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Sozialpark-Programm reicht unter dem Ziel Integration von Lernförderung über Kultur bis zur Ombudsfrau

Butterfest treibt den Winter aus

Besprechung: dabei sind Marina Kohring, Jana Fengler, Tamara Kling, Ludmilla Geier (linke Reihe v. l.) sowie Tanja Waschinski, Margarita Zeitler, Oksana Noureddina (rechte Reihe v. l.
Besprechung: dabei sind Marina Kohring, Jana Fengler, Tamara Kling, Ludmilla Geier (linke Reihe v. l.) sowie Tanja Waschinski, Margarita Zeitler, Oksana Noureddina (rechte Reihe v. l. © Foto: MOZ/Detlef Klementz
Detlef Klementz / 15.02.2017, 07:30 Uhr
Strausberg (MOZ) Der Sozialpark Märkisch-Oderland ist eine wichtige Anlaufstelle für Spätaussiedler und Asylbewerber. Mit seinen vielfältigen Angeboten kümmert sich der Verein sowohl um Erwachsene als auch um Kinder.

Aus dem Essenraum der Küche dringt lautes Lachen. Es geht locker zu bei der alltäglichen Frühbesprechung. Die Mitarbeiterinnen des Sozialparks MOL sitzen bei Kaffee und Tee an zusammengestellten Tischen, wo später Mittag gegessen wird. Vorstandsmitglied Marina Kohring koordiniert, spricht die aktuelle Veranstaltung an. Es ist der traditionelle Dienstags-Treff, bei dem es diesmal um "Neues zur Pflege" geht. Ansonsten wird gefragt, wer Unterstützung braucht, ob Außerplanmäßiges anliegt? Dann machen sich die Frauen an die Arbeit.

Ludmilla Geier zum Beispiel fängt in der Küche schon mit den Vorbereitungen für das Mittagessen an. Was sie kochen wird?, möchte Marina Kohring wissen. "So etwas Ähnliches wie Pelmeni", antwortet Ludmilla Geier. Für die gefüllten Teigtaschen - ein russisches Nationalgericht - meldet sich die Fragende an diesem Morgen nicht an. Ludmilla Geier braucht sich aber keine Sorgen machen, dass sich nicht genug Mitesser finden. "So um die 30 Kinder werden bestimmt wieder kommen", sagt sie aus Erfahrung.

Die Jungen und Mädchen machen beim alternativen Kinderprojekt mit, das der Sozialpark betreut. Dazu gehört nach der Schule das gemeinsame Mittagessen, dann werden unter Aufsicht Hausaufgaben gemacht, es gibt eine Lernförderung und natürlich wird auch ausgiebig gespielt. Die Kinder kommen vor allem aus Tschetschenien, Syrien und Irak. Auch die Eltern sind stets eingeladen. "Wir könnten noch mehr Kinder betreuen", sagt Marina Kohring. Aber die Platzkapazität im Sozialpark-Domizil sei begrenzt. Zudem fehlten ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich um die Kinder kümmern könnten. Im Verein denkt man beispielsweise an frühere Lehrer. Aber es müsse eben ehrenamtlich sein, wird mehrfach betont, finanzielle Mittel stünden dafür leider nicht zur Verfügung.

Das Kinderprojekt ist nur eins der vielfältigen Angebote. Den meisten Zulauf hat die Beratungsstelle. Dort können Bedürftige täglich ihre Fragen zu Wohngeld, Kindergeldanträgen, Ansprechpartnern und anderen Dingen, die sie bewegen, vorbringen.

Interesse gibt es auch an den Deutsch-Kursen, um die sich die gebürtige Ukrainerin Oksana Noureddina kümmert. Für Informationen allgemeiner Art fühlt sich Tamara Kling zuständig. Neben ihrem Monatsblatt "Unser neues Leben" für russischsprachige Spätaussiedler aus Russland und Kasachstan gibt sie auch Infoblätter für Flüchtlinge in Russisch, Deutsch, Englisch und Arabisch heraus.

Damit nicht genug: Im Sozialpark-Verein kann man auch zweimal im Monat eine Ombudsfrau beziehungsweise einen Rechtsanwalt konsultieren. Zudem gibt es regelmäßig eine Gesundheits-/Pflegeberatung. Angedacht ist schließlich noch eine Bürgersprechstunde vom Jobcenter.

Und dann ist da noch die Regionale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen in der Region Strausberg (Rekis), deren Arbeit Marina Kohring koordiniert. Sie hält zu fast 40 Gruppen im südlichen Bereich des Landkreises Kontakt. Dass auch sie unter dem Dach des Sozialparks agieren, findet sie richtig. "Das gemeinsame große Ziel ist Integration", sagt sie. "Egal ob Migranten, Asylbewerber oder chronisch Kranke, sie alle sollen ihr Leben genießen und wir helfen dabei, so gut wir können."

Der Blick auf den Jahreskalender zeigt, dass auch 2017 wieder zahlreiche Veranstaltungen geplant sind. Als Nächstes stehe am 22. März Masleniza, berichten Marina Kohring und Ludmilla Geier. Mit dem Butterfest wird der Winter ausgetrieben. Gerade wird das Programm erarbeitet.

Nicht nur zu diesem Anlass würde sich der Verein über ein großes Festzelt freuen. Dafür sucht der Verein einen Sponsor. "Wir hätten nur eine Spendenquittung", heißt es.

Kontakt: Sozialpark MOL, Am Annatal 57, Tel. 03341 471381

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