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Sehnsucht und Leidenschaft

Authentisch und kunstvoll: Das "Tango Theater" mit Hans-Henner Becker (Regie und Mandoline), Duna Rolando (Gesang), Gabriel Battaglia (Gitarre und Charango) und Florian Felder (Rezitation) und begeisterte.
Authentisch und kunstvoll: Das "Tango Theater" mit Hans-Henner Becker (Regie und Mandoline), Duna Rolando (Gesang), Gabriel Battaglia (Gitarre und Charango) und Florian Felder (Rezitation) und begeisterte. © Foto: Achilles
Stephan Achilles / 23.01.2017, 14:01 Uhr
Falkensee (MOZ) "Man nennt mich - Tango. Geboren bin ich in ziemlich schlichten Verhältnissen. Wer meine Mutter und mein Vater waren, weiß ich nicht so genau", mit diesen Sätzen beginnt Florian Felder den Abend im Bürgerhaus Finkenkrug. Gekonnt erzählt der Schauspieler die Geschichte des Tangos und hilft dem Publikum, Inhalte und Texte zu verstehen, die Duna Rolando (Gesang) und Gabriel Battaglia (Gitarre und Charango) vortragen.

Es geht um Liebe und Enttäuschung, Eifersucht und Wut, Träume und Hoffnungen, Sehnsucht und Tod. All die Ereignisse und Gefühle, die das Leben der Menschen in Buenos Aires und Montevideo in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausmachten. Damals trafen dort viele Einwanderer aufeinander. Sie kamen vor allem aus Westeuropa, aber auch aus dem Nahen Osten. In den ärmeren Stadtvierteln, Vorstädten und Kneipen vermischten sich Kulturen und Klänge. Es entstand ein unverwechselbarer Musikstil, verknüpft mit einem legendären Tanz - dem Tango.

Die Faszination dieser Musik ist ungebrochen und begeistert auch im Bürgerhaus. Sängerin Duna Rolando zieht das Publikum in den emotionalen Bann aus Leidenschaft und Melancholie, die den Tango ausmachen. Mit ausdrucksstarker, dunkler, rauher Stimme lässt sie die Zuhörer die tiefe Sehnsucht der Menschen nach verlorener Heimat, verratener Liebe und Leiden spüren. Gestik und Mimik setzt sie sparsam aber höchst wirkungsvoll ein. Duna Rolando ist mit dieser Musik in Argentinien aufgewachsen. Sie stammt selbst aus einer Auswandererfamilie. Ihre Vorfahren waren deutsche, italienische und spanische Landsleute. Eigentlich ist sie Malerin. Erst 2007 begann sie mit ihrem Mann, dem Gitarristen Gabriel Battaglia öffentlich aufzutreten. Eine glückliche Fügung, denn Battaglia ist ein begnadeter Gitarrist. 1965 in Buenos Aires in eine Musikerfamilie geboren, begann er schon mit sechs Jahren Gitarre zu spielen. Seit 1990 gastiert er auf Festivals, in Theatern und Musikclubs Europas und natürlich auch in Buenos Aires. Er legt Wert auf einen persönlichen Stil, der aber immer dem Geist und den Wurzeln der argentinischen Musik verbunden bleibt.

Um das Publikum an diesen Geist heranzuführen und die Inhalte der Lieder verständlicher zu machen, präsentieren die beiden Musiker ihre Titel in einem ganz besonderen Rahmen, den der Regisseur und Textautor der Veranstaltung Hans-Henner Becker auch als "Tango Theater" bezeichnet. Schauspieler Florian Felder rezitiert Liedtexte ausschnittsweise und fügt Erklärungen ein, die Inhalte und Zusammenhänge auf unterhaltsame Weise verdeutlichen.

Unter den Besuchern des Bürgerhauses waren an diesem Abend viele Tangofans aber auch Freunde des guten Gesangs und Gitarrenspiels. Auf ihre Kosten gekommen sind sie wohl alle, wie der langanhaltende Applaus bezeugte. Die Veranstaltung am vergangenen Samstag stellte gleichzeitig den Auftakt der diesjährigen Konzertreihe im Finkenkruger Bürgerhaus dar. Bis Anfang Dezember sollen acht weitere Musikabende folgen. Nächster Gast wird der britische Sänger Paul Millns sein, der bereits 2015 mit seinen Blues- und Soultiteln begeisterte. Informationen dazu gibt es auf der Webseite des Veranstalters buergerverein-finkenkrug.de.

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