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THW-Ortsverband Seelow feierte auf Schloss Trebnitz 25-jähriges Bestehen / Von Beginn an Partnerschaft mit polnischer Wehr

Dank und Respekt für die Helfer

Seit 25 Jahren in Freundschaft verbunden: Ryszard Kusiellak (v.l.) und Tadeus Nowak von der Freiwilligen Feuerwehr Debno (Neudamm) gratulierten dem Ortsbeauftragten des THW Seelow Thomas Schwarz und seinem Vorgänger Peter Strohbach zum Jubiläum.
Seit 25 Jahren in Freundschaft verbunden: Ryszard Kusiellak (v.l.) und Tadeus Nowak von der Freiwilligen Feuerwehr Debno (Neudamm) gratulierten dem Ortsbeauftragten des THW Seelow Thomas Schwarz und seinem Vorgänger Peter Strohbach zum Jubiläum. © Foto: MOZ/Grieger
Ulf Grieger / 14.11.2017, 07:14 Uhr - Aktualisiert 14.11.2017, 15:23
Trebnitz (MOZ) Der Ortsverband Seelow des Technischen Hilfswerkes (THW) hat im Schloss Trebnitz sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Gäste aus Politik, polnischer Feuerwehr und von freiwilligen Feuerwehren der Region gratulierten.

In seiner Festansprache würdigte Dirk Ulrich, Referatsleiter Einsatz des Landesverbandes Berlin, Brandenburg und Sachsen Anhalt die Leistungen der Seelower Helfer in den vergangenen 25 Jahren. Er erinnerte an die Pionierrolle der Seelower, unter deren Dach auch die Außenstellen Eberswalde und Prenzlau entwickelt wurden. Geprägt wurde die Entwicklung durch Persönlichkeiten wie Peter Strohbach, Lutz Ahnert und Thomas Schwarz, so Ulrich. Von Beginn an wurde eine enge Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, dem Deichverband und den Partnern in Polen gepflegt. Ausdrücklich bedankte sich Ulrich bei der Bundespolitik für die nun wieder tragfähige Finanzierung der Ortsverbände. Er verschwieg aber auch nicht die Probleme in punkto Nachwuchsgewinnung. Begleitet wurde sein Vortrag durch eine Bilder-Präsentation, die die befreundete Feuerwehr Debno zum Jubiläum gestaltet hatte.

Herzlich wurden mit Ryszard Kusiellak und Tadeus Nowak von der Feuerwehr Debno zwei langjährige Partner des Ortsverbandes begrüßt. Tadeus Nowak erinnerte an gemeinsame Ausbildungstreffen, an Einsätze beim Hochwasser 1997 und Schulungen. Gemeinsam mit Einsatzkräften aus Holland und Berlin wurden Übungen organisiert. "Peter Strohbach hat immer eine Lösung gefunden und nie gesagt, was bekomme ich dafür", erklärte der Leiter der Debnower Feuerwehr.  

Der  Ortsverband Seelow des Technischen Hilfswerkes (THW) hat im Schloss Trebnitz sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Gäste aus Politik, polnischer Feuerwehr und  von freiwilligen Feuerwehren der Region gratulierten.
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25 Jahre THW-Ortsverband Seelow

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Der Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz (CDU) bedankte sich für die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. Persönlich habe er das bei den fünf Dampfpflügen-Veranstaltungen in Friedersdorf erleben können. Marwitz hob insbesondere die Zusammenarbeit mit den polnischen Partnern hervor. Gerade in Zeiten, da es zwischen den beiden Ländern nicht die besten Beziehungen gebe, sei er dafür sehr dankbar. Als eine wichtige Aufgabe der beginnenden Legislaturperiode sehe er es an, bundespolitisch Voraussetzungen zu schaffen, die den Fortbestand der ehrenamtlichen Arbeit im Katastrophenschutz sichern helfen. "Ich frage mich heute, ob es so klug war, die Wehrpflicht auszusetzen", sagte er. Denn damit fiel auch der Zivildienst weg, der wesentlich dazu beigetragen hatte, dass sich junge Leute für zehn Jahre freiwilligen Dienst in der Feuerwehr und im THW verpflichteten. "Pflicht ist ein veraltetes Wort geworden. Wir können dankbar sein, dass 50 Prozent der Bürger in Deutschland in einem Ehrenamt aktiv sind. Aber wird das in der nächsten Generation noch so sein?", fragte Marwitz. Er regte an, über ein verpflichtendes soziales Jahr nachzudenken. Diese Idee will er im Bundestag vorantreiben.

Simona Koß (SPD), neben Bettina Fortunato (Linke) und Kristy Augustin (CDU) eine von drei Landtagsabgeordneten, bekannte, dass ihr angesichts der wichtigen integrativen und zum Teil sogar inklusiven Arbeit des THW-Ortsverbandes das Herz aufgehe. Sie betonte das soziale Engagement des THW in der Kita "Frechdachse" und auf dem Schweizerhaus-Areal in Seelow. Hartmut Sommer, Fachdienstleiter Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt, überbrachte das Grußwort des Landrates. Sommer, über viele Jahre Arbeitskollege von Peter Strohbach, betonte die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Er regte eine engere Zusammenarbeit im Jugendbereich an. Der Bürgermeister von Seelow, Jörg Schröder, bedankte sich insbesondere bei Peter Strohbach und Thomas Schwarz. "Vom THW habe ich noch nie ein Nein gehört", lobte er. Der THW-Ortsbeauftragte von Eberswalde, Mirko Wolter, gratulierte stellvertretend für seine ebenfalls angereisten Kollegen aus Prenzlau, Frankfurt und Cottbus. Der ehemalige Ortsbeauftragte von Seelow, Peter Strohbach, wurde für seine 25-jährige Zugehörigkeit zum THW geehrt.

Kommentar: Pflichten wieder zeitgemäß

Die Jugend muss wieder pflichtbewusster werden? Dieser Gedanke von Hans Georg von der Marwitz klingt zunächst nach dem altbekannten Ausruf älterer Zeitgenossen: "Diese Jugend von heute!" Aber die Erfahrungen seit der Abschaffung des Zivildienstes in Folge der Wehrdienst-Aussetzung zeigen tatsächlich: Die verpflichtende Hinwendung zur Gesellschaft geht verloren.Doch, wenn man schon junge Leute für ein Jahr dazu verpflichten will, der Gesellschaft zu dienen, dann sollte man gleichzeitig die unbezahlten Praktika ganz gezielt eindämmen. Junge Leute brauchen Starthilfen und Orientierung. Und wenn zum Beispiel junge Ärzte und Lehrer, wie es einmal üblich war, ihre ersten Berufserfahrungen dort machen müssen, wo es die Gesellschaft am dringendsten benötigt, gäbe es einige Sorgen im ländlichen Raum weniger. Somit ist der Ruf zu mehr Verpflichtung sehr zu begrüßen.Ulf Grieger

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