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Das Handwerk praktisch kennenlernen

Bildungsministerin Bettina ernst zu Gast bei jungen Migranten im Zentrum für Gewerbeförderung in Götz.
Bildungsministerin Bettina ernst zu Gast bei jungen Migranten im Zentrum für Gewerbeförderung in Götz. © Foto: MZV
Anja Linckus/HWK / 19.10.2017, 15:15 Uhr
Götz (BRAWO) Bildungsministerin Britta Ernst hat sich zu Beginn dieser Woche im Zentrum für Gewerbeförderung der Handwerkskammer Potsdam in Götz zur Halbzeit über ein Projekt zur beruflichen Orientierung für junge Flüchtlinge informiert. Während zehntägiger "Werkstatttage" haben die Schüler des Oberstufenzentrums Havelland in Götz die Möglichkeit, praktische Arbeit zu leisten und sich über verschiedene Handwerksberufe, über die Arbeitsmarktsituation und über Karrierechancen im Handwerk zu informieren. "Es ist enorm wichtig, dass wir gerade jungen Flüchtlingen den Weg in die Berufswelt ebnen. Nur so schaffen sie die Integration in unsere Gesellschaft. Das Projekt ist eine sinnvolle Ergänzung zum Unterricht in der Schule und eine gute Vorbereitung auf eine Berufsausbildung. Die Schüler können hier ihre praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausprobieren und unter Beweis stellen. Nicht zuletzt haben sie die Möglichkeit, ihre in der Schule erworbenen Sprachkenntnisse anzuwenden", so die Bildungsministerin während des Rundganges.

Die "Werkstatttage" werden im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung "Bildungsketten" seit dem Schuljahr 2016/17 für Schüler angeboten. Träger des Projekts sind die Handwerkskammern, die bei der Umsetzung im Land Brandenburg eng mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und den Schulämtern zusammenarbeiten.

"Das Handwerk freut sich über den Besuch der neuen Bildungsministerin. Wir sehen dies als Wertschätzung der brandenburgischen Landesregierung gegenüber der beruflichen Bildung und als Anerkennung der zahlreichen Bemühungen des Handwerks bei der Integration junger Flüchtlinge. Bei dieser Integrationsaufgabe stehen wir vor besonderen Herausforderungen. Das Handwerk stellt sich dieser Aufgabe mit großem Engagement. Unsere Betriebe stehen bereit, motivierte Flüchtlinge zu qualifizieren und auszubilden. Damit leistet das Handwerk einen wichtigen Beitrag zur Integration. Die Berufsorientierung im Bildungsgang BFS-G Plus ist ein wichtiger Baustein für den Erfolg. Mit dem Projekt können wir den jungen Flüchtlingen zeigen, welche Vielfalt unsere mehr als 130 Ausbildungsberufe bieten und ihre Stärken ausloten. Diese Möglichkeiten hatte keiner von ihnen in seinem Heimatland. Natürlich hoffen wir, möglichst viele der jungen Flüchtlinge für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen. Unsere Betriebe und Ausbilder empfangen sie mit offenen Armen", so Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam.

Die Schüler absolvieren derzeit einen zweijährigen Bildungsgang der "Berufsfachschule zum Erwerb beruflicher Grundbildung und von gleichgestellten Abschlüssen der Sekundarstufe I (BFS-G-Plus)". Der Bildungsgang richtet sich an berufsschulpflichtige Jugendliche, die aufgrund fehlender Zugangsvoraussetzungen nicht die Berufsschule besuchen können und über keine ausreichenden Deutschkenntnisse verfügen. Derzeit lernen im Bildungsgang BFS-G-Plus rund 560 berufsschulpflichtige Geflüchtete und Migranten das Handwerk in seiner praktischen Form kennen. Ziel des Bildungsgangs ist die Vermittlung der deutschen Sprache (Bildungs- und Fachsprache) und beruflicher Grundbildung. Der Unterricht findet in den Fächern des berufsübergreifenden (Deutsch, Mathematik, Wirtschaft- und Sozialkunde, Sport) und des berufsbezogenen Bereichs (berufliche Orientierung) statt.

Die meisten Schüler im Bildungsgang BFS-G-Plus sind Geflüchtete, vor allem unbegleitete minderjährige Ausländer. Neben der Sprache ist auch das Bildungssystem für die Zielgruppe neu. Daher kommt gerade der Berufsorientierung, der Heranführung an die duale Ausbildung und den deutschen Arbeitsmarkt eine besonders große Bedeutung zu.

Am Ende des Projekts erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat und eine individuelle Einschätzung über ihre sozialen und berufsspezifischen Kompetenzen von geschultem Personal der Handwerkskammern.

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