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Dämpfende Antworten auf Ketziner Wünsche

Landrat Roger Lewandowski (2.v.re.) zu Besuch im Dorfmuseum Tremmen.
Landrat Roger Lewandowski (2.v.re.) zu Besuch im Dorfmuseum Tremmen. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 09.08.2017, 19:33 Uhr
Ketzin/Havel (MOZ) "In allen Ketziner Ortsteilen gibt es ein lobenswertes, aktives gesellschaftliches Leben. Insgesamt ist die Stadt für die Zukunft gut aufgestellt, das betrifft auch die Infrastruktur", so ein kurzes Fazit von Landrat Roger Lewandowski (CDU) nach seinem Besuch der Ortsteile der Stadt. Aber gerade die Infrastruktur hatte sowohl in Etzin und Zachow als auch in Tremmen zu Diskussionen geführt.

Es betraf zwar nicht die Straßen, aber die dringend benötigten und nicht vorhandenen Radwege zwischen der Stadt und Etzin und zwischen den Ortsteilen Tremmen und Zachow. "Wir haben dankenswerter Weise Radwege im Ort, aber keiner führt hinaus", schilderte beispielsweise Tremmens Ortsvorsteher Thoralf Palm die Situation. Die Chaussee zwischen Zachow und Tremmen wäre eine stark befahrene Pendlerstrecke der Brandenburger nach Berlin. Dazu kämen die breiten Landmaschinen. Hier sei Radfahren regelrecht gefährlich, sagte er und bat den Landrat eindringlich um Unterstützung.

Ähnlich ist die Situation auf der Straße nach Etzin. Hier sind im Sommer viele Schulkinder auf der sehr stark befahrenen recht schmalen Straße unterwegs, die auch von den Lastern zur Mülldeponie Vorketzin genutzt werden muss.

Hinsichtlich der bevorstehenden Gebietsreform müsse man sehen, welchen finanziellen Spielraum der Landkreis bezüglich der auf ihn zukommenden Kosten dann noch haben werde, gab Landrat Lewandowski zu bedenken. Allein zwischen Tremmen und Zachow müsse man für einen Radweg mit Kosten von etwa 2,4 Millionen Euro rechnen. Dazu kämen die Flächenankäufe. "In Anbetracht dieser Situation kann ich nichts zusagen", sagte der Landrat, versprach aber, für das nächste Jahr eine Verkehrszählung zu veranlassen.

Der Radwegebau sei eines der drei wichtigsten Anliegen der Stadt, die er dem Landrat vorgetragen habe, sagte Bürgermeister Bernd Lück (FDP) in einer Gesprächsrunde im Tremmener Dorfmuseum. Weitere seien der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und der Feuerwehrstandort Paretz.

Zum Busverkehr schilderte Lothar Lehnhardt als Vorsitzender des Fördervereins für das Dorfmuseum die Situation. Zu solchen Veranstaltungen wie "48 Stunden im Havelland" oder zur "Brandenburger Landpartie" und anderen Aktivitäten im Ort kämen immer mehr Besucher, speziell auch aus Berlin. Das Problem sei, dass sie abends an den Wochenenden nicht mehr mit dem Bus von Tremmen zur Bahn kämen.

Er schlug vor, im Sommer versuchsweise eine Buslinie nach Wustermark einzurichten. Landrat Lewandowski machte hierzu etwas Hoffnung und informierte, dass nach dem nunmehr vorliegenden Buskonzept für Falkensee und Umgebung ein solches auch für das Umland in Arbeit wäre. Wen der Entwurf öffentlich zur Stellungnahme vorliege, sollten solche Vorschläge übermittelt werden, empfahl er. Für die Verbesserung des ÖPNV werde der Landkreis "eine hohe sechsstellige Summe bereitstellen", sagte er.

Das drängende Problem Standort Feuerwehr Paretz war auch bei den Falkenrehder Kameraden Gesprächsthema mit Landrat Roger Lewandowski. Allerdings konnten weder der Bürgermeister noch der Landrat zum gegenwärtigen Zeitpunkt mitteilen, ob ein neues Feuerwehrgebäude finanziert und gebaut werden kann oder welche andere Lösung möglich ist. "Das Problem drückt mich auch. Wir haben Ende August und Anfang September Gespräche bei den zuständigen Behörden", sagte Lück. Dort werde gemeinsam beraten, welche Lösung möglich ist.

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