Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bibliotheks-Mitarbeiterinnen lesen für Kollwitz-Schüler der 3. Klasse / Auftakt zu zweiwöchiger Aktion

Märchenhafte Schulstunde

Lesen vor: Gabriele Ukley und Karola Kollath von der Bibliothek "Hans Keilson" lesen den Schülern der 3. Klasse der Käthe-Kollwitz-Grundschule vor. Im Rahmen der "Märchentage", die in dieser und in der kommenden Woche stattfinden, kommt jeden Tag eine and
Lesen vor: Gabriele Ukley und Karola Kollath von der Bibliothek "Hans Keilson" lesen den Schülern der 3. Klasse der Käthe-Kollwitz-Grundschule vor. Im Rahmen der "Märchentage", die in dieser und in der kommenden Woche stattfinden, kommt jeden Tag eine and © Foto: MOZ/Nadja Voigt
Nadja Voigt / 14.11.2017, 07:14 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Am Montag fiel in der Bad Freienwalder Bibliothek "Hans Keilson" der Startschuss für die "Märchentage" in der Kurstadt. Dabei kommt jeden Tag eine andere Schulklasse in den Genuss einer Märchenstunde.

Dunkel ist es in der Bibliothek, der Raum im Keller in der Goethestraße ist phantasievoll mit Bäumen aus dem Stadtwald dekoriert. Ein LED-Projektor wirft geheimnisvolle grüne Lichtpunkte an die Decke. Auf Kissen sitzen und liegen die Kinder der 3. Klasse aus der Grundschule "Käthe Kollwitz" und lauschen Gabriele Ukley und Karola Kollath. Die beiden Mitarbeiterinnen der Bibliothek lesen mit verteilten Rollen "Die Bärenbrüder" - Auftakt der diesjährigen Märchentage.

Diese finden regelmäßig in der Bibliothek statt - in diesem Jahr unter dem Thema "Die Liebe ist eine Himmelsmacht". Zum Thema Liebe und Hass haben deshalb Karola Kollath und Gabriele Ukley Märchen herausgesucht, die, dem Alter der Kinder entsprechend, vorgelesen und erarbeitet werden. Liebevoll und die Phantasie anregend haben die beiden Frauen den Vorlese-Raum hergerichtet. "Wir wollen die Kinder in die Welt der Märchen entführen", sagt Karola Kollath, neben Dolores Swiderek Leiterin der Einrichtung. Rechtzeitig für die Märchentage konnte auch noch der neue Teppichboden verlegt werden. Ein echter Gewinn für die Raumakustik, ist Karola Kollath überzeugt.

Aufmerksam lauschen denn auch die Acht- und Neunjährigen der mit verteilten Rollen gelesenen Geschichte der beiden Bärenbrüder. Darin geht es um die drei Geschwister Kenai, Sitka und Denahi, die in einem Inuit-Stamm in Nordamerika leben. Der jüngste Bruder soll der Tradition gemäß sein hölzernes Totem erhalten, das ihn für den Rest seines Lebens begleiten wird. Doch mit seinem Symbol, dem Totem der Liebe, einem Bären, ist Kenai unzufrieden, weil er es nicht "männlich" genug findet. Die 22 Kinder jedoch, mit denen Deutschlehrerin Sabine Pankow am Montagvormittag in die Bibliothek gekommen ist, zeigten sich begeistert von ihrem Totem. Das hat Gabriele Ukley für die Kinder gebastelt: eine kleine Baumscheibe, die ein Bär ziert. Die bekamen die Kinder zum Ende der märchenhaften Schulstunde überreicht. Natürlich erst, nachdem sie die Fragen zum Leseverständnis alle beantwortet hatten. "Ich finde es gut, dass die Kinder auch mal raus kommen und wir die Angebote der Bibliothek nutzen können", sagte Sabine Pankow. Sie beginne jede ihrer Deutschstunden mit einer kleinen Geschichte. "Denn es ist wichtig, dass die Kinder lesen. Aber auch was sie lesen", weiß die Pädagogin. An oberster Stelle stehe für sie, das Leseinteresse ihrer Schüler zu wecken.

In den Genuss einer märchenhaften Schulstunde kommen in dieser und in der kommenden Woche noch die Fontane-Grundschule, die Insel-Grundschule aus Neuenhagen und die Schweitzer-Schule sowie weitere Klassen aus der Kollwitz-Grundschule. Die "Märchentage", initiiert vom Verein "Märchenland", wurden am 9. November von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke in der Märchenvilla Eberswalde eröffnet. Dort las der SPD-Politiker vor Schülern aus dem Kinderbuch-Klassiker von Sebastian Lybeck "Latte Igel und der Wasserstein". Auf mehr als 800 Veranstaltungen treffen seither und noch bis zum 26. November Schulkinder brandenburgweit auf Märchenerzähler, zu denen auch Politiker, Botschafter und Prominente gehören. Die Märchenstunden finden in über 100 Bibliotheken in Berlin und Brandenburg statt.

Aktionstage des Vereins Märchenland:


■ Im Jahr 2004 wurde Märchenland - Deutsches Zentrum für Märchenkultur gegründet, um das Kulturgut Märchen in der Gesellschaft zu verankern. Es ist das einzige Zentrum seiner Art in Deutschland und versteht sich als Institution für das traditionsgebundene und literarische Genre der Märchen, Sagen und Geschichten. Der Berliner Verein organisiert jedes Jahr europaweit mehr als 1.500 Veranstaltungen.
■ "Märchen, Mythen und Legenden sind das Gedächtnis der Völker", so der Verein. "Sie verbinden Epochen und Generationen, indem sie Werte und Selbstverständnis der Gemeinschaften überliefern, die sie hervorgebracht, weiterentwickelt und tradiert haben. Eindrücklicher als alle schriftlich niedergelegten Regeln des sozialen Miteinanders vermitteln Märchen seit Jahrtausenden gesellschaftliche Grundsätze." Er sieht in dieser Tradition eine innovative Kraft und arbeitet mit dem Kulturträger Märchen aktiv in der Jugendbildung.
■ Nähere Informationen unter www.maerchenland.de

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG