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Manko fehlende Aggressivität

Schwieriger Stand: Der Veltener RC (in Grün) beendete die Hinrunde in der 2. Bundesliga mit einer Niederlage.
Schwieriger Stand: Der Veltener RC (in Grün) beendete die Hinrunde in der 2. Bundesliga mit einer Niederlage. © Foto: MZV
Jürgen Buß / 25.10.2017, 08:30 Uhr - Aktualisiert 25.10.2017, 10:38
Velten (HGA) Nur die Grundlagen zu beherzigen, reicht auch im Rugbysport nicht, um erfolgreich zu sein. Ohne die nötige Entschlossenheit beendete der Veltener RC mit der 12:31 (0:17)-Niederlage im Brandenburg-Derby gegen den USV Potsdam die erste Halbserie in der 2. Bundesliga Ost.

Bereits nach drei Minuten lag Velten mit 0:5 hinten, als Potsdams Innendreiviertel Robert Westphal in alpiner Slalom-Manier fünf VRC-Spieler wie starre Fahnenstangen stehen ließ und anschließend sogar auf 7:0 erhöhte.

Bis zur Halbzeit zeigten sich die Gäste dann mit routiniertem Passspiel und daraus resultierenden Punkterfolgen in der Vorhand. Dem VRC blieb zumeist nur aufopferungsvolle und anstrengende Abwehrarbeit. Kamen die Gastgeber doch mal zu einer Chance, wurde die, wie so oft in der jüngeren Vergangenheit, überhastet vergeben.

Die 34. Minute zeigte ein auf dem Veltener Rugbyareal noch nicht gesehenes, kurioses Novum. Der Berliner Schiedsrichter Robert Läufer erkannte dem USV Potsdam den gerade gelegten Versuch mit Erhöhung zum vermeintlichen 24:0-Halbzeitstand (plus Straftritt), nach Hinweis eines Linienrichters, ab. Grund war ein kurz zuvor erfolgter illegitimer Potsdamer Spielerwechsel im Rücken des Schiedsrichters, fliegend nach Eishockeyart, ohne diesen wie nach Rugbyregeln üblich, beim Referee anzuzeigen.

Die zweite Halbzeit begann für die Gastgeber, wie zuletzt auch, nicht ungewöhnlich. Die Fehleranalyse des Veltener Coaches Mario Zamorano noch nicht verarbeitet, gestattete der VRC dem Gegner kurz nach Wiederanpfiff erst einmal den - nun regulären- Führungsauabau auf 24:0 (42.).

Danach zog für die 110 Zuschauer eine halbe Stunde lang Langeweile ein. Dem USV glückten in dieser langen Phase keine verheißungsvollen Aktionen mehr, auch weil die Hausherren in der Abwehr respektabel sicher wurden. Allerdings reichte die Gegenwehr nicht, um auch mal entscheidend in die Offensive gehen zu können. Genau das bemängelte Coach Zamorano. "Ihr seid zu lieb, zu ruhig. Ihr müsst aggressiver werden, mehr Biss zeigen. Nur so kann man Spiele gewinnen." Das müsse die junge Veltener Truppe mit ihren Quereinsteigern noch lernen.

Lichtblicke gab es in der Schlussphase aber doch noch. Zum einen war dies ein energischer 5:24-Anschlussversuch (73.) des erst 18-jährigen Dustin Schulz nach guter Vorarbeit von Oliver Bauer. Und zum anderen das folgende 12:24 nach artistischer Balleroberung von Routinier Steven Wischniewski (80.+2) plus toller Erhöhung aus schwieriger Position durch Christian Heidekorn.

Das Problem: Die Veltener Fünfzehn gestattete in ihrem plötzlichen Erfolgsrausch mit dem Abpfiff Potsdam noch sieben Zähler zum unnötig deutlichen 31:12-Erfolg.

Veltens sportlicher Leiter, Andreas Schmidt, trauerte nach Spielschluss einer besseren Leistung hinterher. "Hier bei uns muss die Devise heißen, unser Platz, unser Spiel, unser Sieg." Christian Heidekorn als einer der "Alten" im Team sah die Leistung dagegen nicht so zweifelhaft. "Spielerisch sind wir sicher noch in der Entwicklung. Wir haben uns aber meistens gut gewehrt. Sehr gut war, dass wir absolut diszipliniert waren." Nach dem Skandalspiel im Mai gegen Potsdam ein wichtiger Fakt, der das Veltener Rugby zumindest dafür wieder auf den richtigen Kurs bringt.

Velten: Bauermeister, Kharshiladze, Oliver Bauer, Beetz, Brauer, Voigt, Schurke, Hanetzok, Turmanidze, Christian Heidekorn, Richter, Wischniewski, Börner, Nickel, Kennecke, (Simon, Robert Bauer, Weiß, Dustin Schulz, Grüneberg)

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