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Eine "documenta" im Kleinen

Erhard Herrmann / 12.09.2017, 14:46 Uhr
Brandenburg (MZV) "Das soll Kunst sein? Das kann ich auch!" Wer hat das nicht schon mal gedacht, bei einer großen weißen Fläche mit einem schwarzen Quadrat in der Mitte oder wie in der neuen Ausstellung #Skills in der Kunsthalle Brennabor wo zehn verformte Bälle einfach nur auf dem Fußboden liegen. Die passende Antwort dazu: "Haste aber nicht gemacht"! Ist das aber nun Kunst? Im Auge des Künstlers auf jeden Fall. Denn die Hauptsache der Kunst über viele Jahrhunderte, die Malerei ist längst passé. Auch besondere technische Fähigkeiten, die heute sogenannten Skills, sind für eine überzeugende Aussage oft zu wenig. Auf die Idee kommt's an. 40 davon zeigt die Ausstellung die der Brandenburgische Verband Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V. (BVBK) zusammen mit der Stadt Brandenburg präsentiert. Zehn Künstlerinnen aus Brandenburg und Berlin hinterfragen in ihren Arbeiten und tradierte Sichtweisen, Bedeutungen und Assoziationen unter der Einbeziehung des Betrachters. Gezeigt wird Zeitgenössische Kunst, die nur Malerei sein kann, aber beispielsweise auch in Formen, die sich erst in den letzten Jahren und Jahrzehnten etabliert haben, wie beispielsweise Videokunst, Computer-Kunst oder Konzeptkunst. "So unterschiedlich die ausgestellten Werke auch sind. Die Künstlerinnen korrespondieren in ihren künstlerischen Herangehensweisen: sie spiegeln gemeinsame Themen und Schnittstellen von Kunst, Architektur und Sozialraum sowie Kunst und Wissenschaft wieder", erklärte Jutta Pelz, Vorstandsvorsitzende BVBK. Den Werken der Künstlerinnen Francis Zeischegg, Birgit Borggrebe, Katja Gragert, Katrin Günther, Betina Kuntzsch und Barbara Steppe liegen Untersuchungen von Ordnungssystemen des Raumes und Untersuchungen über die Beziehung von Mensch und Raum/Zeit und deren Analyse von Wahrnehmungsvorgängen und Standortbestimmungen zu Grunde. Ansätze und Methoden von wissenschaftlichen Untersuchungen und Experimenten werden in den Arbeiten von Jana Debrodt, Katrin von Lehmann, Anette Rose und Andrea Huyoff/ Cargo world visualisiert. "Der Name der Ausstellung "Skills" thematisiert einen Aspekt der Kunstproduktion, der im steten Wandel ist. Eine veränderte künstlerische Praxis bringt veränderte "Skills" hervor. Unter dem Begriff "Skills" werden technische Fertigkeiten in einem weiteren Sinne verstanden und nicht allein das Handwerk wie im deutschen Sprachgebrauch", erklärte der Kurator Bodo Rau. Die Ausstellung zeigt das entscheidende und charakteristische Merkmal der zeitgenössischen Kunst. Sie ist an keine bestimmten Techniken, spezifischen Materialien oder besonderen Konzepte gebunden. Es gibt weder einen typischen Malstil noch eine einzelne, feste Form des künstlerischen Ausdrucks. Die ausgestellten Werke geben in der Überlagerung zeitlicher Dimensionen, Stimmungen und Intentionen des Ausführenden wieder. "Hier ist quasi eine "documenta' im Kleinen zu sehen", stellte Matthias Frohl, der Leiter der Galerie Sonnensegel, fest. Die Ausstellung ist auch ein Experiment, um neue Horizonte für die Kunsthalle Brennabor zu öffnen. Die Zeitgenössische Kunst von ihrer Vielfalt und ihrer Individualität auch abseits der großen Galerien präsent zu machen. "Sie soll helfen, neue Einblicke in die Kunst zu finden. Mit den verschiedensten Künstlern und Kunstrichtungen und natürlich auch, um ein neues Publikum zu gewinnen", resümierte Jutta Pelz. Frei nach dem britischen Philosoph Peter Osborne: "Zeitgenössische Kunst ist "anywhere or not at all" - überall oder überhaupt nicht." Die Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag von 13 -18 Uhr. Am 24. September und 13. Oktober finden in der Zeit von 16- 18 Uhr Künstlerinnengespräche statt.

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