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Jugendkoordinator dreht Horrorfilm mit Schülern

Ansprechpartner auf Augenhöhe: Johannes Otto.
Ansprechpartner auf Augenhöhe: Johannes Otto. © Foto: MZV
Roland Becker / 14.11.2017, 17:55 Uhr
Hennigsdorf (HGA) "Ich will nicht nur Schreibtischtäter sein." Fürs Foto setzt sich Johannes Otto zwar auf seinen Bürostuhl. Doch Hennigsdorfs neuer Jugendkoordinator hat schon als Sozialarbeiter der Adolph-Diesterweg-Oberschule bewiesen, dass er auch der Richtige ist, wenn sich Jugendliche Action wünschen. Als er dort mit Schülern vor zwei Jahren die Gruselkomödie "TheDisappearance - Das Verschwinden" drehte, wurde der Film schulintern geradezu gefeiert. Vor einigen Monaten tauchten in Hennigsdorfs Schulen Plakate mit der Aufforderung "Darsteller für Horrorkomödie gesucht" auf. Mittlerweile ist das Drehbuch geschrieben, und 24 Jugendliche treffen sich wöchentlich, um den Film zu drehen. Gegruselt werden soll sich dann auch im Alten Gymnasium als einem der Drehorte. Wenn im späten Frühling der Streifen im Stadtklubhaus Premiere feiern wird, hat der 39-jährige Sozialpädagoge und Mediengestalter noch ein weiteres Ziel erreicht: Er hat Jugendliche aus drei weiterführenden Schulen gemeinsam für ein Projekt begeistert und aus ihnen eine Gemeinschaft werden lassen.

An dieser Stelle gewinnt das Wort Koordinator in seiner Stellenbeschreibung an Wert. Otto möchte das Gemeinsame der Hennigsdorfer Jugend mehr in den Vordergrund stellen. Projekte sollen weniger schulintern als stadtübergreifend wirken. Jugendliche sollen sich über die Grenzen von Schule, Lehre und Clique hinaus kennenlernen. Da trifft es sich gut, dass sich der Jugendbeirat gerade neu konstituiert hat und engagiert Projekte anpacken will, die frischen Wind in die Jugendarbeit bringen.

Der Jugendkoordinator weiß aber auch, dass öffentlichkeitswirksame Aktionen nur die eine Seite seines Jobs sind. In der Diesterweg-Oberschule hat er erfahren, wie wichtig vertrauliche Gespräche sind. "Wenn jemand Probleme hat, dann gibt es bei mir Zeit für ein Gespräch, ohne vorher einen Termin ausmachen zu müssen", verspricht er. Dabei dürfte auch häufiger ein Problem angesprochen werden, das Otto generell bewegt: "Die Drogenthematik wird ein ganz großes Thema werden." Einerseits will er denen, die sich ihm damit anvertrauen, im Stillen Hilfe geben. Andererseits will er "dieses Phänomen, dass Jugendliche solche Dinge ausprobieren", öffentlich thematisieren. Vorbild ist ihm dabei die Schweitzer-Oberschule, die mit dieser Problematik vor etwa zwei Jahren sehr offensiv umging. Ihm geht es dabei nicht darum, "das x-te Präventionsprojekt anzubieten". Lieber würde er darauf setzen, dass Jugendliche von Gleichaltrigen aufgeklärt und gestärkt werden: "Die habe eine andere Art zu sprechen als ein Sozialarbeiter." Aufzuklären gelte es auch über Phänomene wie Sexting, bei dem Jungen ein Mädchen zu Nacktfotos überreden, die wenig später im Netz auftauchen. "Junge Menschen können so naiv sein", sagt Otto zwischen Kopfschütteln und Schmunzeln.

Johannes Otto ist unter 03302 877 338 oder jotto@hennigsdorf.de zu erreichen.

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