Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Sieben Jahre Haft für Mordversuch an Ex-Freundin

Der Angeklagte soll diesen Flur in Brand gesetzt haben - und seiner Ex-Freundin damit bewusst den Fluchtweg abgeschnitten haben.
Der Angeklagte soll diesen Flur in Brand gesetzt haben - und seiner Ex-Freundin damit bewusst den Fluchtweg abgeschnitten haben. © Foto: MZV
Jürgen Liebezeit / 14.11.2017, 16:24 Uhr
Mühlenbeck (OGA) Wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung muss ein Mühlenbecker sieben Jahre ins Gefängnis. Das Neuruppiner Landgericht war davon überzeugt, dass der 27-Jährige im März einen Brandanschlag auf seine Ex-Freundin verübt hat.

Der Angeklagte Danny K. hatte sich im Laufe der polizeilichen Vernehmungen in Widersprüche verwickelt und wollte sich nicht mehr an die Geschehnisse in der Tatnacht erinnern. Doch das nahm ihm das Gericht nicht ab, zumal bei seiner Festnahme in Lehnitz zwei Stunden nach der Tat seine Kleidung nach Benzin gerochen hatte.

K. soll am 5. März im Feldheimer Gutshaus in Mühlenbeck, in dem seine frühere Lebensgefährtin sowie weitere Mieter wohnten, Feuer gelegt haben. Dabei hatte er bewusst den Fluchtweg abgeschnitten, indem er den Hausflur in Brand steckte. Zudem zündete er das Auto, eine Kutsche und einen Bauwagen seiner Ex-Freundin an. Die Bewohner konnten von der Feuerwehr über eine Leiter gerettet werden. Vier Personen mussten damals mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden, einige Bewohner leiden noch heute unter den Folgen.

Das Gericht hielt dem offenbar eifersüchtigen Mann, der bei seiner Festnahme 1,69 Promille hatte, zugute, dass er sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden hatte. Vor Gericht äußerte er sich nicht zu den Vorwürfen. Seine Anwälte sprachen von einem Filmriss.

Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft gefordert, die Verteidigung plädierte aus Mangel an Beweisen auf Freispruch.Der Mühlenbecker wurde zudem zur Zahlung von Schmerzensgeld in einer Gesamthöhe von 4 000 Euro an seine Ex-Freundin sowie an deren Nachbarin und ihren Sohn verurteilt.

Weiter muss er für den materiellen Schaden, dessen Höhe noch festgestellt werden muss, aufkommen. Möglich ist aber auch eine außergerichtliche Einigung. Der Angeklagte nahm das Urteil ohne Kommentar zur Kenntnis. Gegen das Urteil ist eine Revision möglich.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG