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"Haltung bewiesen": Innenminister würdigt Havelländer

Architekt Christoph Schirmer, Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann, Innenminister Karl-Heinz Schröter, Landrat Roger Lewandowski und OSZ-Schulleiter Eckhard Vierjahn zeigten sich nach der Wiedereröffnung der Sporthalle zufrieden
Architekt Christoph Schirmer, Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann, Innenminister Karl-Heinz Schröter, Landrat Roger Lewandowski und OSZ-Schulleiter Eckhard Vierjahn zeigten sich nach der Wiedereröffnung der Sporthalle zufrieden © Foto: Norbert Faltin
Norbert Faltin / 13.09.2017, 17:08 Uhr
Nauen (MOZ) Zwei Jahre nach dem Brandanschlag durch Rechtsextremisten ist die wiederaufgebaute Sporthalle des Oberstufenzentrums in Nauen am Mittwoch ihren Nutzern übergeben worden. An der Einweihungsfeier mit Landrat Roger Lewandowski (CDU) sowie Vertretern der Stadt Nauen, darunter Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD), nahm auch Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) teil.

In seiner Ansprache erinnerte Schröter an den verheerenden Brandanschlag im August 2015. Dieser hatte die Sporthalle, die als zeitweise Notunterkunft für Asylbewerber vorgesehen war, völlig zerstört. Der Schaden belief sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Der Brandanschlag war die schwerste Straftat im Zusammenhang mit fremdenfeindlichen Angriffen auf Asylbewerberunterkünfte in Brandenburg seit 20 Jahren. Die Sporthalle sollte seinerzeit kurzzeitig als Notunterkunft dienen.

Innenminister Schröter sagte: "Der Anschlag war die heimtückische Tat von rechtsextremistischen Brandstiftern. Direkt danach gingen hunderte Nauener Bürgerinnen und Bürger auf die Straße und setzten ein Zeichen gegen Gewalt und Fremdenhass. Dank der Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft konnten die Täter gefasst und zu hohen Haftstrafen verurteilt werden. Brandenburg lässt es nicht zu, dass Rechtsextremisten durch derart niederträchtige Anschläge das friedliche Zusammenleben der Menschen gefährden und das Ansehen unseres Landes beschädigen." Der zügige Wiederaufbau der Sporthalle sei ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich niemand von solch feigen Anschlägen beeindrucken lasse. Ein großes Lob richtete Schröter auch an die Verantwortlichen und Bürger von Landkreis und Stadt. "Sie haben von Anfang an Haltung beweisen und klare Kante gezeigt", unterstrich er.

Landrat Lewandowski betonte: "Was der Brandanschlag damals hinterlassen hat - ein in den Himmel ragendes, verkohltes Gerippe - ich werde diesen Anblick und für den Landkreis traurigen Tag nicht vergessen." Die blinde Zerstörungswut habe ihn damals sprachlos gemacht, sagte er weiter. "Dieser Neubau, den wir heute einweihen, ist die wichtigste Antwort, die wir dieser politisch motivierten Zerstörungswut und den schnell ermittelten und verurteilten Tätern entgegensetzen können", unterstrich der Landrat. Der Neubau sei ein starkes und sichtbares Symbol für das solidarische Zusammenstehen von Politik, Verwaltung, Schulen, Vereinen und Zivilgesellschaft, so Lewandowski.

Bürgermeister Fleischmann erklärte während seiner Ansprache: "Den Schaden, den die Täter angerichtet haben, war aber nicht nur materieller Art. Die Täter haben auch über die Brandstiftung hinaus bis zu ihrer Verhaftung ein Klima der Angst in dieser Stadt verbreitet. Die Aufarbeitung und das Ringen für ein solidarisches Zusammenleben bleiben aber weiterhin eine große Herausforderung für uns alle." Er dankte gleichzeitig dem Architekten, den Bauleuten und Handwerkern sowie allen anderen Akteuren, die nach 205 Arbeitstagen der Bautätigkeiten zum Gelingen beigetragen haben.

OSZ-Leiter Eckhard Vierjahn nannte die wiederaufgebaute Sporthalle "ein deutliches Mahnmal gegen rechtsextremes Gedankengut, gegen derartige Straftaten und für Toleranz."

Sportlich eingeweiht wurde die wiederaufgebaute Halle im Anschluss mit einem Volleyballturnier.

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