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Heike Weißapfel 12.09.2017 09:52 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Leidenschaft für Langohren

Hohen Neuendorf (OGA) Wer am Wochenende zwischendurch einen beschaulichen Teil des Herbstfestes genießen wollte, warf einen Blick auf den Schulhof der Dr. Hugo-Rosenthal-Oberschule. Der stand voller großer Käfige. Dort waren 258 Rassekaninchen zu sehen.

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Eifrige Züchter: Der Vereinsvorsitzende Michael Schulz mit einem luxfarbigen Zwergrex sowie Annemarie Jahn (von links) mit einem roten Farbenzwerg, Lara Koch mit einem Hermelin Blauauge und Friederike Jahn mit einem Farbenzwerg Deilenaar.

© MZV

Mit mehr als hundert Besuchern zeigte sich Michael Schulz, der erste Vorsitzende des Rassekaninchenzuchtvereins D 170, schon am Samstagabend zufrieden, und auch am Sonntag war noch einmal viel Betrieb. 17 Mitglieder, darunter drei Jugendliche, präsentierten ihre Jungtiere, die mit 258 Kaninchen die größte Schau seit der Vereinsgründung vor 31 Jahren war.

"Bei uns findet auch die Bewertung durch die Preisrichter öffentlich statt, sodass interessierte Besucher erfahren können, nach welchen Kriterien die Punkte verteilt werden", sagt der Vorsitzende, der selbst die Rasse Zwerg-Rexe, luxfarbig, die durch ihr kurzes, dichtes Fell auffallen, kastanienbraune Lothringer sowie rot- und blauäugige Hermelin-Kaninchen ausstellte.

Von der Farbgebung bis zu der Länge der Ohren, vom makellosen Fell bis zur aufrechten Haltung wurden die Kaninchen von den Preisrichtern unter die Lupe genommen. Die beliebten Widder mit Schlappohren waren ebenso darunter wie havannafarbige Deutsche Großsilber, die nach Auskunft des Züchters Mario Friedewald selten geworden sind. Abseits von der offiziellen Bewertung fanden vor allem die Kinder alle Kaninchen süß und niedlich, ob Hängeohren oder gespitzte Löffel, Wuschelpelz oder dichtes Kurzhaar. So manches Langohr beäugte die Betrachter seinerseits neugierig. Andere knabberten gelassen am Heu oder zogen sich in eine Ecke zurück. Die Besucher konnten sich auch nach ihren eigenen Kriterien und Vorlieben ein Kaninchen aussuchen, das sie am schönsten fanden.

Selbst noch junger Züchter, ist der Vereinsvorsitzende Michael Schulz schon lange dabei. Vor acht Jahren im Zivildienst nach Hohen Neuendorf gekommen, hat er sich damals dem Verein angeschlossen und seither zahlreiche Pokale mit nach Hause genommen. Seit 2011 züchtet der 28-jährige Finanzbeamte selbst. "Das ist quasi mein Sport", sagt Schulz und lacht. "Indem ich meine Tiere füttere, entspanne ich mich von der Arbeit", sagt der Hohen Neuendorfer. Weitere Arbeit macht er sich aber auch: Denn nebenher absolviert Michael Schulz noch eine dreijährige Ausbildung zum Preisrichter für Rassekaninchen. Dazu ist er dann auch viel bei anderen Vereinen unterwegs.

Den Verein sieht er in der Stadt gut aufgestellt. "Wir werden gut unterstützt", sagt Michael Schulz. Den Ehrenpokal des Bürgermeisters hat Schirmherr Steffen Apelt (CDU) dieses Jahr an das Vereinsmitglied Lars Gerlach übergeben. Seine vier Feh-Rexe, grau, erzielten bei den Richtern mit 26 von 32 möglichen Punkten die höchste Bewertung.

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