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Jürgen Liebezeit 13.09.2017 12:03 Uhr - Aktualisiert 13.09.2017 12:31 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Bewusst die Perspektive wechseln

Glienicke (MZV)  „Ich stehe im Stoff. Die Leute sollen mich wählen, weil ich Erfahrungen in vielen Dingen habe, die ich gut verwenden kann“, nennt Dr. Hans Günther Oberlack (FDP) einen Grund, warum er seiner Ansicht nach an der Spitze des Glienicker Rathauses bleiben sollte. Die CDU-Fraktion der Gemeinde sieht das auch so. Sie hat keinen eigenen Kandidaten aufgestellt, sondern ihm als Bürgermeister ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen.

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Dr. Hans Günther Oberlack (FDP)

© MZV

„Manches ist zäh, aber die Arbeit macht mir noch Spaß.“ Er kenne nun viele Sachverhalte, die die Kommune betreffen, bereits von der Struktur her, erklärt Oberlack. Die meisten Rechtsfelder habe er in den vergangenen acht Jahren bearbeitet. Zudem zeichneten ihn seine Kompetenzen als Volkswirt aus. Er verstehe es, Menschen zu führen und habe die nötige Lebenserfahrung. Auf seine Mitarbeiter sei Verlass.

Seine Bekanntheit in Glienicke überrasche ihn manchmal selbst. „Die meisten Leute begegnen mir sehr freundlich, so schlimm kann ich also nicht sein.“

Glienicke ist gut aufgestellt, aber es sei noch längst nicht alles erledigt, sagt der 61-Jährige. Das Haus 6, das für die Grundschule nötig ist, zum Beispiel: „Wir haben früher angenommen, dass die Schülerzahlen zurückgehen würden. Aber wir werden eher erleben, dass sie steigen. Das Gebäude sollte eigentlich den Altbau ersetzen, aber es wird eher noch zusätzlich gebraucht.“ Bildung bleibt auch über Schule hinaus ein wichtiges Thema. Schon in der Kita wichtig, spürt auch Glienicke den Mangel an Erzieherinnen und Erziehern deutlich, der Anteil der Tagesmütter ist gesunken. Ein ganz wesentlicher Punkt sei zudem die verkehrliche Anbindung, ist Oberlack sicher. „Die Glienicker wollen schnell nach Berlin fahren können; daran müssen wir arbeiten. Das ist noch nicht optimal.“

Sachverhalte betrachte er des Öfteren bewusst aus einer anderen Perspektive, so der Rathauschef. So fragt er einen Bürger, der eine geplante Baumfällung als unnötig beklagt, schon mal seinerseits, ob er denn selbst bereit wäre, die Verantwortung für den Fall zu übernehmen, dass der Baum umstürzt.

Beim „bezahlbaren Wohnraum“ als geflügeltem Wort im Mund vieler Politiker ist der Liberale auch skeptisch. „Das ist doch erst sinnvoll, wenn man weiß, wer dann dort wohnt. Preisgünstige Wohnungen können wir nur bedingt steuern.“ Kleine Wohnungen zu schaffen, wäre wichtig für Glienicke, meint Oberlack. Allerdings seien sie auch mit vielen Stellplätzen verbunden. Eine kleinere Wohnung zu höheren Quadratmeterpreise könne aber sinnvoller sein als eine große Wohnung, die pro Quadratmeter nicht ganz so teuer sei.

Ebenso hadert er mit der vermeintlich „kostenlosen“ Kita: „Die Kosten sind trotzdem da – und die entgeltfreie Kita kommtja gar nicht denjenigen zu Gute, die wenig Geld haben und ohnehin geringe Beiträge zahlen.“

In den vergangenen Jahren hat Oberlack durchgesetzt, dass fast alles im öffentlichen Teil der Sitzungen besprochen wird, auch Grundstücksangelegenheiten, wenn auch ohne Namensnennung. Die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen könnte noch flüssiger werden, findet er, wenn auch die Zusammenlegung des Bauamtes mit der Gemeinde Mühlenbecker Land beinahe lautlos vorbereitet werde. Effiziente Größenordnungen seien für die Verwaltung wichtig.

Hans Günther Oberlack ist Vater von drei Töchtern und einem Sohn. Nur die Jüngste geht mit 17 noch zur Schule, die Älteste ist die erste Ärztin in der Familie Oberlack.

Nach bis zu 50 Stunden wöchentlich im Rathaus hält er sich mit Zirkeltraining fit und ist zur Entspannung mit seiner Frau gerne landauf, landab unterwegs. Er sieht sich Kirchen an, schießt Fotos, die noch nicht im Netz zu sehen sind, und macht dazu bei „Wikipedia“ Eintragungen. „Ich kenne mich einfach gerne gut aus“, sagt der Glienicker.

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