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Tilman Trebs 06.01.2017 14:52 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Nicole Walter-Mundt will mehr Mitstreiterinnen für die Politik gewinnen

Oberhavel (OGA) Als die Frauen Union (FU) Oberhavel vor wenigen Monaten ihr zehnjähriges Bestehen feierte, zeichnete die damalige Vorsitzende Marion Kinzinger ein ambivalentes Bild der Situation von Frauen in der CDU Oberhavel. Sie selbst hatte die Kreispartei kurz nach dem Millennium noch als "Partei alter Männer" kennengelernt, "in der Frauen das Gefühl gegeben wurde, dass sie eigentlich nicht erwünscht sind". Die Gründung der Frauen Union war für Kinzinger die logische Konsequenz. Sie wollte mehr Frauen für die Politik gewinnen, die sich bei der Vergabe von Listenplätzen für Wahlen nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lassen. Eine Dekade später konstatierte sie im September, dass die Dominanz der alten Herren durchbrochen sei, viele Christdemokratinnen im Landkreis auch Schlüsselpositionen übernommen hätten. Trotzdem rief sie die CDU-Frauen auf, weiter für Rechte zu kämpfen und dafür zu sorgen, dass Frauen und Männer in spätestens zehn Jahren gänzlich gleichberechtigt gegenüber sitzen.

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Plant Tour durch den Kreis: Nicole Walter-Mundt.

© Karsten Schirmer

Die Aufgabe hat Marion Kinzinger nun der Oranienburger Christdemokratin Nicole Walter-Mundt überlassen. Die 39-jährige verheiratete Mutter von zwei Kindern wurde im November zur neuen FU-Vorsitzenden gewählt, nachdem Marion Kinzinger aus familiären Gründen zurück in ihre rheinländische Heimat gezogen ist. Im Kern will die Oranienburgerin den Kurs ihrer Vorgängerin fortsetzen. "Unser Ziel bleibt, mehr Frauen zu gewinnen, die politische Verantwortung zu übernehmen." In der Tonart unterscheidet sie sich aber durchaus von ihrer Vorgängerin. Kinzinger war die feministische Stimme in der Oberhaveler CDU, die gern Helene Weber, ein Urgestein der Union, zitierte: "Der reine Männerstaat ist das Verderben der Völker."

Ein Satz, der der aus christlich-konservativem Hause stammenden Nicole Walter-Mundt eher nicht über die Lippen gehen würde. Die CDU habe sie nie als Männerstaat erlebt. "Ich selbst habe in meiner Partei bislang nicht das Gefühl gehabt, dass Frauen weniger zu sagen haben." Sie sieht die Geschlechter auch nicht in Konkurrenz zueinander. "Mir geht es um ein ausgewogenes Verhältnis." In den Parlamenten ist das noch nicht hergestellt. In der 15-köpfigen CDU-Kreistagsfraktion sitzt neben der Oranienburgerin nur Katrin Gehring aus Birkenwerder. Der Rest sind Männer. Die CDU-Fraktion in der Oranienburger Stadtverordnetenversammlung zählt zehn Leute, davon acht Männer. "Es liegt nicht am Angebot. In allen Stimmbezirken standen auch Frauen zur Wahl. Für wen sich der Wähler entscheidet, liegt nicht in unserer Hand."

Wer in der Partei mitwirkt, dagegen schon. Von den 50 Oranienburger Christdemokraten sind 15 Frauen. Die Oranienburger CDU liegt damit nur knapp über dem Bundesdurchschnitt der Partei von 25 Prozent. "Ich kenne genug Frauen, die politisch interessiert sind", sagt Nicole Walter-Mundt. Nur seien es noch nicht genug, die ihre Interessen auch politisch vertreten. "Manche sind Unternehmerinnen. Sie haben wirtschaftspolitische Interessen. Andere wollen Dinge vor Ort verändern", sagt die neue FU-Vorsitzende. "Sie können sich einbringen." Es gehe nicht immer nur um frauenpolitische Themen. "Die gerechte Bezahlung von Frauen und Männern und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollte alle interessieren. Da sind nicht nur wir gefragt."

Für dieses Jahr plant die FU eine Tour durch Oberhavel. "Wir wollen mit den Frauen in den Städten und Gemeinden ins Gespräch kommen, uns nach ihren Wünschen und Forderungen erkundigen und mit ihnen darüber sprechen, wie wir sie umsetzen können", so Nicole Walter-Mundt.

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