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Stadtpark soll Ort der Stille bleiben

Idyllische Ruhe im Stadtpark am Schwedtsee: Damit sie erhalten bleibt, votieren Fürstenberger Stadtverordnete dafür, den geplanten Wasserspielplatz unweit des Yachthafens nicht in einen Event-Rummelplatz zu verwandeln .
Idyllische Ruhe im Stadtpark am Schwedtsee: Damit sie erhalten bleibt, votieren Fürstenberger Stadtverordnete dafür, den geplanten Wasserspielplatz unweit des Yachthafens nicht in einen Event-Rummelplatz zu verwandeln . © Foto: MZV
Thomas Pilz / 14.11.2017, 19:18 Uhr
Fürstenberg (GZ) Heftig diskutiert wird weiterhin das Fürstenberger Projekt Wasserspielplatz. Sowohl die Standortfrage als auch der Charakter des Spielplatzes bleiben offen. Die Mitglieder des Bauausschusses im Parlament waren sich in nur einem Punkt einig: Falls das Projekt im Stadtpark verwirklicht wird, sollten die kleinen Nutzer möglichst keinen Lärm verursachen.

Darauf pochte am vergangenen Donnerstagabend als Gast des Ausschusses nicht zuletzt Jochen Kühn vom Yachtklub der Wasserstadt - die Interessengemeinschaft besitzt ihr Domizil unweit des Bereiches, der als einer der Standorte für einen Wasserspielplatz in Betracht kommt. Mehr noch: Kühn betonte, es sei eigentlich ein Unding, dass solch ein Vorhaben, das mit so viel Unruhe verbunden sein könnte, in einer Grünanlage verwirklicht werden soll, die ihrem Wesen nach als Rückzugs-und Ruheort für Einheimische und Gäste der Stadt angelegt wurde.

Doch damit nicht genug: Kühn warnte die Stadtoberen, den Spielplatz am Schwedtsee anzusiedeln - weil Schlossinvestor Gerd Schulz nach Jahren vergeblicher Mühen dieses Areal in Nachbarschaft des und in Zusammenhang mit dem Stadtpark zu entwickeln, derzeit einen MitInvestor und Projektentwickler gewonnen habe - dem Vernehmen nach. Kühn betonte, es sei absolut unerträglich, dass die Bemühungen von Schulz von städtischer Seite aus mit solch einem Wasserspielplatz-Projekt torpediert werden.

Zuvor hatte Fürstenbergs Bauamtsleiterin Sylvia Jandt erklärt, es gebe drei Varianten einer Realisierung des Platzes. Zwei seien in ihrer Grundausrichtung leise Optionen, eine davon könnte im Stadtpark etabliert werden. Die laute Variante, bei der sich Kinder unter anderem an Wasserkanonen austoben können, sollte eher auf der Festwiese errichtet werden - dort, wo sich jetzt schon das Piratenschiff befindet. Zumal die Idee dahinter sich an dem bei Kindern beliebten Film "Fluch der Karibik" anlehnt.

Der leise Wasserspielplatz würde unter dem Motto stehen: "Fördern, Stauen, Leiten und Matschen", mit dem sich die Art und Weise der ruhigen Betätigung der Kleinen gut umschreiben ließe, erläuterte Jandt.

Die Tobevariante für Kinder in Badesachen könne lediglich für die Sommerzeit zur Verfügung gestellt werden. Die leise Option hätte immerhin den Vorteil, zwischen April und Oktober angeboten zu werden. Jandt betonte abermals, dies sei lediglich eine Vorprüfung, die die Planer vorgenommen hätten, noch kein endgültiges Ergebnis. Änderungen könnten jederzeit eingearbeitet werden. "Wichtig ist aber, dass die leise Stadtpark-Variante förderfähig ist, die Festwiese aber nicht, laut einer Aussage des Sanierungsträgers, der Deutsche Stadt- und Grundstücksentwickklungsgesellschaft", so Jandt. Raimund Aymanns (Pro Fürstenberg und Ortsteile) erklärte, dies könne doch kein Kriterium vernünftiger Politik sein, nur das zu machen, für das es Fördermittel gibt. Die Stadtverwaltung sollte vielmehr recherchieren, ob es noch andere Fördertöpfe gibt, beispielsweise das Leader-Programm. Überdies verfüge die Kommune doch über 4,3 Millionen Euro Rücklagen.

Thomas Burmann (CDU) warnte ebenfalls davor, im Stadtpark eine ruhestörende Variante zu etablieren. Vielmehr sollte der jetzige Spielplatz mit kleineren Wasserspiel-Möglichkeiten aufgewertet werden. Manfred Saborowski (Die Linke) meinte auch, ein lauter Wasserspielplatz passe einfach nicht in den Stadtpark. Der jetzige Park sollte als Ruhepol für die Bürger nicht aufgegeben werden.

Für den Standort Festwiese plädierte Andreas Kleßny (Regionales Bürgerbündnis). Dort passe ein Wasserspielplatz, mit vielerlei Möglichkeiten für Kinder, bestens hin.

Weil aber noch für den Ausschuss unter Strich völlig unklar war, was für Optionen ein solcher Spielplatz bietet, sollen für den nächsten Ausschuss die zuständigen Planer eingeladen werden, die ihre Vorstellungen konkretisieren mögen. Außerdem liebäugelt das Gremium damit, eine Umfrage unter den Einheimischen zu starten, damit vor allem die Eltern Auskunft geben, was sie sich vorstellen.

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