten sich die Biesenthaler "Wukaninchen" über die Auszeichnung. Und sie wissen auch schon, wofür sie das Preisgeld einsetzen. "Davon kaufen wir einen Krippenwagen. Einen geländegängigen", erklärte Erzieherin Anne Rauhut. Derzeit sei der Anteil der Krippenkinder nämlich recht hoch. "Und wir sind mehrere Tage in der Woche im Wald unterwegs." In der von Eltern gegründeten und betriebenen Kita werden 18 Mädchen und Jungen betreut. Alle Plätze sind belegt. "Es gibt eine lange Warteliste", so Rauhut. Wie überhaupt in Biesenthal bekanntlich Kita-Plätze knapp seien. Svea Sobotka (33) hatte Glück. Für Tochter Juna bekam sie einen Platz bei den "Wukaninchen". Diese Kita sei kein Aufbewahrungsort, sagte die Mutter. "Die Kinder können den Tag aktiv mitgestalten, da kann so viel entstehen."

Voller Ideen sind auch die Mitglieder von "Hebewerk". Bio-Lab, Lastenräder, Repair-Café oder "Nachfüllbar" (Mehrweg-Pfandbecher) sind bereits bekannt. Jetzt arbeite man gerade mit Hochdruck an der "Gemüsekiste" und einer Art "Klimaschutzschaufenster" dafür. In dieses Projekt soll auch das Preisgeld fließen, so Christoff Gäbler und Heinz Ristenbieter vom Vorstand, die zugleich die Gelegenheit für Werbung in eigener Sache nutzten: "Am Freitag ist das Repair-Café in der Havellandstraße wieder geöffnet."

Kommentar: Ehre, wem Ehre gebührt

Sozial-, Literaturpreis, Amadeu-Antonio-Preis. Dazu Stipendien, Auszeichnungen ... Es gibt mittlerweile viele Formen der Ehrung. Möglichkeiten, außergewöhnliche Leistungen zu honorieren, ehrenamtlichen Einsatz anzuerkennen, wertzuschätzen. Der Barnimer Umweltpreis war der erste Preis, der im Landkreis Mitte der 1990er-Jahre ausgelobt wurde. Dass es ihn immer noch gibt, spricht nicht nur für die Vielzahl und Vielfalt von Initiativen und Projekten, die sich etabliert haben oder neu entstehen. Er spricht auch für das Engagement von Bündnis 90/Die Grünen. Die Mitglieder des Kreisverbandes sind selbst Ehrenamtler. "Aber wir machen das Ehrenamt ja nicht um des Geldes willen", erklärt Andreas Fennert. Weshalb sie denn einen Teil ihrer Entschädigung spenden. Und damit eben wieder Ehrenamt fördern. Ehre, wem Ehre gebührt. Viola Petersson

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