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Blau-weiße Frustration

Der Beginn der Talfahrt: Nach dem Pokalaus in der ersten Runde gegen Bezirksligist Charlottenburg-Wilmersdorf (in Gelb) konnte Hohen Neuendorf kein Spiel mehr auf dem Rasen für sich entscheiden.
Der Beginn der Talfahrt: Nach dem Pokalaus in der ersten Runde gegen Bezirksligist Charlottenburg-Wilmersdorf (in Gelb) konnte Hohen Neuendorf kein Spiel mehr auf dem Rasen für sich entscheiden. © Foto: MZV
Conradin Walenciak / 10.11.2017, 21:36 Uhr
Hohen Neuendorf (OGA) Kollektives Versagen, absoluter Tiefschlag, Offenbarungseid - so beschreibt Torsten Thiel, Trainer von Blau-Weiss Hohen Neuendorf, die Leistung seiner Spieler im Mittwochabendspiel bei Tabellenführer SC Charlottenburg. Dieses verlor der als Mitfavorit auf den Aufstieg in die Saison gegangene Landesligist mit 1:8.

Dass Hohen Neuendorf in einer Krise steckt, ist nicht mehr wegzureden: Nach zehn Spieltagen befinden sich gerade einmal acht Pünktchen auf dem Konto der Blau-Weissen, das Team belegt damit einen enttäuschenden zwölften Tabellenplatz. Auch der letzte Sieg ist bereits eine Weile her: Diesen holte man am vierten Spieltag gegen den SSCTeutonia - allerdings am "Grünen Tisch". Auf dem Platz ging die Partie mit 1:3 verloren. Hohen Neuendorf ist nun also seit sechs Spielen sieglos, muss nun auch noch die 1:8-Klatsche gegen Charlottenburg verdauen. Sicherlich keine leichte Aufgabe für Spieler und Trainer.

"Ich bin immer noch völlig konsterniert", sagt Coach Torsten Thiel. "Am Wochenende vorher beweisen wir Moral, holen nach Rückstand noch einen Punkt gegen Biesdorf und dann passiert sowas." Rein gar nichts von dem, was man sich vorgenommen habe, funktionierte, "der Gegner hat uns teilweise schwindlig gespielt." Nach nicht einmal fünf Minuten lag Hohen Neuendorf 2:0 zurück. "An sich", so Thiel, "hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon wieder nach Hause fahren können."

Der Trainer sieht zwei Hauptursachen für die aktuelle Misere. Punkt eins sei ein mentales Problem. "Bei uns findet überhaupt kein Aufbäumen statt. Nach jedem Gegentreffer gehen sofort die Köpfe runter, bei uns auf dem Platz herrscht Totenstille." Vor allem von seinen erfahrenen Spielern erwartet Thiel in einer solchen Situation mehr Führungsstärke. "Die Älteren müssen positiv auf die Jüngeren einwirken. Die kennen sowas wie den Abstiegskampf ja noch gar nicht." Dass man sich in diesem befinde, darüber dürfe man nicht hinwegsehen. "Für uns geht es jetzt nur noch um den Klassenerhalt."

Ursache Nummer zwei sei das große Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft. "Wir haben viele technische und taktische Baustellen", sagt Thiel dazu. "Einige unserer jungen Spieler brauchen noch etwas Zeit, um mit dem Niveau in unserer Spielklasse mithalten zu können." Insbesondere das Zweikampfverhalten und das Passspiel sei gegen Charlottenburg nicht Landesliga-tauglich gewesen.

Um nun einerseits die 1:8-Pleite abzuschütteln und anderseits einen Weg aus der Krise zu finden, setzt Thiel auf Gespräche. "Klar müssen wir darüber reden. Denn vieles von dem, was zuletzt schlecht lief, hat mit der Einstellung zu tun." Grundsätzlich ist der Coach aber überzeugt, dass sein Team stark genug ist, um in der Liga bestehen zu können. "Es muss sich jetzt nur eben auch jeder selbst in die Pflicht nehmen."

Er selbst hinterfrage sich natürlich auch bereits. "Klar denke ich darüber nach, ob ich noch der richtige Trainer für Hohen Neuendorf bin. Das hat aber nichts mit dem Abstiegskampf zu tun. Das ist einfach eine Situation, der man sich stellen muss. Für mich ist der Maßstab, ob ich meine Spieler noch erreichen und motivieren kann." Aktuell ist das noch der Fall und auch von Vereinsseite spürt Thiel vollste Rückendeckung. "Wir müssen einfach weiter hart arbeiten", so der Coach. "Meine Jungs haben ja nicht auf einmal das Fußballspielen verlernt."

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