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Irina Voigt 18.05.2017 06:00 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

landkreise/maerkisch-oderland/strausberg/artikel8/dg/0/

Sie kämpften fü dars Recht, anders zu sein

Rüdersdorf (MOZ) Der 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homophobie. In Seelow, Müncheberg und Rüdersdorf wurden in der Öffentlichkeit Zeichen gesetzt, die dem Anliegen dieses Tages entsprechen. Regenbogenflaggen vor den Rathäusern und Gespräche. "Wir wollten aber eben nicht nur eine Fahne hissen", sagt Bürgermeister André Schaller. Im vorigen Jahr war es eine Fotoausstellung im Rathaus, in diesem Jahr "ist es ein lokales Thema, das wir aufgreifen", sagte Schaller.

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Weitere Tafel im historischen Ortsrundgang: An der Peter-Lübkes-Brücke wurde am Mittwoch eine Gedenktafel an die beiden Rüdersdorferinnen Johanna Elberskirchen und Hildegard Moniac enthüllt.

© MOZ/Irina Voigt

So wurde nahe ihrem ehemaligen Wohnhaus in der heutigen Rudolf-Breitscheid-Straße für Johanna Elberskirchen (11. April 1864 bis 17. Mai 1943) und Hildegard Moniac (19. März 1891 bis 3. August 1967) an der Peter-Lübkes-Brücke eine Gedenktafel enthüllt. Diese ergänzt somit den historischen Ortsrundgang durch Rüdersdorf. Gemeindevertreterin Rita Nachtigall (SPD) hatte mit Hilfe des Ortschronisten Reinhard Kienitz Informationen aus dem Leben dieser beiden außergewöhnlichen Frauen zusammengetragen. Aus der Vergessenheit gerissen waren ihre Schicksale vor 20 Jahren auch vom damaligen Sozialausschussvorsitzenden Manfred Hassemer-Tiedeken, der inzwischen in Berlin lebt. "Johanna Elberskirchen war ein Freigeist", sagte Rita Nachtigall. Bestimmten politischen Strömungen oder wissenschaftlichen Schulen habe sie sich nicht verpflichtet gefühlt. Als SPD-Vorsitzende flog sie 1913 in ihrer Heimatstadt Bonn aus der Partei. Man bezeichnete sie als querdenkerisch und unbequem.

Den Genossinnen war sie zu akademisch, zu bürgerlich, den Frauenrechtlerinnen zu wenig von allem. Sie war eine Aktivistin für die Rechte der Frauen und Homosexuellen. Ihre Lebenspartnerin Hildegard Moniac engagierte sich in der SPD für die Jugendweihe in Rüdersdorf bis das Naziregime dem ein Ende setzte. Nach 1945 übernahm sie bis 1951 die Leitung der Grundschule in Alt-Rüdersdorf.

Die Enthüllung der Tafel wurde von Stephan Wapenhans mit Gedichten, Erinnerungen und Liedern begleitet. Marlene Kersten, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, dankte allen, die diese Erinnerungen wachhalten.

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