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Flugzeuge an der Zimmerdecke

Überflieger: Siegfried Schneider aus Zinndorf hat mehr als 130 Flugzeugmodelle gebaut. Fast alle hängen in seiner Wohnung unter der Decke.
Überflieger: Siegfried Schneider aus Zinndorf hat mehr als 130 Flugzeugmodelle gebaut. Fast alle hängen in seiner Wohnung unter der Decke. © Foto: MOZ Gerd Markert
Detlef Klementz / 09.10.2016, 07:17 Uhr - Aktualisiert 09.10.2016, 13:10
Zinndorf (MOZ) Über viele Jahre hat Siegfried Schneider Flugzeugmodelle gesammelt. 127 unterschiedlicher Größe hat der 83-Jährige in seiner Wohnung zusammengebaut und an der Decke aufgehängt. Zudem hat er hinter Glas noch 15 Schiffsmodelle stehen.

Siegfried Schneider hat auch keine schlüssige Antwort parat, wenn er gefragt wird, warum es ihm gerade die Flugzeugmodelle angetan haben. "Schon mein Vater hat damals solche Modelle gebaut", sagt der heute 83-Jährige. Allerdings habe der Sperrholz verwendet. Auf jeden Fall habe er sich aber seinerzeit auch für dieses Hobby zu interessieren begonnen.

So ist es nicht verwunderlich, dass Siegfried Schneider einmal Flugzeugmotorenschlosser werden wollte. Aber das habe nicht geklappt. Der Zinndorfer hat stattdessen Betonfacharbeiter gelernt und sein Geld auch als Heizer, später dann in der LPG verdient.

Aber die Flugzeugmodelle haben ihn nie losgelassen. "Mein Vater hat die Baukästen aus dem Westen mitgebracht und ich habe die Plastikteile zusammengefügt", sagt er. Angefangen habe er 1954. "Damals noch mit Papiermodellen", erinnert sich Schneider, der seit 1950 in Zinndorf wohnt. Von Beginn an hat er akribisch Buch über seine kleinen Modellflugzeuge geführt. Die ersten Plastikmodelle stammen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, die Letzten aus der Gegenwart.

2006 hat er aufgehört, er habe einfach nicht mehr die ruhigen Hände gehabt, die für die Puzzlearbeit nötig sind. Der Älteste seiner beiden Söhne hat sich übrigens anstecken lassen und auch ein Bastler geworden.

In besten Zeiten besaß Siegfried Schneider 132 Modellflugzeuge. Die meisten aus Deutschland, er fügte aber auch US-amerikanische, französische oder japanische Plastikflieger zusammen. "Ich habe genommen, was mein Vater mitgebracht hat", sagt er. Und warum ausschließlich Militärmaschinen? "Die haben mir einfach besonders gut gefallen."

Später dann hat er auch DDR-Flugzeugmodellbaukästen gekauft. Das seien fast ausschließlich sowjetische Militärmaschinen gewesen. "Andere sind in der DDR und den anderen Mitgliedsstaaten des Warschauer Vertrags doch gar nicht geflogen", glaubt er, sich zu erinnern. Während in der DDR- ein Maßstab von 1:75 angeboten wurde, seien es jenseits der Elbe 1:72 gewesen.

Heute hängen noch immer 127 Modelle in seiner Wohnung an der Decke. Einige wenige hat er inzwischen verkauft. Schneider erinnert sich, dass ein Interessent einmal die ganze Sammlung haben wollte. "500 Euro für alle Flugzeuge zusammen!" Schneider schüttelt heftig den Kopf: "Dann lass ich sie lieber da oben hängen und einstauben."

Neben den kleinen Flugzeugen haben es Siegfried Schneider auch Modelle der deutschen Kriegsmarine angetan. Insgesamt 15 Schlacht- und andere Kriegsschiffe stehen hinter Glas. Darunter ist auch ein Modell des Flugzeugträgers Graf Zeppelin, den die deutsche Kriegsmarine 1935 in Auftrag gegeben hatte, der aber nie fertig gestellt worden ist.

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