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Der neue Heimatkalender erinnert an zwölf Einkehrmöglichkeiten in Wort und Bild

In Rüdersdorf gab es einst 38 Gaststätten

Gaststätte Waldkater um 1960, gemalt von Max Gielow
Gaststätte Waldkater um 1960, gemalt von Max Gielow © Foto: Jürgen Kreowski
Irina Voigt / 15.11.2017, 06:47 Uhr
Rüdersdorf (MOZ) Im kommenden Jahr widmet sich der von den Rüdersdorfer Heimatfreunden herausgegebene Kalender den Gaststätten. Rund 60 Gaststätten und Einkehrmöglichkeiten gab es einst in Rüdersdorf und den Ortsteilen, was aber heute nicht mehr genau zu belegen sei, wie die forschenden Heimatfreunde dazu recherchierten. Nach der Bildung der Großgemeinde Kalkberge 1932 wurden 38 Gaststätten, drei Betriebskantinen und das Clubhaus des Rudervereins gezählt. Viel ist von dieser Gastlichkeit heutzutage nicht mehr übrig geblieben. Im Rüdersdorfer Heimatkalender fürs nächste Jahr wird jetzt an zwölf Restaurants erinnert.

Der Jahresreigen startet mit dem "Waldkater" im Seebad 31. Dazu passend wurde das Titelbild ausgewählt. Max Gielow (1901-1991) hat es gemalt. Gielow hatte eine Berufsausbildung als Maler und Anstreicher. Als Laienmaler hat er mit "kleinem Pinsel" markante Motive im Bild festgehalten. Das Titelbild des Heimatkalenders ist ein Beispiel dafür. Einige weitere Werke bekamen die Rüdersdorfer Heimatfreunden geschenkt.

"Die Inhaber dieser Gasthäuser boten ihren Besuchern sehr unterschiedliches Ambiente. Vom einfachen Bierausschank an der Theke oder einem gemütlichen Restaurant mit einem reichhaltigen Angebot von Speisen und Getränken bis hin zum Hotel mit zeitgemäßer Ausstattung konnten die Gäste je nach Bedarf und Geldbeutel wählen", heißt es im Begleittext des Kalenders.

Dass diese Lokale nebeneinander existierten und den Gastwirten ein einträgliches Geschäft sicherten, sei nicht nur auf die steigenden Beschäftigungszahlen im Tagebau und in der Kalk- und Zementindustrie zurückzuführen. Denn für viele Arbeiter wurde es zur Gewohnheit, auf dem Heimweg nach der staubigen Schicht ein Bierchen - eine Molle oder ein kühles Blondes - zu genießen.

Rüdersdorf wurde durch die Eisenbahn, die Dampfschifffahrt und die Straßenbahn für Besucher aus der Umgebung sowie auch für Geschäftspartner der Rüdersdorfer Firmen gut erreichbar. Zeitgleich gründeten sich ab 1870 eine Vielzahl von Vereinen. Diese wählten sich eine standesgemäße Gaststätte als Vereinslokal, das zum Mittelpunkt für die Vereinsarbeit wurde. Und nicht nur das. Der Verschönerungsverein machte es sich zur Aufgabe, die Attraktivität des Ortes für Ausflügler, wie z. B. mit der Errichtung des Aussichtsturms und der Pflege von Wegen, zu erhöhen. Ein Bürgerverein rührte die Werbetrommel mit Veröffentlichung von Prospekten und Inseraten. Diesen Initiativen schlossen sich Gastwirte an. Besonders unweit der Dampferanlegestellen erweiterten sie ihre Angebote mit Kino-, Ball- und Konzertsälen, Gartenterrassen, Kegelbahnen und Theaterbühnen.

Die Kalender gibt es für fünf Euro in der Bücherstube Hoffmann und in der Bäckerei Friedrich.

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