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Ein Gesicht, das zum Bahnhof schaut

Silke Schulz / 14.11.2017, 22:19 Uhr - Aktualisiert 15.11.2017, 15:56
Falkensee (MOZ) Auf dem Grundstück neben der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Falkensee an der Poststraße könnte ein Mehrfamilienhaus der besonderen Art entstehen. Eine schon vom Bahnhof aus ansprechende Fassade, helle Wohnungen mit großem Außenbereich, ein begrüntes Dach - so sehen zumindest die Pläne der Bauherren aus, die diese am Montag den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses vorgestellt haben.

Das kleine Grundstück hat fast die Form eines Tortenstücks. Markus Pollex hat es gekauft, zu diesem Zeitpunkt gab es für ihn noch keine konkreten Pläne dafür. Häufig in Falkensee unterwegs, war ihm jedoch aufgefallen, dass der Bahnreisende bei der Ankunft in der Stadt zuerst auf die hohe Brandmauer des Altbaus an der Hansastraße 1 blickt.

Trotz der geringen Größe und des eigenwilligen Zuschnitts des angrenzenden Grundstücks betrachtete er es deshalb als Herausforderung, diesen ersten Eindruck durch eine entsprechende Bebauung zu verändern. Inzwischen hat sich ein Konzept zur sinnvollen Nutzung der Baulücke entwickelt. "Wir wollen ein Mehrfamilienmietshaus mit ansprechendem Gebäude bauen. Wir schaffen damit zwölf kleine Wohnungen mit offenen Küchen, alle barrierefrei." Die Wohnungen dürften mit ökonomischen Grundrissen etwa 60 Quadratmeter groß werden und zu einem Quadratmeterpreis zwischen elf und zwölf Euro zu haben sein.

Architekt Mathias Gussmann musste tüfteln, bis im Spannungsfeld von Vorgaben zu Stellplätzen, Mietpreisen und ökonomischen Gesichtspunkten der aktuelle Entwurf entstand.

"Es ist ein relativ interessantes Grundstück mit Potential durch die Lage am Bahnhof, aber schwierig durch die extreme Höhenentwicklung in geschlossener Bauweise nebenan." Insofern müsse terrassiert werden, so Gussmann, was so viel bedeutet wie die Unterteilung des Gebäudekörpers in mehrere Ebenen. "Das Abtreppen soll sich behutsam an die Kirche angliedern."

Um nicht zu tief in die Erde gehen zu müssen, ist das Erdgeschoss als Hochparterre geplant, darunter befindet sich der auf diese Weise noch belichtete Parkraum. Gewerbe soll ebenfalls angesiedelt werden, im Hochparterre wünschen sich die Investoren zudem ein kleines Restaurant, vielleicht mit sichtbarem Tresen.

"Wir wollen die Immobilie selber halten und langfristig vermieten", erklärten die Bauherren.Das Flachdach könnte begrünt werden und den Nutzern als Dachgarten dienen. Auf diese Weise werden auch ökologische Aspekte berücksichtigt.

Die Fassade soll ansprechend mit Holz und Glaselementen gestaltet, ein "städtisches Ankommen am Bahnhof" dadurch erreicht werden. "Wir wollen ein Gesicht, das zum Bahnhof schaut", so Pollex.

Für die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses klang das insgesamt nach einer "intelligenten Lösung", wie es Norbert Kunz (Linke) formulierte.

Einen Haken gibt es allerdings: Das Projekt ist mit fünf Geschossen geplant, nach dem gültigen Bebauungsplan ist nur eine drei- bis viergeschossige Bebauung zulässig. Aus architektonischer Sicht ist das fünfte Geschoss an dieser Stelle jedoch notwendig, um den Blick zurück zum Bahnhof zu ermöglichen. Die Investoren fanden indes klare Worte: "Wir brauchen eine Antwort von Ihnen - Daumen hoch oder Daumen runter? Unser Architekt hat gezaubert, ausgeknautscht und optimiert bis zum Letzten. Anders geht es nicht. Wenn wir das so nicht bauen können, müssen wir das Grundstück wieder verkaufen."

Falls das Projekt für Falkensee also interessant sein sollte, werden die Stadtverordneten über eine Änderung des entsprechenden Bebauungsplans entscheiden müssen.

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