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Freier Fall durch

Heiner Krafzik / 29.07.2009, 08:00 Uhr
() Mit der schlechtesten Saison seit Bestehen nahmen die Fußballer vom MSV Hanse gleich zweimal Abschied: aus der Landesklasse Ost und nach der Fusion mit dem SV Eintracht vom alten Namen. Nach erfolgreichen 15 Jahren, in denen es der Verein sogar bis in die Verbandsliga geschafft hatte, setzte vor drei Jahren der freie Fall ein. Zahlreiche Abgänge von Leistungsträgern dezimierten das Team. Dieser Substanzverlust konnte nicht kompensiert werden. Hinzu kamen noch langzeitverletzte Spieler wie Frea, Schneider, Hemmerling, Klimaszewski und Pilczuk. Zudem ließen Torwart-Probleme und Schichtarbeit den ohnehin schon dünnen Kader in der Qualität noch weiter schrumpfen.

Die Trainer Mirko Schröder und Wolfgang Stauffer wurden vor jedem Spiel mit neuen Personalproblemen konfrontiert, so dass beide gezwungen waren, selbst noch einmal die Schuhe für ihre Mannschaft zu schnüren. Große Leistungsschwankungen und notgedrungene Improvisationen prägten die gesamte Landesklasse-Saison. Bei 41 eingesetzten Spielern halfen am Ende auch die Neuzugänge Peschke und Firlus zur Rückrunde nichts mehr, weil die entscheidenden Begegnungen durch desolate Defensivleistungen verloren wurden.

Gerade einmal 31 erzielte Treffer stehen 104 Gegentoren gegenüber. So etwas hatte es bei Hanse noch nicht gegeben. Nur vier Akteure schafften in der Saison mehr als 20 Einsätze. Der Rest begnügte sich mehr oder weniger mit Kurzauftritten. So muss man sich zumindest bei den zuverlässigen Spielern bedanken, die ihre Trainer nicht enttäuschten.

Niederlagen mit fünf oder sechs Toren Unterschied waren keine Seltenheit. Die höchste Klatsche gab es daheim beim 2:8-Debakel gegen Petershagen-Eggersdorf. Bei den Torschützen ragten Radtke mit 7 Treffern, gefolgt von Firlus (5), Peschke, Martyniak und Lenk (je 4) heraus. Mit 44 Gelben, zwei Gelb-Roten und zwei Roten Karten gewann die Mannschaft wenigstens den Fairplay-Pokal. Das allerdings war ein überaus magerer Trost für den vorletzten Tabellenplatz. So kam die Hanse-Kogge nicht nur ins Wanken, sondern ging sang- und klanglos unter.

In Zukunft wird wohl auch in anderen Frankfurter Vereinen die personelle und finanzielle Basis eine entscheidende Rolle spielen. Weitere Fusionen sind unumgänglich, um weiterhin auf Landesebene Fußball spielen zu können. Um dieser Perspektivlosigkeit zu entgehen, hat der MSV Hanse mit dem SV Eintracht kurzfristig einen Partner gefunden, mit dem er auf Augenhöhe am 19. Juni eine Fusion vollzog. Beide Vereine werden in der neuen Landesklasse-Saison unter dem Namen Märkischer Sportverein Eintracht Frankfurt den Punktspielbetrieb aufnehmen. Eine personelle und finanzielle Bündelung, aus der sich künftig eine neue Qualität entwickeln soll.

Saisonstatistik des MSV Hanse (Spieler, Einsätze, Tore): Christian Schneider (16/1), Stefan Tesch (7/0), René Töpfer (13/1), Maciej Mroczek (8/0), Lukasz Martyniak (20/4), Christian Heinl (14/1), Sebastian Hoffman (7/0), Christian Schmidt (6/0), Wolfgang Stauffer (8/0), René Firlus (14/5), André Radtke (21/7), Jens Schmidt (3/0), Dennis Dose (19/0), Matthias Hemmerling (6/0), Jakub Pilczuk (23/0), Denis Jegorow (24/0), Andy Peschke (13/4), Maik Bahro (12/0), Marius Reinke (11/0), Daniel Dreißiger (9/0), Mirko Schröder (6/0), Volker Podlawski (12/0), Felix Erdmann (4/0), Pierre Haase (2/1), Ivo Sieber (1/0), Benjamin Prochnow (1/0), Marcus Wodtke (6/0), Rafal Lenk (13/4), René Müller (3/0), Thomas Hensel (5/0), Stephan Harnisch (7/0), Silvio Paulke (1/0), Wolfgang Schomburg (6/0), Alexander Meinel (1/0), Steve Berthold (3/0), Benjamin Treitschke (4/0), Monem Frea (4/2), Christian Pschowski (3/0), Jan Utke (3/0), Pawel Pilczuk (2/0)

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