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Einblicke und Ausblicke

Der Aufstieg von 197 Treppen und Stufen in den Turm der St. Katharinenkirche wurde mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.
Der Aufstieg von 197 Treppen und Stufen in den Turm der St. Katharinenkirche wurde mit einer wunderbaren Aussicht belohnt. © Foto: MZV
Erhard Herrmann / 12.09.2017, 14:55 Uhr
Brandenburg (MZV) Gut zu Fuß, ein wenig Kondition und wenn möglich das passende Schuhwerk, waren die Voraussetzung um die Stadt Brandenburg und die umliegenden Dörfer aus einem ganz neuen Blickwinkel zu entdecken. Zusammen mit dem Tag des offenen Denkmals fand der Türmetag statt. Glaubt man den vielen freiwilligen Turmwächtern hat dieser Tag nicht von seiner Faszination verloren. Überall klickten die Fotoapparate und immer wieder hörte man "Schau mal da oder das hat man von unten gar nicht gesehen". Bereits vor dem offiziellen Beginn bildenden sich schon die ersten Schlangen vor den 23 teilnehmenden Objekten. Warten musste man vor dem Turm der St.Katharinenkirche. 197 Treppen und Stufen galt es hier zu überwinden. Der Lohn war eine der schönsten Aussichten über die Stadt und das Umland. Bei schönem Wetter kann man in 60 Meter Höhe in nordöstlicher Richtung bis über die Götzer Berge hinausschauen. Beim Blick nach Norden zeigt sich der Beetzsee. Seltene Stadtaussichten in die verwinkelten Straßen gewährten die Stadttürme. Während der Steintorturm fast das ganze Jahr bestiegen werden kann, hatte man beim Rathenower Torturm und beim Mühlentorturm diese Möglichkeit nur zum Türmetag. Eng und altertümlich in den Stadttürmen und Kirchen oder modern wie beim Richterturm auf der Regattastrecke dazwischen der morbide Charme des Turmes der alten Feuerwache aus den 70er Jahren. Die Türmekletterer begaben sich auch auf eine Zeitreise, die nicht nur mit einer schönen Aussicht, sondern auch mit Aktionen, wie eine Sonderführung im Dom zur Ausstellung "Macht und Pracht", belohnt wurde. Selbst für erfahrene Kletterer oder Dauerläufer war das Pensum kaum zu schaffen. Denn auch die umliegenden Dörfer wie Saaringen, Weseram, Lünow oder Ketzür öffneten ihre Kirchtürme. Ein Besuch in Radewege lohnte sich doppelt. Eine Ausstellung in der Dorfkirche zeigte den künstlerischen Lebenslauf von Paul und Wilhelm Pribbernow. Wer genug Höhenmeter auf seinem Konto hatte dem bot der Tag des offenen Denkmals Einblick in geschichtlichen und stadtprägenden Gebäuden auf ebener Erde. Im Hof des Stadtmuseums suchte der Arbeitskreis Stadtgeschichte Unterstützer für die Rettung des hölzernen Mühlenrads von 1799 aus der ehemaligen Mostrichmühle Moses Pintus in der Grabenstraße 7. Das Rad mit drei Meter Durchmesser ist das letzte Zeugnis der 150-jährigen handwerklichen Senfproduktion in der StadtEinen wohl letzten Blick vor dem geplanten Umbau zum Hotel konnte man in die Villa Krüger werfen. Die repräsentative Fabrikantenvilla mit großzügigem Villengarten, Kaminzimmer und Gartensaal in der Neuendorfer Straße wurde zuletzt als Kindertagesstätte genutzt. Begehrt waren natürlich die Stempel, die für jede Turmbesteigung verteilt wurden. Denn wie jedes Jahr winken für die eifrigsten Kletterer wieder attraktive Sachpreise.

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