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Erstes Regionalforum zur Inklusion in Bad Freienwalde fordert mehr Gleichberechtigung für Behinderte

Stadt räumt Barrieren zum Internet

Begrüßung: Max Kleemann und Philip Jahns eröffneten das Regionalforum musikalisch.
Begrüßung: Max Kleemann und Philip Jahns eröffneten das Regionalforum musikalisch. © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 14.11.2017, 19:45 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Eine barrierefreie Internetseite für die Stadt Bad Freienwalde mit einer für alle Menschen verständlichen so genannten "leichten Sprache" ist ein Ergebnis des ersten Regionalforums für Inklusion in Märkisch-Oderland.

"MOL für alle" ist der Name des Projektes, das Stephanus-Stiftung, Landkreis Märkisch-Oderland und Aktion Mensch finanziert haben, um die Inklusion in Märkisch-Oderland voranzutreiben. Inklusion bedeutet, das alle Menschen - einschließlich Behinderten und Ausländern - "eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe am kulturellen, touristischen und gesellschaftlichen Leben" haben. So lautete jedenfalls der Arbeitstitel, sagte Sven Gräßer von der Stiftung Sozialpädagogisches Institut (SPI) in seiner Einführung. Die Stiftung hat den Auftrag, die Inklusion im Landkreis mit den Regionen umzusetzen.

Die regionale Steuerungsgruppe mit Bürgermeister Ralf Lehmann (parteilos), Roman Bourwieg, Werkstattleiter der Stephanus-Stiftung und Tourismus-Geschäftsführer Andreas Hensel bereiteten das Regionalforum vor und legten die Themen fest. Die Bad Freienwalder entscheiden sich für leichte Sprache, barrierefreies Internet und das neue Teilhabegesetz.

Noch in diesem Jahr sei ein Regionalforum in Seelow geplant, sagte Sven Gräßer. Die Themen stehen noch nicht fest, denn Seelows Bürgermeister Jörg Schröder (SPD) sei dabei, die Steuerungsgruppe zusammenzustellen. Nächstes Jahr seien weitere Regionalforen im berlinnahen Raum in Hoppegarten und Neuenhagen bei Berlin sowie in Müncheberg und Buckow vorgesehen. Dort erwarte er andere Schwerpunkte wie beispielsweise geeignete Wohnungen für Behinderte zu finden. Dies sei in der Region um Bad Freienwalde kein Thema.

Nach Kurzvorträgen teilten sich die etwa 40 Teilnehmer des Forums in Gruppen und diskutierten über die gesetzten Themen in drei Workshops. Das Thema "Inklusion" in Bad Freienwalde ist durch Wohnstätten und Werkstätten der Stephanus-Stiftung sowie die Laurentiusschule nicht neu. Seit fünf bis sechs Jahren gibt es das Projektder Barrieredetektive, das Maren Köpke vom Jugend-, Kultur-, Bildungs- und Bürgerzentrum OFFI vorstellte. Schüler testeten dabei, inwieweit die Geschäfte in der Bad Freienwalder Innenstadt für Behinderte barrierefrei zugänglich sind. Auch Freizeiteinrichtungen wie das Freibad oder die Kurstadthalle werden überprüft.

Sabine Baarsch vom Verein zur Förderung von Beschäftigung und Qualifizierung schilderte, wie der VFBQ versucht, Langzeitarbeitslosen über seinen Sozialbetrieb eine Teilhabe am Leben zu ermöglichen und sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Langzeitarbeitslose sind Menschen, die mehr als ein Jahr keine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufgenommen haben.

Die Tourismus GmbH habe den Auftrag, die Homepage der Stadt barrierefreier und in leichter Sprache zu gestalten, erklärte Bad Freienwaldes Bürgermeister als Fazit. Dies bedeutet, dass beispielsweise Sehbehinderte, deren Computer durch ein Zusatzgerät die Texte per Lautsprecher wiedergibt, die Internetseite der Stadt nutzen können. Dafür sind bestimmte gestalterische Darstellungen erforderlich.

Zwar habe die Stadtverwaltung die Verpflichtung, das Teilhabegesetz umzusetzen, sie könne das aus wirtschaftlichen Gründen jedoch nicht vollkommen realisieren. "Wir hatten früher eine Telefonistin mit Handicap", sagte Ralf Lehmann. Die Stelle sei gestrichen worden und könne nicht wiederbelebt werden. Indem die Stadt jedoch den Stephanus-Werkstätten Aufträge in der Grünanlagenpflege erteile, sichere sie Arbeitsplätze für behinderte Menschen.

Die Stadt wolle ihren Einfluss geltend machen, dass Fahrpläne der Bahn und der Barnimer Busgesellschaft in leichter Sprache formuliert werden, so der Bürgermeister. Eine Mitarbeiterin der Stiftung SPI absolviert gerade darin eine Weiterbildung.

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