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Thomas Baake 13.09.2017 17:12 Uhr
Red. Brandenburg/Havel, redaktion-brb@brawo.de

landkreise/havelland/brandenburghavel/brandenburghavel-artikel/dg/0/

Von einer Brache zum Havelgarten

Brandenburg (MZV) Das Gelände liegt ganz unscheinbar hinter einem Garagenkomplex und in der Nähe des Übergangswohnheims in der Flämingstraße. Vor dem Frühjahr 2016 war es eine 2.500 Quadratmeter große Industriebrachfläche und nun ist es der Havelgarten. Ein interkultureller Garten in Brandenburg, der dank ehrenamtlicher freiwilliger Helfer, wie Monika Böhling-Fießinger, bewirtschaftet wird. Das Grundstück gehört der Stadt. Sie hat es ohne Pachtzins den Projektträgern zur Verfügung gestellt. Ziel ist es gemeinsam mit interessierten Bewohnern und ehemaligen Bewohnern des Übergangswohnheims Neues zu schaffen und ihnen eine Beschäftigung zu geben. Auf 15 Hochbeeten bauen sie Gemüse an. Spinat, alle möglichen Salate, Erbsen und Bohnen wachsen hier. Die Beete auf dem Boden sind für Blumen vorgesehen, da das Areal früher zum Hafengelände gehörte und die Betreuer des Projekts nicht genau wissen, wie kontaminiert der Boden ist. Das Wasser zum Gießen der Pflanzen kommt direkt aus der Havel. Über eine Pumpe wird das kühle Nass befördert. Nur wenn ein Schiff vorbeikommt, wird es mal eng mit dem Wassernachschub. Zudem gibt es eine feste Feuerstelle, eine Liegewiese und ein Weidentipi. Den Verantwortlichen kommt es nicht nur auf die Arbeit im Garten an. Die regelmäßige Begegnung mit den Menschen sei wichtig. Deutsch lernen und sich unter einander kennenlernen sind auch entscheidende Aspekte. So treffen sich meistens jeden Samstag ab 14 Uhr Afghanen, Syrer und Iraner im Havelgarten. "Für viele ist der Garten absolutes Neuland und andere zeigen sich als Fachleute, weil sie in der Landwirtschaft gearbeitet haben", berichtet Böhling-Fießinger. Die Kinder seien schnell begeisterungsfähig. Sie spielen, rennen und helfen im Garten. So wie Mariam und Yacine. Die beiden Neunjährigen aus Afghanistan kommen gern auf das Gelände. "Es macht richtig viel Spaß" erzählt Mariam. Nicht nur Flüchtlinge und Projektbetreuer besuchen den Garten. Es ist ein öffentlicher Platz, der jederzeit zugänglich ist. So ist auch Renate Paulokat mit ihrem Enkel Karl da. Sie kommt extra aus dem Amt Beetzsee. "Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas zustande kommt", sagt sie über das Projekt. Paulokat findet die Idee toll und es zeige dass Integration klappt. Die Idee des interkulturellen Gartens in der Havelstadt sagt nicht nur den Beteiligten zu. Ihr Einsatz wurde in der Vergangenheit schon mit zwei Preisen bedacht. Zum einen gab es den Umweltpreis der Stadt Brandenburg und zum anderen den Deutschen lokalen Nachhaltigkeitspreis. Das war für Böhling-Fießinger und ihre Mitstreiter eine große Ehre. Dennoch sind ihr die Auszeichnungen nicht so wichtig. Allerdings sind sie Motivation. Wichtig ist ihr, dass die Menschen in den Garten kommen können. Mit Preisen muss aber noch nicht Schluss sein. Der Havelgarten wurde für den Deutschen Engagementpreis 2017 nominiert. Er würdigt das bürgerliche Engagement in Deutschland und wird am 5. Dezember in Berlin verliehen. Über den sogenannten Publikumspreis können Interessierte bis zum 20. Oktober per Online-Voting abstimmen. Mehr Informationen erhalten potentielle Abstimmer im Internet unter www.deutscher-engagementpreis.de

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Monika Böhling-Fießinger (li.) erntet mit Mariam aus Afghanistan Bohnen.

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