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Marco Winkler 12.09.2017 08:55 Uhr
Red. Hennigsdorf, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Freizeitzentrum wird saniert - Jugendclub zieht um

Hennigsdorf (HGA) Kisten, haufenweise Stapel mit Kram, Technik über Technik, Stühle und Schränke, Billard- und Soccertisch - Im Jugendförder- und Freizeitzentrum (JFFZ) auf dem Hennigsdorfer Konradsberg herrscht momentan das Chaos. Der Grund: das JFFZ muss übergangsweise umziehen. Da die Stadt das Areal bis 2019 für insgesamt 2,8 Millionen Euro zu einem Bürgerzentrum umbauen will, müssen während der Sanierungsphase der Jugendclub Conny Island, die Begegnungswerkstatt und das Bandhaus in Ausweichquartiere ziehen.

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Packen mit an: Die Sozialarbeiter Dietmar Pustai und Christina Mellem tragen Kisten und Technik raus.

© MZV

"Das große Reinemachen hat begonnen", sagt Jugendclubleiter Dietmar Pustai am Montag. "Was sich in mehr als zwanzig Jahren so angesammelt hat", so der Leiter der Jugendarbeit mit Verweis auf das Umzugswirrwarr. Da findet sich fünf Minuten nach dem letzten Schluck auch die eigene Kaffeetasse nicht mehr wieder. "Das Ausmisten wurde auch Zeit", so der Sozialarbeiter. Die letzte Renovierung habe es in den 1990er-Jahren gegeben. Der Zahn der Zeit nagte am Club. "Es war nichts einsturzgefährdet, aber die anstehende Sanierung tat schon not."

Es sei auch eine Frage der Attraktivität für die den Club regelmäßig aufsuchenden Jugendlichen, die zwischen neun und 26 Jahren alt sind. Und die packen kräftig mit an, schrauben, schleppen und sortieren aus. Fünf bis acht Jugendliche helfen Tag für Tag nach der Schule oder Lehre mit. "Ohne meine Kollegin Christina Mellem und die Jugendlichen wäre das alles gar nicht möglich", freut sich der Clubchef. Einige der Gegenstände, die noch in einem guten Zustand sind, sollen dabei zu Geld gemacht werden, Bistrotische oder Stühle zum Beispiel. "Wer Interesse hat, kann jederzeit vorbei kommen", so Dietmar Pustai.

Wenn Anfang Oktober die umfangreiche Sanierung beginnt, wird das Conny Island im Erdgeschoss in der Fabrikstraße 10 untergebracht werden, in einem Haus des Trägers, der gemeinnützigen PuR. Auch das sogenannte Bandhaus der Musikerinitiative wird in der Zeit geräumt. Wo die Bands eine neue Bleibe finden, war lange unklar - und ist es zum Teil noch. "Wir können verstehen, wenn das viele ärgert, weil sie sich in der Zeit andere Proberäume suchen müssen", so Dietmar Pustai.

Auch die alte Metallwerkstatt gegenüber vom Jugendclub, die vor zwei Jahren von der PuR, Ehrenamtlichen und Geflüchteten zur Begegnungswerkstatt auf dem Konradsberg umgerüstet wurde, bekommt eine Komplettsanierung. 15 bis 25 Menschen treffen sich hier regelmäßig, kochen, nähen, schreiben Bewerbungen, töpfern, schauen Filme. Der Offene Treffpunkt kommt in der Bauphase im Clubraum neben der Grundschule Nord unter. "Ab dem 4. Oktober haben wir dort geöffnet", sagt Begegnungsstätten-Leiter Alexander Piskorz. Die Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt indes zieht übergangsweise in einem Raum in der Schönwalder Straße 17g, und das Projekt Näh-Café in die Fabrikstraße 10, wo auch das Conny Island Unterschlupf findet. Das Ziel des Umbaus auf dem Konradsberg? "Wir wollen hier niedrigschwellig Begegnungen schaffen", so Piskorz. Durch alltägliche Angebote wie Kochen oder Nähen. "Eine Synergie mit dem Wohnumfeld hier ist eines der Ziele." Die direkten Nachbarn mit ins Boot holen, das sei bislang wenig fruchtbar gewesen.

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