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Stadtverwaltung legt Analyse zu Sanitäranlagen in Kitas vor / Sanierungsbedarf ohne Zahlen aufgelistet

Alles okay in Bad und WC?

© Foto: dpa-Zentralbild
Viola Petersson / 14.11.2017, 06:25 Uhr
Eberswalde (MOZ) Hochgeklappt und reingeschaut - die Stadt hat die Sanitärtrakte der Kitas unter die Lupe genommen. Von der Klobrille über die Keramiken selbst bis hin zu den Armaturen. Das Ergebnis der WC-Inspektion liegt jetzt in Form einer Übersicht, die den Sanierungs- und Reparaturbedarf auflistet, vor.

Die SPD-Fraktion der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung hatte vor Monaten schon für die Kindertagesstätten einen Investitionsrückstau ausgemacht. In einem ersten Schritt forderte sie eine Analyse der Sanitäranlagen, die nach ihrer Auffassung vielerorts das drängendste Problem darstellen.

Erfasst wurden 13 städtische Einrichtungen sowie sechs Kitas und Horte in freier Trägerschaft. Nicht berücksichtigt ist der neue Zentralhort der Stadt an der Eisenbahnstraße 100. Und auch einige freie Einrichtungen, wie etwa die Kita "Morgenglanz" oder "Little England", fehlen in der Übersicht. Wie Kerstin Ladewig vom Amt für Bildung, Jugend, Sport im Rathaus sagte, könne die Stadt nur jene Einrichtungen begutachten, deren Immobilien sich in ihrem Eigentum befinden. Denn nur dort sei die Kommune laut Kita-Gesetz auch zu etwaigen Investitionen verpflichtet. Die Erfassung basiert auf Daten und Einschätzungen der jeweiligen Träger bzw. Leitungen.

Nach deren Urteil gibt es aktuell in fünf Häusern einen Sanierungsrückstau: in zwei städtischen (Pusteblume und Kinderparadies Nordend) sowie drei freien (Arche Noah, Haus der fröhlichen Kinder sowie Kinderland). Mit Ausnahme vom Kinderparadies Nordend bezieht sich der Bedarf sowohl auf die Toiletten und Bäder für die Kinder als auch auf die Erzieher-WC. Daneben haben die Einrichtungen fast durchweg die Notwendigkeit von Kleinreparaturen ausgemacht und beschrieben. Vom erforderlichen Tausch einer Toilettenbrille über den fehlenden Spiegel bis zum Absenken eines Waschbeckens.

Im Fall der Kita Pusteblume ist bereits Besserung in Sicht. Zumindest teilweise. Die Stadt hat gerade Sanierungsarbeiten ausgeschrieben. Mit einem Volumen von gut 90 000 Euro, darunter Fördermittel vom Landkreis Barnim, sollen Sanitärbereiche im Obergeschoss für Kindergarten- und für Hortkinder erneuert werden. Die Submission, die Angebotseröffnung, ist auf den 14. November festgesetzt. Auf der Agenda hat die Stadt auch die Kita Arche Noah. Dort sind für 2018 Arbeiten geplant.

Alles okay in Bad und WC heißt es allein im Nesthäkchen, im Haus der kleinen Forscher, im Hort Nordlicht, im Regenbogen sowie im Zwergenland e. V. Die Übersicht beschreibt zwar den Sanierungsbedarf, Zahlen zu Kosten werden allerdings nicht genannt. Weshalb Dietmar Ortel (CDU) während der jüngsten Sozialausschusssitzung schon mal nachhakte: "Was macht der Rückstau in Summe aus?" Vorsitzender Lutz Landmann (SPD) ergänzte: "Diese Frage interessiert auch uns brennend."

Nach einem Votum des Parlaments von April muss die Verwaltung bis Juli 2018 liefern. Eine Kostenschätzung wie auch insgesamt eine detaillierte Analyse des baulichen Zustandes der Kitas. Aufgrund des Arbeitspensums hatte das Baudezernat dafür um Aufschub gebeten. Und um personelle Verstärkung. Mit der aktuellen Mannschaft sei dies nicht zu leisten, hatte Anne Fellner damals erklärt. Weshalb nun zusätzlich ein Hochbauingenieur eingestellt werden soll, der sich vor allem mit der Begutachtung der Kindereinrichtungen und der Ermittlung des Investitionsbedarfs befasst. Im Dezember soll über die Extra-Stelle entschieden werden.

Kommentar: Eltern erwarten jetzt Lösungen

Eberswalde will eine familienfreundliche Stadt sein. Diesen Anspruch hat Bürgermeister Friedhelm Boginski jüngst in seinem Strategiepapier noch einmal bekräftigt. Und damit gleichsam seinen geplanten Stellenzuwachs im sozialen Bereich begründet. Familienfreundlich heißt unter anderem, für Eltern und Kinder die entsprechende Infrastruktur vorzuhalten. Schulen, Freizeitangebote und natürlich Kitas. Und dies in entsprechender Qualität. Moderne Einrichtungen mit vernünftigen Sanitäranlagen sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Vor allem aber muss die Stadt ausreichend Kita-Plätze anbieten. 222 Eltern warten derzeit. Zusätzliche Kapazitäten sind also nötig. Wie sich der Bedarf langfristig entwickelt, ist schwer vorherzusagen. "Lohnt" ein Neubau, oder steht der in zehn Jahren schon wieder leer? Keine leichte Entscheidung. Gleichwohl: Die Eltern erwarten jetzt Lösungen. Viola Petersson

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