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Gedenkstättendirektor unzufrieden

Jetzt werden Varianten geprüft

Der Eingang zur Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen in Oranienburg
Der Eingang zur Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen in Oranienburg © Foto: dpa
Klaus D. Grote / 11.10.2017, 22:24 Uhr - Aktualisiert 12.10.2017, 10:01
Sachsenhausen (MOZ) Nach einem Gespräch mit Kulturministerin Martina Münch (SPD) am Mittwoch in Potsdam sind sich die Beteiligten einig darüber, dass die Gedenkstätte Sachsenhausen besser per Bus angebunden werden muss. Dazu sollen nun zunächst verschiedene Varianten geprüft werden.

Das Ziel sind Verbesserungen für die Gedenkstättenbesucher, aber auch für die Anwohner, hieß es in einer am Abend versendeten gemeinsamen Presseerklärung. Der Landkreis als Träger des Verkehrsbetriebs soll sich nun mit der Gedenkstätte und der Stadt über das weitere Vorgehen verständigen, teilte das Ministerium mit. Grundlage sei die am vergangenen Freitag vorgelegte Bedarfsanalyse der Technischen Hochschule Wildau, in der das viel zu geringe Busangebot zwischen Gedenkstätte und Bahnhof bemängelt hatte.

Vorgeschlagen wurde ein Pendelbus, der, angelehnt an die Ankunftszeiten der S-Bahn, im 20-Minuten-Takt unterwegs sein solle. Die Gutachter empfehlen auch, den Transport der Besucher nicht im Linienverkehr abzudecken, weil Anwohner dann keinen Platz mehr in den Bussen finden. Ministerin Münch schloss sich der Forderung nach einer Entzerrung der Besucherströme an. Das Orientierungssystem für die Besucher müsse überdacht werden. In dem Prozess müssten sich alle Beteiligten aufeinander zubewegen, mahnte Münch und erklärte: "Der Eingang zur Gedenkstätte ist allerdings nicht verhandelbar."

Landrat Ludger Weskamp (SPD) sagte, die Bedarfsanlayse bestätige eigene Untersuchungsergebnisse. Der Landkreis hatte die Busfahrgäste im besucherschwachen Winter zählen lassen und bislang stets behauptet, dass kein Bedarf für ein verbessertes Busangebot bestehe. Der Streit mit der Gedenkstätte war deshalb zwischenzeitlich eskaliert.

Gedenkstättendirektor Günter Morsch zeigte sich am Mittwoch unzufrieden. "Den dringenden Bedarf kann niemand mehr ernsthaft bestreiten. Umso mehr bedauern wir, dass auch nach dem heutigen Gespräch keine rasche Verbesserung der Busverbindung in Sicht ist, da diese Frage mit der Lenkung der Besucherströme verknüpft wurde." Dabei könne nach Einschätzung der Verkehrswissenschaftler der Pendelbus schon 2018 eingesetzt werden, ohne dass weitere Änderungen im Linienbusverkehr vorgenommen werden müssten, so Morsch. Es wird zunächst weiter verhandelt.

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