Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Solidarische Landwirtschaft setzt auf neun Hektar gemeinschaftliches Landeigentum

Basta-Gärtner lösen Landproblem

© Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 30.08.2017, 06:20 Uhr
Wollup/Basta (MOZ) Der "Bio&Basta"-Hof auf dem Vorwerk Basta in der Gemeinde Letschin sucht derzeit Miteigentümer zur langfristigen Sicherung einer neun Hektar großen Ackerfläche im Rahmen eines neuen Eigentumsmodells.

Mit dem Bericht "Basta am Scheideweg" hatte die MOZ bereits vor drei Jahren über das Ringen der Solidarischen Landwirtschaft in Basta um die Sicherung der Produktionsfläche informiert. Heute ist dafür der Begriff "Community Supported Agriculture" (CSA), also "gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft", gebräuchlicher. Jetzt gibt es einen Lösungsweg aus dem Land-Dilemma. "Unser Hof wird von ungefähr 300 Mitgliedern in Berlin und hier vor Ort getragen, die uns monatlich einen Pauschalbetrag überweisen. Dafür bekommen sie alles erzeugte Gemüse kostenlos", erläutert Gärtner Oliver Jahn, der den Hof 2013 mit vier Kollegen und Kolleginnen begründet hat, das CSA-Wirtschaftsprinzip. "Zum Start unseres Projektes waren wir sehr froh, dass wir auf dem alten Vorwerk Basta eine geeignete Gemüselandfläche und gleich daneben auch noch die passenden Gebäude gefunden haben" fährt seine Kollegin Anna Covelli fort. "Doch das Land gehörte der BVVG und sollte verkauft werden. Unser Projekt stand vor dem Aus." Inzwischen waren die Bodenpreise massiv gestiegen. "Um den Kauf aus den Erträgen zu finanzieren, hätte das Land höchstens ein Drittel kosten dürfen", rechnet die Gärtnerin vor.

Auf der Suche nach Alternativen stieß die Gruppe auf die in Hitzacker (Elbe) ansässige Kulturland-Genossenschaft. "Die Kulturland eG wurde von Biobauern und Beratern entwickelt, um regional eingebundenen Öko-Höfen bei der Flächensicherung zu helfen", erläutert Titus Bahner, geschäftsführender Vorstand. "Kunden, Freunde und Unterstützer eines Hofes können über uns eine Nutzfläche als gemeinschaftliches Eigentum erwerben und sie dem Bauern ihres Vertrauens langfristig zur Verfügung stellen. Sie helfen so nicht nur dem Hof, sondern auch sich selber, indem sie ein Stück Land für die Zukunft ihrer Kinder bewahren."

Zur Unterstützung von Hof Basta hat die Genossenschaft den Kauf der genannten Fläche zunächst vorfinanziert. Unter dem Motto "Dein Land für Morgen" kann man sich nun mit Anteilen zu 500 Euro beteiligen und Miteigentümer des Grundstücks werden. Sieben Anteile zu 500 Euro ermöglichen die Sicherung von 2000 Quadratmetern Ackerfläche im Oderbruch. Dies ist der Anteil landwirtschaftlicher Nutzfläche, der zur vollständigen Versorgung einer Person mit Nahrungsmitteln ausreicht. "Aber auch jeder kleinere Betrag ist hilfreich", ergänzt Vorstand Titus Bahner.

180 000 Euro wurden insgesamt gebraucht, drei Viertel der Summe sind bereits eingeworben. "Durch die Beteiligung vieler Menschen am Flächenkauf entsteht so etwas wie eine neue Allmende, gemeinschaftliches Eigentum", meint Oliver Jahn, und Anna Covelli ergänzt: "Für uns als Gärtner ist das zunächst mal ungewöhnlich, dass uns eine Gruppe von Leuten das Land zur Verfügung stellt. Aber eigentlich bringt es nur Vorteile. Diese Menschen interessieren sich ja für unseren Hof. Wir laden sie zu Führungen ein. Die Landeigner wollen uns unterstützen". Der CSA-Hof Basta baut über 50 Sorten biologisches Gemüse in zwei Gewächshäusern und im Freiland an, dazu Kartoffeln, Kräuter und Brotgetreide.

Wer den Hof mit einer Beteiligung bei der Sicherung der Fläche unterstützen will, erhält Informationen unter Telefon 033475 14 50 06 oder unter www.kulturland-eg.de.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG