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Egbert Neubauer 17.04.2017 12:00 Uhr
Red. Falkensee, redaktion-fks@brawo.de

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Ein besonderes Bier, aber keine Jeans

Havelland (MOZ) Am kommenden Sonntag (23. April)eröffnet die Historische Braumanufaktur ab 10 Uhr ihren Betrieb mit einem Braufest im Erlebnispark Paaren. Dies teilten die begeisterten Protagonisten wie Braumeister Jörg Kirchhoff und die Geschäftsführer des Erlebnisparks Ute Lagodka und Steffen Krebs mit. Nachdem Steffen Krebs 2016 in die Idee einer Brauerei im Erlebnispark verliebt war, brachte ihn der Zufall mit Jörg Kirchhoff, Braumeister in der Braumanufaktur Forsthaus Templin, zusammen. Beide stellten nach kurzer Zeit ein gemeinsames Projektinteresse fest, um wenig später die gemeinsame Umsetzung zu forcieren. Mit Erfolg, wie sich nun zeigen wird.

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Schmackhaft wird es sicher sein: Braumeister Jörg Kirchhoff und die beiden Erlebnispark-Geschäftsführer Ute Lagodka und Steffen Krebs freuen sich schon auf das im Havelland gebraute Bier "501"

© Egbert Neubauer

Seit November des vergangenen Jahres laufen auf dem Parkgelände die Baumaßnahmen für die Braumanufaktur. Gegenwärtig wird das Mauerwerk des Ofens trocken geheizt. Dieser trägt das Herzstück der Anlage, die kupferne Braupfanne aus dem Jahr 1834.

Bereits fertig sind der hölzerne Gärbottich und die Einrichtung des Brauhauses. Dabei wurde großer Wert auf Funktionalität und Originalität gelegt. So stammen die Ziegel für den Ofen aus dem Abriss eines alten Gutshauses aus dem 18. Jahrhundert von der Insel Usedom.

Noch sind historische Brauereiutensilien, wie Fässer, Kisten und Flaschen lose angeordnet, in den nächsten Tagen werden diese durch weitere Artefakte ergänzt und für die Besucher gut sichtbar arrangiert. Letztendlich soll die Historische Braumanufaktur den Charakter eines offenen Museums, einer authentischen Braumanufaktur tragen. Dazu gehören auch aussagekräftige Beschilderungen, die das Wesen der Sache benennen. Dafür zuständig zeichnet sich Richard Seger, Student für Geschichte und Geografie an der Uni Potsdam. "Diese Recherchearbeit hat mir Prof. Frank Göse vermittelt. Es ist eine Aufgabe mit vielen Schwierigkeitsgraden. Die größte Herausforderung ist die Herkunft der Braupfanne zu ermitteln, dabei könnte die in der Pfanne eingravierte Angabe ,Luitte' uns bei der Auffindung des Ortes helfen", vermutete Seger.

Ein Großteil der Artefakte stammt aus dem Fundus von Jörg Kirchhoff. "Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung", sagte er. "Endlich können meine Sammelstücke in ein Museum eingebracht werden." Selbst das Brauen wird nach alter Art und Weise bewerkstelligt werden. Nicht nur die Materialien und die Holzfeuerung haben authentischen Bezug, die Rührung der Maische erfolgt nicht mit Motor-, sondern mit Muskelkraft. Daher erfährt der Braumeister an den Brautagen die Unterstützung seiner drei Lehrlinge aus der Braumanufaktur Templin. Der Braumeister wird an den vier geplanten Brautagen im Jahr alle Tätigkeiten rund um die Braupfanne moderieren, sodass die Besucher stets Kenntnis über die Vorgänge im Museum haben werden.

Pro Brautag sollen um die 1000 Liter Bier gebraut werden. Zum Einsatz kommen Bioprodukte nach höchsten ökologischen Standards. "Wir werden verschiedene Biere, nach alten Brandenburger Rezepten ausprobieren, auch kann ich mir vorstellen hier in Paaren alte Getreidesorten anzubauen, um daraus Bier zu brauen", erläuterte Steffen Krebs.

Bereits gefunden ist der Name für das Bier, er lautet 501. Dieser Namen resultiert aus dem Umstand, das der Brautag 23. April 2017, der 501. Geburtstag der Verlautbarung des Deutsche Reinheitsgebot ist. Nachdem Levi's, der Jeanshersteller und weiter Namensinhaber keine Bedenken gegen die Nutzung der Ziffernfolge als Markenname anmeldeten, ist der Name jetzt europaweit für das Bier eingetragen und geschützt.

Zum Verkauf führte Steffen Krebs aus: "Es ist vorgesehen mit dem Bier kleinteilig auf den Markt zu gehen, der Werbung wegen, um auf den Erlebnispark Paaren aufmerksam zu machen. So wird es das hier gebraute Bier 501 auch bei Galeria Kaufhof auf dem Alexanderplatz und bei ausgewählten Kartstadthäusern geben." Nach jahrzehntelanger Pause wird die Historische Braumanufaktur von 1834, nun auch die erste Brauerei im Havelland überhaupt sein.

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