to_top_picture
Anmelden
Anmelden

Montag, 26. Juni 2017
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Simone Weber 20.04.2017 13:22 Uhr
Red. Rathenow, redaktion-rn@brawo.de

landkreise/havelland/rathenow/rathenow-artikel/dg/0/

Kein Trudeln in Trier

Milow (MOZ) Zu Ostern werden Hühnereier nach Jahrhunderte alten Bräuchen, wie bei den Sorben noch heute üblich, filigran verziert und an den Osterstrauß gehängt. Dieser Brauch hat seinen Ursprung schon in weit vorchristlicher Zeit. Das Ei galt schon immer als Fruchtbarkeitssymbol; im christlichen Glauben zusätzlich als Symbol der Auferstehung.

landkreise/havelland/rathenow/rathenow-artikel/dg/0/1/1568061/
 

Nele (li.) und ihre Schwester Celine trudelten Eier den Milower Berg hinunter.

© Simone Weber

Im frühen 13. Jahrhundert werden erstmals bunt gefärbte Eier zu Ostern in Deutschland erwähnt. Ende des 17. Jahrhunderts wird der Brauch des Versteckens der Ostereier für Kinder erstmals beschrieben. Ein noch nicht so alter, aber bei den Kindern beliebter Brauch ist das Verschenken von Schokoladeneiern.

Rund um das Osterei gibt es viele regional verschiedene Bräuche. Dazu gehört das Eiertitschen oder das Ostereierwerfen. In Brandenburg weit verbreitet ist das Ostereiertrudeln. Verbunden mit einem Spaziergang am Ostersonntag treffen sich Familien auf Hügeln der Umgebung, wobei die Kinder gegeneinander oder gegen die Großen zu einem "sportlichen Wettkampf" antreten.

Die hart gekochten und gefärbten Ostereier werden den Hang hinunter gerollt. "Profis" legen dazu extra eine kleine Rinne im Sand an. Das Ei, das am weitesten trudelt und noch unversehrt ist, hat gewonnen. Der Sieger bekommt die Eier seiner Mitspieler. Die Spielregeln können regional variieren. Verbreitet ist auch die Variante, bei der dem herunter getrudelten Ei ein weiteres hinterher geworfen und dabei versucht wird, die Eier der anderen Mitspieler zu treffen. Gewinner ist derjenige, der die meisten Eier abschießen konnte und dessen Ei selbst noch heil geblieben ist.

Der Ursprung des im 16. Jahrhundert erstmals erwähnten Brauchs des Eiertrudelns ist nicht eindeutig geklärt. Oft wird er auf heidnische Bräuche zurückgeführt und stammt vermutlich aus dem Spreewald, wo heute noch die slawische Minderheit der Sorben lebt. Auch in den vormals slawischen Nachbarländern Tschechien und Polen ist dieser Brauch bekannt.

Am Ostersonntag kamen trotz des launischen Aprilwetters einige Familien wieder auf den Milower Berg. Für die Möllenhoffs aus Premnitz gehört es seit Jahrzehnten zur Tradition, mit ihren Kindern und jetzt mit den Enkeln zum Eiertrudeln nach Milow zu fahren. Nele und ihre Schwester Celine hatten viel Spaß daran, ihre gefärbten Ostereier vom Gipfel talwärts zu trudeln.

Auch der dreijährige Finn-Luca kam mit seinen Großeltern zum Eiertrudeln. Seine Eltern besuchten die Heimat von Mama Doreen Bastian. 1992 verließ diese Milow und fand an der Mosel, nahe Trier, ihre neue Heimat und ihren Mann. "Den Brauch des Ostereiertrudelns kennen wir bei uns überhaupt nicht", erzählte Marco Bastian. "Auch Osterfeuer, die hier nahezu in jedem Dorf angezündet werden, gibt es bei uns nicht."

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Artikel kommentieren   Lesezeichen setzen   Nachricht an die Redaktion   Druckversion

 Bilder

Regionalnavigator

Landkreisübersicht zurück
Landkreis Havelland
HVL
Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel

Ort, PLZ oder Redaktion

Trauerfälle

Nauen

Lucie Kujawa

* 22. 12. 1922 - † 13. 6. 2017
Nauen

Horst Böttcher

* 27. 7. 1931 - † 11. 5. 2017
Nauen

Arthur Seils

* 21. 8. 1928 - † 5. 5. 2017

Partnersuche

Wetter

In unserem Shop

Rathenow - Einst und Jetzt: „Es gibt eine ganze Reihe von Städten, deren Name in aller Welt bekannt ist, weil er mit den besonderen Erzeugnissen dieser Städte verbunden ist. (…) und so ist auch Rathenow in der Welt bekannt als die Stadt der Optik“, so stand es 1927 in der Chronik des Brillenherstellers Emil Busch. Mit der Erfindung der Vielschleifmaschine durch Johann Heinrich August Duncker entwickelte sich die Havelstadt zu einem einzigartigen Standort der optischen Industrie.

Kontakt

Lokalredaktion Rathenow

Berliner Straße 51
14712 Rathenow
Telefon: 03385 51 98 98 4
Fax: 03385 51 98 98 6