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SPD und Linke im Landtag fordern stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes an historischer Bildungsarbeit

Mehr Geld für Gedenkstätten in Brandenburg

Geld ist nötig: Zum Erhalt vieler Erinnerungsstücke, hier aus dem Nachlass eines Häftlings des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen, ist viel Geld nötig.
Geld ist nötig: Zum Erhalt vieler Erinnerungsstücke, hier aus dem Nachlass eines Häftlings des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen, ist viel Geld nötig. © Foto: MZV
Tilman Trebs / 20.04.2017, 07:49 Uhr
Oranienburg (OGA) Die Regierungskoaliton im Landtag fordert mehr Geld für die Arbeit der brandenburgischen KZ-Gedenkstätten. Vor allem der Bund soll sich finanziell stärker beteiligen.

Das Land selbst hatte seine Zuschüsse zuletzt mit dem Doppelhaushalt für die Jahre 2017 und 2018 erhöht. Wurde die Gedenkstättenarbeit im vergangenen Jahr noch mit 2,5 Millionen Euro unterstützt, sollen in diesem Jahr 2,7 Millionen und 2018 dann 2,84 Millionen Euro fließen. Im Landtag haben SPD und Linke nun beantragt, die höhere Förderung auch in den Folgejahren zu zahlen. Gleichzeitig wird die Landesregierung aufgefordert, sich beim Bund um mehr Geld für notwendige Baumaßnahmen in den Oberhaveler KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück zu bemühen. Der Landtag soll im Mai über den Antrag befinden.

Mit dem zusätzlichen Geld sollen unter anderem die pädagogischen Angebote für Schüler und der internationale Jugendaustausch ausgebaut werden. "Wir müssen alles daran setzen, die Geschichte für nachfolgende Generationen erlebbar zu machen. Dies gilt insbesondere in Zeiten, in denen Rechtsextremisten und Rechtspopulisten den Stellenwert von Gedenkorten des Nationalsozialismus herabsetzen", begründete der Oranienburger Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann (SPD) den Beschlussantrag. Die Gedenkstätten seien unentbehrlich für die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und zögen viele Touristen aus aller Welt in die Stadt. Pro Jahr besuchen 700 000 Menschen die Gedenkstätte Sachsenhausen.

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten begrüßte die parlamentarische Initiative der Regierungskoalition. "Wir würden uns sehr freuen, wenn der Landtag dem Antrag folgt", sagte Stiftungssprecher Horst Seferens. Er äußerte die Hoffnung, dass auch der Bund seine Zuschüsse in gleicher Weise erhöht. Bis vor einem Jahr hatten sich Bund und Land die Kosten für die Gedenkstätten geteilt, der Bund seinen Beitrag anders als das Land bislang aber nicht angehoben.

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