Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Löwenberger Jugendliche als Ausstellungskenner

Die Peer Guides der Anne-Frank-Ausstellung: Keiner der Jugendlichen bereut, dass er sich zum Ausstellungsbegleiter ausbilden ließ. Neben viel Hintergrundwissen, das ihnen vermittelt wurde, sind sie auch selbstbewusster und selbstständiger geworden.
Die Peer Guides der Anne-Frank-Ausstellung: Keiner der Jugendlichen bereut, dass er sich zum Ausstellungsbegleiter ausbilden ließ. Neben viel Hintergrundwissen, das ihnen vermittelt wurde, sind sie auch selbstbewusster und selbstständiger geworden. © Foto: Volkmar Ernst/MOZ
Volkmar Ernst / 15.07.2017, 06:08 Uhr
Löwenberger Land (OGA) Noch bis Dienstag kann die Anne-Frank-Ausstellung an der Libertasschule im Löwenberger Land besucht werden. Das Besondere daran, die Schule ist die einzige im Landkreis Oberhavel, an der die Schau zu sehen ist. Außerdem führen Schüler die Besucher durch die Ausstellung und erklären sie.

Die Jugendlichen wurden in einem Seminar extra zu so genannten Peer Guides ausgebildet. 18 Schüler der achten bis zehnten Klasse haben sich dafür beworben - aus ganz unterschiedlichen Gründen. Leon und Christian interessieren sich insgesamt für Gesichte, also war es für sie keine Frage, sich zu bewerben. Josefine hingegen interessiert mehr die Person der Anne Frank. "Wir haben das Tagebuch im Unterricht besprochen. Das hat mich berührt. Deshalb wollte ich mehr über das Leben des Mädchens erfahren, wie sie die Zeit der Verfolgung und Flucht erlebt hat und dennoch den Mut gefunden hat, auf eine Zukunft zu hoffen."

Genau darum geht es auch in der Ausbildung der Peer Guides. Die Jugendlichen erhalten Hintergrundinformationen über die Familie Frank und das Leben als Juden im Nationalsozialismus. Zum Beispiel, was überhaupt ein Arier-Nachweis ist und wie er ermittelt wurde.

Ein wohl gewollter Nebeneffekt der Ausbildung ist, dass die Schüler lernen, frei vor einem Publikum zu sprechen, Fragen zu beantworten aber eben auch Fragen zu stellen, um neugierig auf das Thema zu machen.

Ausgerüstet mit diesem Wissen betreuten die Peer Guides seit Eröffnung der Ausstellung bereits 15 Schulklassen, aber ebenso Privatpersonen und Besuchergruppen, beispielsweise Kirchengemeinden. Sogar eine dritte Klasse hat sich die Schau angesehen, wobei hier die Guides feststellen mussten, dass einfach das Vorwissen und vor allem das Vorstellungsvermögen der Kinder noch nicht gegeben ist, um sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Doch ab Klassenstufe 5, sei das kein Problem, wenn zuvor das Buch und das Thema Nationalsozialismus und Judenverfolgung besprochen wurde, haben die Peer Guides feststellen können.

Je zwei Jugendliche "teilen" sich eine Besuchergruppe. Denn auch die Schau ist in einen historischen und einen aktuellen Teil gegliedert. Eine Anzahl von zehn bis 15 Personen sei optimal, um ihnen die Ausstellung erklären und Fragen beantworten zu können, so das Fazit der Jugendlichen.

Für die 18 Schüler steht fest, es war eine richtige Entscheidung, sich als Peer Guide für die Anne-Frank-Ausstellung ausbilden zu lassen. Einige spielen sogar mit dem Gedanken, sich zu einem Anne-Frank-Botschafter zu qualifizieren.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG