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Ilse-Dore Hahn 19.06.2017 09:33 Uhr - Aktualisiert 19.06.2017 14:12 Uhr
Red. Falkensee, redaktion-fks@brawo.de

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Brieselang braucht den Bürgerbus

Brieselang (MOZ) Das strahlende Geburtstagswetter ließ die meisten der zum Jubiläum des Brieselanger Bürgerbusses in den idyllischen Garten des Märkischen Künstlerhofes geladenen Gäste den Schatten unter Bäumen und Sonnenschirmen suchen.

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Jubiläum: Ein großes Transparent und davor die Fahrer des Bürgerbusses mit Bürgermeister Garn.

© Hahn

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Zehn Jahre Bürgerbus

Niedlich, weiß und wuschelig - Knut zog im Jahr 2007 die Berliner und später die ganze Republik in seinen Bann.  

Eine Erfolgsgeschichte: Der Brieselanger Bürgerbus existiert seit zehn Jahren. Am Sonntag wurde gefeiert... © MOZ / Ilse-Dore Hahn

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"Es ist das erste Mal, dass ich auch mal hier im Künstlerhof sein darf. Sonst bin ich immer im GVZ", freute sich die brandenburgische Verkehrsministerin Kathrin Schneider über den sonntäglichen Ausflug nachIn ihrem Grußwort sagte sie: "Es ist schön in Brieselang und wie ich gehört habe, leben die Leute gern hier. Doch das Problem ist die Mobilität in dem Flächenort." Die Ministerin gratulierte dem Bürgerbusverein zu dem ehrenamtlichen Engagement, das"in zehn Jahren aus einem Projekt ein regulärer Linienverkehr gemacht hat. Der rote Bus ist zu einem festen Bestandteil des Stadtbilds geworden." In ihrer Rede ging Kathrin Schneider auch auf die vier anderen brandenburgischen Bürgerbusangebote ein, die es in Lieberose, Gransee, Dallgow-Döberitz und in der Gemeinde Hoher Fläming gibt. Alle arbeiten eng mit den regionalen Verkehrsgesellschaften und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zusammen. Da in Brieselang der Bürgerbus zu 50 Prozent von der Gemeinde und 50 Prozent vom Landkreis finanziert wird, "stellt das Land dem Landkreis in diesem Jahr fünf Millionen Euro für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zur Verfügung", so die Ministerin.

Ein "flaches Geschenk" in Form eines Schecks in Höhe von 200 Euro hatte Landrat Roger Lewandowski dem Vorsitzenden des Brieselanger Bürgerbusvereins, Günter Lüder, mit gebracht. "Zehn Jahre und 100.000 Fahrgäste, die Erfolgsgeschichte des Bürgerbusses kann sich sehen lassen", lobte der Landrat und fügte hinzu "Brieselang braucht den Bürgerbus." Er kündigte an, dass es ein neues und verbessertes Angebot im ÖPNV geben wird: "Von Montag bis Freitag werden die Stadtlinien Havelbus und Bürgerbus von 5.15 bis 20.15 Uhr im Stundentakt fahren."

Für Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn reicht das allerdings noch nicht: "Samstag und Sonntag fährt außer der Bahn gar nichts. Doch auch am Wochenende möchten die Leute mal rauskommen."

Volker Aust, Landesverband "pro Bürgerbus" Nordrhein-Westfalen mahnte eine g"gemeinsame Grundlage" für alle 340 Bürgerbusse in der Bundesrepublik an. "Uns machen EU-Vorschriften wie die Befestigung von Rollstühlen in den Kleinbussen Probleme." Der "Bürgerbusprofi", "wir fahren seit 32 Jahren", warnte auch vor zu hoher Auslastung der Busse. " Eine Auslastung von 66,6 Prozent ist mit Kleinbussen nicht möglich, das wären mehr Fahrgäste, als offiziell befördert werden dürfen." Mit einer Auslastung von 49,7 Prozent und 106.862 Fahrgästen an 2369 Tagen ist der Bürgerbus Brieselang nahe an der Obergrenze. "Erfolg killt auch den Bürgerbus", meinte Volker Aust, der "kein Flachgeschenk, sondern nur gute Wünsche" zum Jubiläum mit gebracht hatte.

Mathias Köhler, Geschäftsführer der Havelbus Gesellschaft, überreichte Günter Lüder neben vielen guten Wünschen auch Miniatur-Busse und andere Mitbringsel für alle Busfahrer und -fahrerinnen. "Der Bürgerbus war 2007 ein zartes Pflänzchen, das misstrauisch beäugt wurde."

Im Anschluss an die Glückwünsche ehrten Günter Lüder und Wilhelm Garn mit Blumen und einem Geschenk nicht nur Kathrin Bungies aus Zeestow, als 100.000sten Fahrgast,sondern auch die Stammfahrgäste Rosemarie Pathe und das Ehepaar Peter und Brigitte Grohn aus

"Die Fahrer in den Bussen sind richtig dufte Menschen, die immer ein Ohr für jeden haben", lobte Kathrin Bungies.

Von den 42 Mitgliedern des Brieselanger Bürgerbusvereins sind 20 ehrenamtliche Fahrer, darunter vier Fahrerrinnen. "Um nicht zu viel und zu lange fahren zu müssen, sind allerdings 27 bis 28 Fahrer notwendig", erklärten die anwesenden Fahrer unisono. Sie meinten auch, dass sich die Suche nach weiteren Ehrenamtlichen schwierig gestalte, da oft Berufstätigkeit und Busfahren schlecht unter einen Hut zu bringen sei.

Jedoch können sie sich der Wertschätzung von Günter Lüder sicher sein: " Mein Dank gilt allen ehrenamtlichen Fahrern und Fahrerinnen, die umsichtig und ohne größere Schäden den Bus immer wieder heil nach Hause bringen."

Ein Ständchen zum zehnten Geburtstag des Bürgerbusses (und noch einige andere Lieder) brachte der Chor der Volkssolidarität mit dem "Bürgerbuslied" mit einem extra für diesen Anlass verfassten Text von Hans-Jürgen Brandtner.

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