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Sonntag kommt ein Teddybär...

Die Ausstellungs-Kuratoren Jeanette Toussaint und Ralf Forster mit drei ihrer Lieblingsobjekte - der Erstausgabe des Bummiheftes (1957), einem Bären vom "Fest des Sport" in Leipzig (1977) und dem Eingangstor der einstigen Bummi-Kita in Hermsdorf.
Die Ausstellungs-Kuratoren Jeanette Toussaint und Ralf Forster mit drei ihrer Lieblingsobjekte - der Erstausgabe des Bummiheftes (1957), einem Bären vom "Fest des Sport" in Leipzig (1977) und dem Eingangstor der einstigen Bummi-Kita in Hermsdorf. © Foto: MZV
Thomas Messerschmidt / 15.07.2017, 07:31 Uhr
Reckahn (MZV) (tms) "Kam ein kleiner Teddybär aus dem Spielzeuglande her. Und sein Fell war wuschelweich, alle Kinder rufen gleich: Bummi..." Wer im Osten Deutschlands aufgewachsen ist, kann das Lied im Schlaf singen. Bummi war bekannt wie der Staatsratsvorsitzende, war aber viel beliebter, drum oft auch politisch eingebunden. Soldaten, Panzer, Pioniere waren immer wieder im Bummiheft zu finden, das seit Geburt am 15. Februar 1957 als "Bilderheft für kleine Kinder von 3 Jahren an" gedacht war. Mit niedlichen Geschichten und später auch Bastelspaß sowie hübsch eingearbeiteter sozialistischer Weltanschauung. Ein überzeugender Plan, der für die heranwachsenden Leser in Trommel, ABC-Zeitung und Frösi fortgesetzt wurde, bis sie reif waren für die "Junge Welt".

Dennoch: Bummi war der Held und Gefährte aller Kinder, erreichte in Spitzenzeiten Auflagen bis zu 760.000 Stück pro Heft, die es ab 1965 zweimal im Monat gab. Ihm wurden Defa-Filme gewidmet, er war Namenspate für Kinderkaufhäuser und Kitas und er hatte prächtige Auftritte wie beim "Fest des Sports" 1977 in Leipzig, wo 1.152 Bummibären von Kindern bewegt wurden und zwar nach Choreografien, die ein Jahr lang einstudiert waren. Einer dieser Bären schlummerte im Leipziger Sportmuseum und ist nun umgezogen ins Rochow-Museum im Schloss Reckahn, wo am 16. Juli um 15:00 Uhr die allererste Bummi-Ausstellung eröffnet wird. Jeanette Toussaint und Ralf Forster hatten die Idee, haben fleißig geforscht und gesammelt, mit Redakteuren, Zeichnern und Zeitzeugen gesprochen und eine wunderbare Familienausstellung daraus gemacht - zur Erinnerung, Entdeckung und auch Diskussion. "Die Kinderzeitschrift BUMMI zwischen Spielzeugland und sozialistischer Ideologie" ist bis zum 10. Dezember zu entdecken.

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