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Geschäftsmann Peter Fritz und Klinik-Chefin Sandra Bandholz erläutern Neubaupläne Jenseits des Sees

Mit Modell zum Ausschuss

Zur Veranschaulichung: Zum Ausschuss hatte Peter Fritz ein Modell des Klinik-Neubaus mitgebracht. Es entspricht nicht ganz den aktuellen Planungen, die näher an den Amselweg herangerückt sind.
Zur Veranschaulichung: Zum Ausschuss hatte Peter Fritz ein Modell des Klinik-Neubaus mitgebracht. Es entspricht nicht ganz den aktuellen Planungen, die näher an den Amselweg herangerückt sind. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Uwe Spranger / 11.01.2017, 17:07 Uhr
Strausberg (MOZ) Der geplante Neubau für die Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg am jenseitigen Seeufer hat im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung einhellige Zustimmung gefunden. Zuvor hatten Mäzen Peter Fritz und Klinik-Geschäftsführerin Sandra Bandholz Rederecht.

Den aktuellsten Stand der Planungen stellte das Modell, dasFritz und die Klinik-Chefin mitgebracht hatten, nicht dar. Es sei schon im Mai vorigen Jahres entstanden und werde noch überarbeitet, erklärte der Geschäftsmann, der gut 15 Jahre das Handelscentrum in Strausberg geführt hatte. Dennoch lieferte es ein anschauliches Bild über das 20-Millionen-Projekt zugunsten chronisch kranker Kinder und deren Familien.

Fritz stellte noch einmal klar, dass man für die Rehabilitation der Patienten einen Solitärstandort im Wald mit viel Ruhe gesucht habe. Die terrassenförmigen Gebäude brächten viel Licht in die Räume, da die Häuser mit etwa zehn Metern Höhe deutlich unter den Baumwipfeln (18 bis 20 Meter) blieben. Zudem machte er deutlich, dass er mit möglichst viel Holz arbeiten wolle.

Fritz, der mit einem Teil des Erlöses aus dem Verkauf seiner Einkaufszentren in Bernau und Strausberg an die TLG Immobilien eine Stiftung mit seiner Frau Ingeborg gegründet hat, die den Neubau finanziert, machte deutlich, dass das Grundstück auf den ersten Blick billig erscheine, weil es als derzeit Wald für knapp einen Euro pro Quadratmeter angeboten wird. Neben den Aufbauten kämen aber auch noch Kosten für Straßenbau - für das Projekt soll der Amselweg ausgebaut werden - und Waldumwandlung hinzu. Die Stiftung sei zunächst mit zwei Millionen Euro ausgestattet worden, sagte der 75-Jährige auf eine Nachfrage, was denn im Fall einer Pleite passieren könnte. Das sei ein solider Grundstock, mit dem bereits einiges bezahlt werden könnte. Vertreter der Stadtverwaltung fügten hinzu, dass es für den Fall der Fälle die Bestimmungen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans sowie ein Wiederkaufsrecht mit genauen Regelungen gebe. Passagen zu einer eventuellen Weiterverwendung befänden sich "in Klärung", hieß es.

Klinik-Chefin Sandra Bandholz hob hervor, dass man ohne Peter Fritz die Neubaupläne wohl nie hätte verwirklichen können, denn auch das "operative Geschäft", die tagtägliche Arbeit, müsse sichergestellt werden. Bürgermeisterin Elke Stadeler stimmte ihr zu: Es sei "ein großes Glück", dass Fritz mit seiner Stiftung das Projekt umsetze. Sie erinnerte daran, dass sie "seit 2011 in jedes Ministerium gelaufen" sei, um Geld für das Vorhaben einzuwerben - erfolglos. Am derzeitigen Standort der Klinik in den früheren Häusern des DDR-Politbüros in der Waldsiedlung bei Bernau seien die Bedingungen nicht ideal und könnten aus Denkmalschutzgründen auch nicht verändert werden. Fritz versprach, dass es eine "angemessene" Miete für die Einrichtung geben werde und die Refinanzierung über einen langen Zeitraum angelegt sei. "Mindestens 40 Jahre. Das werde ich nicht mehr erleben", so der Berliner.

Obwohl im Bauausschuss Bewohner der Siedlung Jenseits des Sees insbesondere Bedenken zu den Parkmöglichkeiten geäußert hatten, sprach die Bürgermeisterin von einer "positiven Grundhaltung" zu dem Projekt in dem Stadtviertel. Die Befürchtungen seien aufgrund von Erfahrungen mit der Seniorenresidenz verständlich und würden auch ernst genommen, sagte sie. Baufachbereichsleiterin Birgit Bärmann hatte im Bauausschuss angekündigt, die nötige Zahl der Stellplätze ergebe sich aus der Stellplatzsatzung der Stadt. Die sieht bei "Krankenanstalten" je nach Bedeutung jeweils einen Parkplatz für drei oder sechs Betten vor, für Sanatorien und "Kuranstalten" einen pro fünf Betten. Bei Altenpflegeheimen liegt das Verhältnis bei 1:10.

Birgit Bärmann erinnerte im Hauptausschuss noch einmal an die frühzeitige Bürgerbeteiligung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan am 21. Februar um 18.30 Uhr im Verwaltungsgebäude und die wahrscheinlich im Herbst stattfindende Auslegung der Planungsunterlagen. Danach würden Anregungen und Kritiken von den Stadtverordneten abgewogen.

Der Kaufvertrag für das städtische Grundstück wie auch der Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan erhielten im Hauptausschuss vollen Rückhalt. Ebenso die nötige Änderung des Flächennutzungsplans. Die umfasst auch den Bereich des früheren Ferienheims, dessen Ruinen die Stadt in Kürze abreißen lassen will - aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. War die Fläche bislang als "weißer Fleck" von Zukunftsplanungen ausgespart, soll mit der Änderung dort Wald ausgewiesen werden. Die Vorlagen müssen nun noch am 26. Januar durch die Stadtverordnetenversammlung.

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