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Auf eine Spezi mit Marcel Siegert

Berlinert viel: Marcel Siegert
Berlinert viel: Marcel Siegert © Foto: MZV
Aileen Hohnstein / 12.09.2017, 17:49 Uhr
Velten (HGA) Auf der Terrasse eines griechischen Restaurants in Velten werden die letzten Sommermomente genossen. Eine Spezi bringt Erfrischung und vielleicht ein bisschen Koffein-Anschub. Marcel Siegert hat noch eine Veranstaltung vor sich, bei der er sich als Bürgermeisterkandidat vorstellt. Schon 2009 hatte er sich für das Amt zur Wahl gestellt, damals noch als Einzelkämpfer, wie Siegert das formuliert. Dieses Mal tritt er als Kandidat für Pro Velten an.

Eine Entscheidung, die der 38-Jährige sich nicht leichtgemacht hat. Ein Bauchmensch ist er nicht, Vorhaben mit weitreichenden Folgen werden erst im Kopf abgewogen. "Ich habe einen ganzen Katalog mit Vor- und Nachteilen der Kandidatur angelegt", erzählt Siegert und zeichnet mit dem Zeigefinger auf der Tischplatte eine Tabelle. "Ich merke, dass ich schon acht Jahre älter bin als zur letzten Wahl", sagt er mit einem Grinsen.

Und nicht nur das. "Haus, Hof, Hund", das sind Schlagworte, die sein Denken beeinflussen: Als zweifacher Familienvater kann und möchte er den Alltag zu Hause durch die Kandidatur und die damit verbundenen Aufgaben nicht unnötig erschweren. Die Zustimmung der Familie war ihm wichtig; sie stärkt ihm den Rücken. Vor seiner Frau und ihrer Unterstützung zieht er deshalb den Hut, seine Söhne wollten mitmachen und zieren nun Wahlplakate, der Älteste hilft schon mal beim Flyer verteilen. Dass seine Familie trotz heißer Wahlkampfphase nicht zu kurz kommt, ist Marcel Siegert wichtig. "In der Woche haben wir unsere Männerzeit", sagt er. Dann organisiert er das Frühstück mit beiden Söhnen, ist Experte im Broteschmieren. So oft es geht, steht er bei den Fußballspielen der Jungs am Spielfeldrand, selbst wenn es nur eine Halbzeit ist. Marcel Siegert ist heute Assistent der Geschäftsführung bei einem Lebensmittelgroßhändler mit Sitz in Velten (Barlus), gelernt hat er Restaurantfachmann. Doch was ihn geprägt hat, ist die Offiziersausbildung bei der Bundeswehr. Kasernenton im Rathaus? Siegert winkt ab. Nicht der Ton sei wichtig, vielmehr habe er die militärische Arbeitsweise schätzen gelernt: "Kräfte, Mittel und Zeit werden vorgegeben. Dann werden Freiräume gelassen, um die Aufgabe zu erfüllen. Und ich habe gelernt, dass man anderen vertrauen kann und muss, egal ob man die leiden kann oder nicht. Wenn man ein gleiches Ziel hat, ist Sympathie nicht so wichtig."

München, mit der Freundlichkeit auf den Straßen und dem Heidi-Idyll der Berge im Umland, habe ihn während der Soldatenzeit fasziniert. Seine Heimat ist und bleibt aber Velten. Hier wurde Marcel Siegert geboren; hier möchte er nicht weg. Familie, Freunde, Freizeit - das kann er sich nur in der Ofenstadt vorstellen. "Wir haben hier doch alles, das ist vielen aber gar nicht so bewusst", sagt er.

Als Bürgermeister möchte er neuen Wind nach Velten bringen, deshalb auch die Windmühlen an den Plakaten. Er möchte viel anstoßen. Das wird deutlich, wenn er von seinen Plänen erzählt, vielmehr berlinert. Da feuert Siegert die Worte so schnell ab, dass man kaum hinterherkommt. Das möchte er noch ändern. Das Berlinern aber soll bleiben. "Ick bin, wie ick bin", sagt er.

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