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"Wir dürfen nicht wegschauen"

Rund 200 Frauen tanzten am Dienstag auf dem Märkischen Platz zum Titel "Break the Chain" von Tena Clark. Auch ein paar Männer waren dabei.
Rund 200 Frauen tanzten am Dienstag auf dem Märkischen Platz zum Titel "Break the Chain" von Tena Clark. Auch ein paar Männer waren dabei. © Foto: ohlwein
Jürgen Ohlwein / 16.02.2017, 09:55 Uhr - Aktualisiert 16.02.2017, 11:01
Rathenow (MOZ) Jede dritte Frau auf der Welt wird in ihrem Leben entweder vergewaltigt oder Opfer schwerer körperlicher Gewalt. Auch in Deutschland erfahren laut einer europäischen Studie 35 Prozent der Frauen ab 15 Jahren körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch den Partner, die Partnerin oder andere Personen. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, findet seit 2013 immer am Valentinstag, 14. Februar, die in den USA ins Leben gerufene Kampagne "One Billion Rising" (zu Deutsch: "Eine Milliarde erhebt euch") statt. Unterstützung gab es auch in

Rund 200 Leute tanzten auf dem Märkischen Platz vor dem Kulturzentrum nach dem Titel "Break the Chain" (Zerbrich die Ketten) von Tena Clark. Dieser ist inzwischen so etwas wie die Hymne der weltweiten Kampagne. Animiert wurden die Rathenower Tänzerinnen und auch Tänzer durch Janine Niezijewski, Jacqueline Herzig und Conny Wonscherowsky.

Nach einem Jahr Pause nahmen die Rathenower 2017 wieder an der weltweiten Aktion "One billion rising" teil, um auf dem Märkischen Platz tanzend gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu protestieren.
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One billion rising

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Mitorganisatorin Catrin Seeger, unter anderem Leiterin des Frauenhauses in der Kreisstadt, zeigte sich erfreut über die Resonanz. "Heute tanzt die ganze Welt und Rathenow tanzt mit. Das zeigt, dass auch wir in Rathenow zusammen stehen und die Opfer von häuslicher Gewalt nicht alleine lassen. Wir dürfen nicht wegschauen. Durch diese Aktion verlieren Betroffene vielleicht die Scham über das Geschehene zu sprechen und trauen sich, ihre Peiniger anzuzeigen", so Catrin Seeger.

Prominente Unterstützung bekam "One billion rising" in Rathenow von der Stadtverordnetenvorsitzenden, Diana Golze (Die Linke), die auch Brandenburgs Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie ist. Sie fand in ihrer Rede klare Worte zum Thema Gewalt an Frauen und Kindern und an die Täter/-innen: "Wir stehen zusammen, wir lassen die Opfer von Gewalt nicht allein. Die Scham für diese Gewalttaten gehört nicht zu den Opfern, sie gehört auf die Seite der Täter". Diana Golze hatte sodann selbst mitgetanzt.

Catrin Seeger hatte 2013 von "One billion rising" erfahren. Es war das Jahr des ersten Tanzens. Die Kampagne wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert. Bis September des Jahres hatten Menschen aus 160 Ländern ihre Beteiligung an den Aktionen zugesagt. Mehr als 5.000 Organisationen hatten sich der Kampagne angeschlossen. "Wenn die ganze Welt tanzt, warum dann nicht auch Rathenow", fragte sich die engagierte Rathenowerin damals und suchte nach Unterstützern. Offene Ohren fand sie bei Janine Niezijewski von Family FitnessSeither konnten sich die teilnehmenden Leute in Tanzworkshops bei Family Fitness choreografisch auf die Aktionen am Valentinstag vorbereiten.

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