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Liebenberger Stolpersteine im Schlosshof

Ehrung per Stein für Libertas und Harro Schulze-Boysen.
Ehrung per Stein für Libertas und Harro Schulze-Boysen. © Foto: Volkmar Ernst/MOZ
Volkmar Ernst / 10.09.2017, 18:55 Uhr
Liebenberg (OGA) Zwei Stolpersteine im Innenhof von Schloss Liebenberg erinnern seit Sonntag an das Leben und Wirken von Libertas und Harro Schulze-Boysen.

Am 22. Dezember 1942 wurden die beiden im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee von den Nazis hingerichtet. Ihr Verbrechen war, dass sie sich für die Menschlichkeit einsetzten. Sie prangerten die Taten der Nationalsozialisten an, verstecken Menschen, die verfolgt wurden, und setzten sich für ein Deutschland ein, in dem Menschen nicht wegen ihres Glaubens oder ihrer politischen Einstellung verfolgt werden. "Sie besaßen den Mut und den Verantwortungswillen, das Unrecht öffentlich anzuprangern und dagegen vorzugehen. Ihr Handeln soll Ermutigung sein und zum Nachdenken anregen", erklärte Dr. Thomas Steller, zuständig für Museum und Denkmalpflege bei der DKB-Stiftung, dem Eigentümer der Gutsanlage. Denn nur wer die Vergangenheit kenne, könne die Zukunft mitgestalten, so Steller weiter.

Dass die Steine auf Schloss und Gut Liebenberg verlegt wurden, hat seinen guten Grund. Denn die Mutter von Libertas Schulze-Boysen war eine geborene Fürstin zu Eulenburg und Hertefeld. Auf Schloss Liebenberg verlebte Libertas ihre Kindheit und später gemeinsam mit ihrem Mann Harro Schulze-Boysen glückliche Tage.

Gunter Demnig, Initiator des Stolperstein-Projektes, freute sich, dass die Gedenksteine nicht versteckt im Schlosshof, sondern gut sichtbar an der Freitreppe des Haupteingangs verlegt werden konnten. Stolpern wird darüber niemand, doch wer die Inschrift lesen möchte, der muss sich sozusagen vor den Namen verbeugen und ihnen seinen Respekt zollen. "Wenn dann noch hinterfragt wird, wer die Personen waren und warum sie hier geehrt werden, dann ist das Ziel der Erinnerung erreicht", so Demnig am Sonntag dazu. (Kommentar und Seite 2)

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