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Himmelpfort: Steganlage befürwortet

Im Winterschlaf: Die Sammelsteganlage des Forstbetriebs ist verwaist. Auch während der Saison ist dort nicht viel los. Bootsfahrer nutzen lieber eigene Stege. Nach Auffassung von Lothar Kliesch und vielen Naturschützern ist das aber illegal.
Im Winterschlaf: Die Sammelsteganlage des Forstbetriebs ist verwaist. Auch während der Saison ist dort nicht viel los. Bootsfahrer nutzen lieber eigene Stege. Nach Auffassung von Lothar Kliesch und vielen Naturschützern ist das aber illegal. © Foto: MZV
Thomas Pilz / 11.01.2017, 09:30 Uhr
Himmelpfort (GZ) Eine weitere Schlappe hat der Himmelpforter Ortsvorsteher Lothar Kliesch (SPD) einstecken müssen - in seinen Bemühungen, die umstrittenen Stege am Moderfitzsee nicht wieder genehmigen zu lassen. Fürstenbergs Bauausschuss lehnte es ab, ihn dabei zu unterstützen.

Aus planungsrechtlichen Gründen stehen nach Auffassung des Gremiums keine kommunalen Belange der weiteren Genehmigung einer der Steganlagen entgegen, einigten sich die Ausschussmitglieder mehrheitlich.

Zuvor hatte Kliesch die Situation erläutert, wonach auch die zur Diskussion stehende Steganlage unrechtmäßig existiert. Zumal bei der nachträglichen Genehmigung der Stege im Jahre 2002 die Gemeinde Himmelpfort nicht beteiligt worden sein soll. Alles in allem sei es ein unhaltbarer Zustand: "30 bis 35 Motorboote befahren widerrechtlich den See im Landschaftsschutzgebiet, Schilf wurde in Größenordnungen gerodet", erklärte der Ortsvorsteher. Außerdem hatte die Landesforst vor zehn Jahren eine großzügige Sammelsteganlage errichte, die aber kaum einer nutzt. Und er fragte in die Runde: "Soll denn das so weitergehen?"

Freilich hatte der Bauausschuss über das gemeindliche Einvernehmen ausschließlich eines Steges zu befinden - den der Bungalowgemeinschaft Himmelpfort-Pian. Die Verlängerung der Nutzungsdauer für die Anlage wurde von der Gemeinschaft angestrebt, denn Ende vergangenen Jahres war sie abgelaufen. Konkret geht es um einen Steg, der 36 Meter in den See ragt, zwei Meter breit ist, einen 16 Meter langen Quer-Anleger hat sowie einen Schwimmsteg, der zehn Meter lang ist.

Klieschs Forderung lautete: Sämtliche aus seiner Sicht illegalen Stege sollten "ersatzlos abgerissen werden".

Ein Vertreter der Bungalowgemeinschaft hielt dagegen. Zu DDR-Zeiten sei das Landschaftsschutzgebiet entstanden - der zur Diskussion stehende Bootssteg sei anschließend dennoch integriert worden. "Wir machen auch überhaupt kein Schilf kaputt", betonte er. Denn da sei nie Schilf gewesen.

Andreas Kleßny vom Regionalen Bürgerbündnis erklärte, es gebe nun einmal die Sammelsteganlage der Forst, daher sollte die Nutzungserlaubnis für die private Anlage nicht verlängert werden.

Manfred Saborowski (Die Linke) erinnerte an den früheren Betreiber des Steges, die Kommunale Berufsschule - und nach dem Eigentümerwechsel sei er weiter genehmigt worden. "Also kann er doch auch jetzt genehmigt werden", sagte Saborowski.

Lutz Wilke (Allianz für Fürstenberg und Ortsteile) merkte an, es habe zu dem Thema keine Sitzung des Ortsbeirates gegeben, obgleich es von öffentlichem Interesse sei. "Es wäre im Sinne einer demokratischen Meinungsfindung schon vorteilhaft gewesen, eine Sitzung durchzuführen."

Ausschussmitglieder zeigten sich verwundert, dass angebliche Verstöße bei den Stegen am Moderfitzsee oder auch wegen des Befahrens des Gewässers nie geahndet wurden. Sowohl Untere Naturschutz- als auch Wasserbehörde des Landkreises seien nicht aktiv gewesen.

Thomas Burmann (CDU) warnte, die Stege verschwinden zu lassen, dann seien dem illegalen Handeln am Moderfitzsee Tür und Tor geöffnet, weil jeder macht, was er wolle. Man sollte einen Vor-Ort-Termin machen.

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