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SPD ehrt ehemaligen Polizisten für 50-jährige Parteizugehörigkeit

Ehre, wem Ehre gebürt: Vor 50 Jahren trat Gerd Hubert (Zweiter von links) der SPD bei. Ihn zeichneten Johanna Nickel, Hartmut Leib und Manfred Rißmann (rechts) aus.
Ehre, wem Ehre gebürt: Vor 50 Jahren trat Gerd Hubert (Zweiter von links) der SPD bei. Ihn zeichneten Johanna Nickel, Hartmut Leib und Manfred Rißmann (rechts) aus. © Foto: MZV
Martin Risken / 12.09.2017, 20:47 Uhr
Zehdenick (GZ) Es war eine Premiere für den SPD-Ortsverein Zehdenick. Erstmalig ist ein langjähriges Mitglied ausgezeichnet worden. Gerd Hubert erhielt die von Dietmar Woidke, Martin Schulz und Manfred Rißmann unterzeichnete Ehrenurkunde samt goldener Nadel überreicht.

Eindrucksvoll schilderte Gerd Hubert zuvor, wie er 1967 zu den Sozialdemokraten fand und Teil der Geschichte Berlins wurde. Seine Onkel habe ihn dazu animiert, der Partei in Berlin-Rudow beizutreten. Noch heute erinnert sich Gerd Hubert, der Jahrgang 1944 ist, wie die SPD geschlossen in den 1. Mai hineinfeierte und er dem damaligen Innensenator aus Neukölln als neues Parteimitglied persönlich vorgestellt wurde. "Der hat mich herzlich begrüßt", erinnerte sich Hubert an eine sehr familiäre Atmosphäre. Als Kassierer engagierte er sich zunächst bei den Jungsozialisten. "Das Wesentliche war, dass man mit immer mehr Mitgliedern in Kontakt kam, weil der Beitrag noch in bar kassiert wurde. Das Persönliche ist mit dem Abbuchen vom Konto leider verloren gegangen", bedauerte Hubert. Als Willy Brandt zum Regierenden Bürgermeister von Berlin wurde, war Gerd Hubert dabei. "Alle möchte Willy Brandt", kann er sich an die damalige Stimmung im Saal gut erinnern und dass Brandt ihm durch seine Cognac-Fahne in Erinnerung blieb. Später sei er bei den Brandts zu Hause zu Besuch gewesen. Vor dem Haus standen Gartenzwerge mit den Gesichtern damaliger Politiker wie J. F. Kennedy und Nikita Sergejewitsch Chruschtschow.

Den Mauerfall erlebte Hubert dann als Polizist beim Wachdienst. Vor dem Haus des Regierenden Bürgermeisters Walter Momper sorgte Hubert für Sicherheit. DDR-Bürger, die vorbeischauten, wunderten sich, dass der Regierungschef damals in einem schlichten Mehrfamilienhaus wohnte. "Das war für viele unbegreiflich", erinnerte er sich. Seiner Frau zuliebe kehrte Gerd Hubert der Hauptstadt als Rentner den Rücken. Seine Frau, ein Flüchtlingskind aus Zehdenick, wollte unbedingt zurück in ihre alte Heimat. Diesem Wunsch kam der Jubilar nach und so wohnen sie heute in Badingen.

Ob die anderen Jubilare auch soviel erlebt haben? SPD-Ortsvereinschef Manfred Rißmann will demnächst all die anderen Mitglieder des SPD-Ortsvereines ehren, die der sozialdemokratischen Partei seit Jahrzehnten die Treue halten. So gehöre Christa-Maria Rahner der SPD seit 20 Jahren an. Er selbst bringe es auf mehr als 30 Jahre, so Rißmann.

Zurzeit aber ist die SPD voll auf die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes fokussiert. Noch zweimal wird sich Direktkandidat Benjamin Grimm in der Havelstadt blicken lassen. Für den 20. September ist unter anderem ein Gespräch mit Karin Claus vom Mehrgenerationenhaus "Bienenstock" geplant und danach ein Abstecher zum Kiezpunkt. Mit Bratwurst antwortet die SPD auf die Quarkbällchen, die vergangene Woche die CDU auf dem Marktplatz in Zehdenick verteilte. Ab 10 Uhr schwingt Sybille Trampisch das Grillbesteck vor dem Rathaus, am 22. September ab 15 Uhr vor dem Lidl-Markt. Dazu wird Kandidat Grimm erwartet. Zum Abschluss wird es am 23. September ab 10 Uhr vor dem Rewe-Markt einen Info-Stand geben, mit Bratwurst für alle und roten Rosen für die Damen. Die Wahlparty steigt allerdings in Hennigsdorf, wo die SPD den Sieg von Thomas Günther bei der Bürgermeisterwahl erwartet. Gleich in der Woche drauf werden die Wahlplakate abgenommen. "Nach sechs Wochen will die dann keiner mehr sehen", so Karl-Heinz Jünger.

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