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Nachwuchsproblem bei "Harry Brot"

Kiste auf Kiste: Einsatzleiter Andy Metka (links) und Marek Adamski, der die Veltener Vertriebsstelle leitet, demonstrieren das Bestücken der Paletten.
Kiste auf Kiste: Einsatzleiter Andy Metka (links) und Marek Adamski, der die Veltener Vertriebsstelle leitet, demonstrieren das Bestücken der Paletten. © Foto: MZV
Roland Becker / 13.11.2017, 18:44 Uhr
Velten (HGA) In Veltens Industriestraße versteckt sich ein traditionsreichstes Unternehmen. Am 9. Mai 1688 in Hamburg-Altona gegründet und seither ununterbrochen in Familienhand, ist Harry Brot seit 1993 mit einer Vertriebsstätte auch in Velten präsent.

Jeden Werktag kommen bis zu 15 Sattelzüge an, die mit jeweils 33 Paletten beladen wurden. In der Halle stapeln sich dann bis zu 12 000 Kisten mit Brot, Brötchen und Toastbrot. Am Morgen werden dann 25 Zwölftonner mit Backwerk beladen. Von hier aus werden Supermärkte und Discountern beliefert, womit der gesamte Nordwesten Berlins, Oberhavel sowie Teile von Ostprignitz-Ruppin und dem Havelland abgedeckt werden.

Das Geschäft mit dem Brot läuft so gut, dass das Veltener Lager demnächst erweitert wird. "Es ist überall ein bisschen eng geworden", begründet Vertriebsstellenleiter Marek Adamski diesen Schritt. Wenn die Halle von derzeit 1 800 auf 2 800 Quadratmeter vergrößert wurde, soll der Warenumschlag 2018 auch stärker automatisiert werden. Das dürfte vor allem die Mitarbeiter des Frischedienstes freuen, die dann nicht mehr ganz so viel schleppen müssen, um ihre Ladung zu bestücken. An dieser Stelle ist Adamski auch schon bei seinem Hauptproblem angelangt: Er sucht händeringend nach Personal. Bis zu fünf Mitarbeiter würde er sofort auf Tour schicken. Personalreferentin Sabrina Schmiedel weiß allerdings um die Problematik, die richtigen Leute zu finden: Die müssen nämlich einerseits einen großen Lkw steuern können, andererseits aber auch ein Händchen fürs Geschäft haben. Denn bei Harry Brot besteht eine Tradition fort, die es im heutigen Supermarkt-Geschäft kaum noch gibt. Die Mitarbeiter laden nicht einfach die Brotkisten ab, sondern bringen sie bis zum Regal, füllen dieses auf und schauen, was für den nächsten Tag gebraucht wird. Schmiedel beschreibt eine weitere Anforderung: "Im Frischedienst muss unser Mitarbeiter auch mal mit dem Marktleiter reden, um nach Zusatzplatzierungen zu fragen." Verhandlungsgeschick ist also auch noch gefragt. Adamski vergleicht dieses Anforderungsprofil mit dem der Eier legenden Wollmilchsau. Mitarbeiter zu finden, die alle geforderten Talente vorweisen können, sei schwierig. "Leider besitzt nicht jeder Berufskraftfahrer das Talent zum Verkauf", bedauert Schmiedel. Dem steht allerdings auch entgegen, dass Harry Brot in Velten selbst bislang nicht ausgebildet hat. Man überlege derzeit, die Strategie in dieser Hinsicht zu ändern. Lehrlinge müssen dann garantiert auch die Namen der 300 Produkte lernen, die Harry Brot anbietet. "Als ich 1994 hier anfing, waren es erst 60", erinnert sich Adamski.

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