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10 Jahre Stadt- und Tourismusförderung

STG-Geschäftsführer Thomas Krüger mit dem erfolgreichsten Brandenburger Tourismus-Utensil: Dieser kleine Stadtplan ist bald 750.000 Mal ausgegeben worden.
STG-Geschäftsführer Thomas Krüger mit dem erfolgreichsten Brandenburger Tourismus-Utensil: Dieser kleine Stadtplan ist bald 750.000 Mal ausgegeben worden. © Foto: MZV
Thomas Messerschmidt / 16.07.2017, 08:01 Uhr
Brandenburg (MZV) Der Gewerbeverein Brandenburg e. V., der Stadtmarketingverein e. V. und der Tourismusverein Brandenburg an der Havel e. V. haben im Juli 2007 die STG Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft Brandenburg an der Havel mbH mit dem Ziel gegründet, "ein gemeinsames Kooperations-, Koordinations- und Kommunikationsinstrument zu schaffen." Die STG sollte die touristische Vermarktung der ältesten Stadt der Mark Brandenburg vorantreiben und professionalisieren und hat sich auch das Citymanagement ins Statut geschrieben. Was in zehn Jahren erreicht wurde, ob Brandenburg an der Havel eine starke Marke und ein beliebtes Urlaubs- und Ausflugsziel geworden ist und wo die STG in Zukunft hinsteuert, verrät Geschäftsführer Thomas Krüger im Gespräch mit BRAWO-Chefredakteur Thomas Messerschmidt.

Was ist der größte Unterschied zwischen der STG im Juli der Jahre 2007 und 2017?

Die vormals drei Bereiche - Citymanagement, Stadtmarketing und Tourismusmarketing - sind erfolgreich zusammengeführt und haben die erwarteten Synergieeffekte in die jeweils anderen Arbeitsbereiche erreicht, funktionieren prima. Und es wurden die seinerzeit zwei Standorte in eine zentrale Touristinformation mit einem gemeinsamen Großraumbüro am Neustadtmarkt zusammengefasst.

Wann und mit welchen Ideen kamen Sie zur STG?

Ich wurde nach einem Auswahlverfahren per 1. August 2007 zum Geschäftsführer ernannt und wollte die Stadt erlebenswerter und attraktiver machen. Von meiner Präsentation zur Bewerbung sehe ich heute viele Ideen und Projekte umgesetzt.

Wie haben sich die Übernachtungszahlen in den zehn Jahren entwickelt?

Von damals etwa 100.000 Übernachtungen im Jahr sind wir inzwischen deutlich über 200.000. Durchschnittlich bleibt der Gast 2,5 Tage in der Stadt.

Welchen Stellenwert haben in der STG-Erfolgsgeschichte die Citymanagerin und die Einführung der City-Schexs?

Die Citymanagerin ist ein wichtiges Bindeglied zu den Innenstadtakteuren. Sie koordiniert und organisiert Aktionen wie die Blumenampeln, Garten-Markt, Fashion Day und Weihnachtsbeleuchtung sowie verkaufsoffene Sonntage und Shoppingnächte.

Die City-Schexs sind ein richtiger Verkaufsschlager geworden und als universeller Gutschein in über 150 Geschäften der Stadt einlösbar. Das Geld bleibt vor Ort  - in Summe bedeutet es in den drei Jahren seit ihrer Einführung immerhin ca. 300.000 Euro Umsatz für die lokalen Geschäfte. 2017 wurde die City-Schexs Idee mit einem ersten Preis bei der IHK City-Offensive Westbrandenburg ausgezeichnet.

Wie kommt der mit Jahresbeginn neu eingeführte Markenauftritt in der Stadt an?

Wir sind überrascht, wie gut er ankommt und auf welch breite Akzeptanz er stößt. Da spielt sicher eine Rolle, dass wir verschiedene Interessengruppen bei der Findung über zwei Jahre eingebunden hatten und die Agentur daraus eine so klare Marke bzw. das neue Corporate Design schuf. Die Wiedererkennung mit den stilisierten Wellen ist hoch und das Stadtlogo steht nun sofort erkennbar für unsere Stadt. Es ist gut lesbar und einfach verständlich - sogar individuell für viele Zwecke anzupassen.

Wie viele Mitarbeiter hat die STG und wie viele Kundenkontakte und Vermittlungen im Jahr?

Wir haben neben der Citymanagerin und mir eine Stelle im Stadtmarketing und sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zweischicht-/Wochenendbetrieb in der Touristinformation. Dort besuchten uns allein im letzten Jahr ca. 50.000 Gäste. Und in etwa nochmal die gleiche Anzahl an Telefonaten war zu bewältigen. Dazu kommen täglich zig Email-, Post- und Fax-Anfragen.

Mit wie vielen touristischen Leistungsträgern kooperieren Sie und wie weit reicht die Magnetwirkung ins Umland?

Zur BUGA hatten wir beispielsweise 170 vertraglich gebundene Übernachtungs-Partner bis nach Havelberg, aber letztlich haben wir täglich mit unzähligen Anbietern aus der Stadt bis ins weitere Umland zu tun. Wir sind Mädchen für alles, man fragt uns neben den erwarteten Fragen in einer Touristinformation, wann der Flieger von Berlin nach Köln geht und die Fähre nach Schweden ablegt, ebenso wann die Nordstern am Salzhofufer ablegt und wo man in Brandenburg essen kann, wo es Fahrräder gibt und welcher Film wo läuft.

Könnten Sie sich Brandenburg an der Havel wieder als Austragungsort einer Freizeit- oder Bootsmesse vorstellen?

Ja, das Thema Boot und Freizeit gehört auf jeden Fall in unsere Stadt.

Was lockt die Touristen mehr: die Natur, die Kultur oder der Dom?

Wir haben zwei touristische Gäste-Kernzielgruppen: die geselligen Familien und die Kulturliebhaber. Für die Familien steht meist das Erlebnis in der Natur im Vordergrund - das Radeln, Baden, Campen...   Und die Kulturinteressierten kommen - immer häufiger auch mit dem Fahrrad oder Boot - wegen der mittelalterlichen Architektur, dem Dom und besonderer Veranstaltungen. Lockmittel in diesem Jahr sind u. a. die Veranstaltungsreihe zu 500 Jahren Reformation und die neuen Waldmops-Stadtführungen.

Was wird von Touristen am meisten nachgefragt?

Dampferfahrten, Übernachtungsangebote, Stadtführungen, Veranstaltungen.

Welches touristische Angebot, das es noch nicht gibt, würden Sie sich für Brandenburg an der Havel wünschen?

Im Wasser liegt noch mehr Potential. Ein Alleinstellungsmerkmal von überregionaler Bedeutung in Form eines Events auf  Bundesliga-Niveau würde noch mehr Zugkraft entwickeln und die Stadtwerbung weiter auf den Punkt bringen. Ein Verein in der ersten Fußball Bundesliga wär`s. Eine weitere Idee ist die hochwertige kulturelle Inszenierung der Havel - mit viel Natürlichkeit und Sinnesvielfalt, eingepasst in die natürliche Havellandschaft. Zur BUGA-Eröffnung hatten wir ansatzweise etwas ähnliches in Form einer einmaligen Wassershow. Mal sehen, was sich verwirklichen lässt.

Wie beschreiben Sie die STG der Gegenwart mit einem Satz?

Ein tolles, sehr engagiertes Team mit ganz vielen Aufgaben und täglich neuen Herausforderungen.

Was soll man über die STG in fünf Jahren sagen?

Sie hat die Stadt Brandenburg an der Havel bekannter gemacht und bietet getreu unserem Slogan "Das ganze Land in einer Stadt".

Wird der 10. STG-Geburtstag gefeiert?

Eine Feier wäre zu viel des Guten, aber zum 9. Fashion-Day am 1. September werden wir uns ab 18 Uhr eine kleine Überraschung einfallen lassen.

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