to_top_picture
Anmelden
Anmelden

Montag, 26. Juni 2017
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

18.06.2017 11:00 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

landkreise/oberhavel/oranienburg/oranienburg-artikel/dg/0/

Oranienburg erinnert an Louise

Oranienburg (kd) Es war eine Vermählung aus strategischen Erwägungen. Der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm erhoffte sich durch die Ehe mit der niederländischen Prinzessin Louise Henriette von Oranien eine Verbindung zu einem der Generalstaaten des Westfälischen Friedens den Abzug der niederländischen Truppen aus seinen rheinischen Besitzungen Kleve und Mark. Zuvor hatte er sich aus demselben Grund jahrelang um die Hand der schwedischen Königin Christine bemüht, bei der er jedoch abblitzte.

landkreise/oberhavel/oranienburg/oranienburg-artikel/dg/0/1/1582153/
 

Zur Erinnerung: die Statue Louise Henriettes auf dem Schlossplatz

© Klaus D. Grote/MOZ

Vor der Anbahnung der Verbindung mit Louise Henriette im Herbst 1646 hatte die Prinzessin bereits ihr Herz an einen französischen Hugenotten verloren. Doch Henri Charles de Trémouille galt als nicht standesgemäß. Ihr Vater hatte sie dann zunächst für eine Vermählung mit dem Prinzen von Wales vorgesehen, um die Verbindung der Königshäuser Oranien und Stuart zu stärken. Doch auch aus dieser Verbindung wurde nichts.

So kam Louise Henriette in die Mark Brandenburg, ein im Vergleich zu ihrer Heimat kulturell rückständiger Landstrich, der noch dazu nach dem Dreißigjährigen Krieg verwüstet und in weiten Teilen menschenleer war. Mit der Prinzessin, die als Jugendliche das Goldene Zeitalter der holländischen Kunst erlebt hatte, holte Friedrich Wilhelm die niederländische Kultur nach Preußen.

Schon bald beauftragte seine Gattin Künstler aus ihrer Heimat. Das Berliner Schloss wurde nach niederländischem Vorbild umgebaut. Sieder und Wasserbauexperten aus den Niederlanden halfen, das sumpfige Brandenburg bewohnbar zu machen. Das spätere Schloss Oranienburg sollte zu einem Mustergut verwandelt werden.

Denn im damaligen Bötzow fand Louise Henriette ihre wahre Liebe. Die Gegend erinnerte sie wohl an ihre Heimat. Der Kurfürst schenkte ihr das alte Jagdschloss, das im Stil des niederländischen Barock umgebaut und zur Oranienburg wurde. Später trug die ganze Stadt den Namen.

Die Stadt Oranienburg hat ihrer Namenspatronin nicht nur einen Hauch niederländischer Kultur zu verdanken. Im Volk galt sie als Wohltäterin, was zu einer bis heute andauernden Verehrung führte. Der Kurfürst fand in ihr auch eine politische Unterstützung, die ihn auf Reisen und sogar auf Feldzügen begleitete. Während des Kriegs zwischen Polen und Schweden, der 1655 bis 1660 wütete, bemühte sich die Kurfürstin um eine Aussöhnung mit Polen.

Die politischen Erwartungen, die Friedrich Wilhelm mit der Vermählung verband, erfüllten sich allerdings nicht, da das Haus der Oranier nach dem Tod von König Wilhelm II. im Jahr 1650 an Einfluss verloren hatte. Die Zweckehe wurde dennoch zur Liebesehe. Immerhin brachte Louise Henriette sechs Kinder zur Welt. Der erste Sohn Wilhelm Heinrich starb allerdings im Alter von nur 17 Monaten. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes Karl Emil stiftete Louise Henriette 1665 das Waisenhaus in Oranienburg. Aufgenommen wurden darin nur Vollwaisen und Kinder unbescholtener Eltern. Platz war für jeweils zwölf Mädchen und Jungen. Mehr Kinder sollten es nicht sein, um eine Erziehung mit hohem Standard zu gewährleisten. Das Waisenhaus im niederländischen Backsteinbarock steht heute noch in der Breiten Straße und beherbergt das Gesundheitsamt.

Ein Jahr nach der Geburt ihres sechsten Kindes starb Louise Henriette im Alter von nur 39 Jahren am 18. Juni 1667. Aus Anlass des 350. Todestages der Kurfürstin wird am Sonntag ab 10 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Schlossplatz gefeiert. Nach einer Ansprache findet eine Kranzniederlegung statt. In der Hohenzollerngruft im Berliner Dom werden am Sarg Louise Henriettes ebenfalls Blumen abgelegt.

Bereits am Sonnabend ab 15 Uhr stellt Kerry Gräfin von Schwerin im Kreismuseum ihr Buch "Otto von Schwerin: Oberpräsident und Vertrauter des Großen Kurfürsten" vor.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Artikel kommentieren   Lesezeichen setzen   Nachricht an die Redaktion   Druckversion

 Bilder

Regionalnavigator

Landkreisübersicht zurück
Landkreis Oberhavel
OHV
Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel

Ort, PLZ oder Redaktion

Trauerfälle

Fürstenberg/Havel

Ernst Ulbrich

* 7. 9. 1929 - † 16. 6. 2017
Fürstenberg/Oder

Manfred Kleinert

* 20. 12. 1927 - † 10. 6. 2017
Oranienburg

Frank Tscherwen

* 24. 1. 1958 - † 7. 6. 2017

Partnersuche

In unserem Shop

Oranienburg - Einst und Jetzt: Oranienburg hat eine wechselvolle Geschichte. Der Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs und die Vernachlässigung in der DDR haben aber nicht alle architektonischen Schätze vernichtet. Heute glänzt in Oranienburg wieder Altes neben Neuem. 

Kontakt

Lokalredaktion Oranienburg

Lehnitzstraße 13
16515 Oranienburg
Telefon: 03301 59 63 22
Fax: 03301 59 63 50