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Mit den Direktkandidaten auf Tuchfühlung

Zahlreiche Gäste waren zur Podiumsdiskussion in die Stadthalle gekommen.
Zahlreiche Gäste waren zur Podiumsdiskussion in die Stadthalle gekommen. © Foto: Silke Schulz
Silke Schulz / 13.09.2017, 22:33 Uhr
Falkensee (MOZ) Auf der wohl einzigen öffentlichen Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl im Osthavelland hatten am Dienstag sechs Direktkandidaten die Gelegenheit, über aktuelle Wahlkampfthemen zu diskutieren und Fragen aus der Bevölkerung zu beantworten. Dabei ging es nur zum Teil kontrovers zu. Initiiert und moderiert wurde die Veranstaltung von der politisch unabhängigen "Europa-Union". Ausgewählt wurden Kandidaten der Parteien, die deren Auffassung zufolge gute Aussichten auf Einzug in den Bundestag haben.

So trafen sich auf dem Podium im Foyer der Falkenseer Stadthalle neben Uwe Feiler (CDU) und Dr. Benjamin Grimm (SPD) Petra Budke als Direktkandidatin der Partei Bündnis90/Grüne, Harald Petzold für Die LINKE, Volkmar Richter (FDP) und Christian Schmidt (AfD).

"Wir sind erfreut über das große Interesse. Mit rund 100 Teilnehmern hatten wir gerechnet, jetzt sind wir bei 140", konstatierte Hans-Peter Pohl, Vorsitzender der Europa Union Havelland.

Unter den Gästen befanden sich auch zahlreiche Kommunalpolitiker und Amtsträger. Selbst Jes Möller ließ sich als Präsident des Brandenburger Verfassungsgerichts die Diskussionsrunde nicht entgehen.

Schwerpunkte für die Podiumsgäste sollten Wahlkreisthemen wie Herausforderungen im Osthavelland, etwa in Sachen Bildung und Digitalisierung, sowie die Weiterentwicklung der Europäischen Union sein. Dabei gab es unter den Kandidaten durchaus Übereinstimmungen. So sprachen sich sowohl Budke als auch Grimm, Petzold und Schmidt für beitragsfreie Kitaplätze aus.

Von Moderatorin Dr. Mechthild Baumann zu konkreten Handlungsvorhaben befragt, erklärte Uwe Feiler, seine Partei beabsichtige, 80.000 Unterschriften gegen die Durchführung der Kreisgebietsreform zu sammeln.

Die Bestrebungen Harald Petzolds gehen unter anderem in Richtung Express-S-Bahn bis Nauen, Mitstreiterin Petra Budke will 20 Braunkohlemeiler schließen, während Christian Schmidt ein Kinderbegrüßungsgeld von 10.000 Euro einführen möchte.

Auf der Agenda von Benjamin Grimm steht vor allem Chancengleichheit im Bildungsbereich, und Volkmar Richter wirbt für seinen Einsatz in der Weiterentwicklung der elektronischen Verwaltung.

Über die Bedeutung der Digitalisierung als Querschnittsaufgabe sind sich alle Kandidaten einig, wobei Petra Budke besonders die Gestaltung dieser Entwicklung am Herzen liegt. Schmidt hingegen will die Datensicherheit gewährleisten, Petzold keine Datenautobahn "erster und zweiter Klasse".

Uwe Feiler möchte das Thema Digitalisierung zur Chefsache machen - denkbar auch für die meisten übrigen Kandidaten.

"Digitalisierung ist nicht das Schreckgespenst, durch das Menschen ihre Arbeit verlieren - sie schafft auch Arbeitsplätze. Aber wenn wir über Digitalisierung reden, müssen wir auch sehen, dass es früher in den Schulklassen laut war, wenn der Lehrer hereinkam, alle haben durcheinandergeredet. Heute ist es still - jeder schaut auf sein Smartphone. Auch diese Aspekte gehören zum Thema Digitalisierung", so Benjamin Grimm.

Die für einzelne Themenbereiche aufgewendete Antwortzeit konnten die Kandidaten selbst bestimmen - zehn Minuten Rederecht hatte jeder insgesamt.

Was hält Europa noch zusammen? "Die Europäische Union ist die größte Friedensmission nach dem Zweiten Weltkrieg. Ohne Europa würden wir in Deutschland nicht leben können", glaubt Uwe Feiler. Ob verbesserungswürdig oder nicht, über dieses Thema herrschte im Grunde Einigkeit auf dem Podium, einzig Christian Schmidt sieht etwa den Euro als gescheitert an.

Zu angeregtem Gedankenaustausch kam es im weiteren Verlauf zwischen den Politikern und dem Publikum, das quer durch alle Altersgruppen und mit unterschiedlicher politischer Sichtweise sehr interessiert bei der Sache war.

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