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Jugendclub soll Kita-Erweiterung weichen / Ausschussmitglieder kritisieren hohe Kosten

Tage des "Bumerangs" sind gezählt

Soll einem Neubau weichen: Der Jugendclub "Bumerang". Die Einrichtung zieht auf den Festplatz.
Soll einem Neubau weichen: Der Jugendclub "Bumerang". Die Einrichtung zieht auf den Festplatz. © Foto: GZ/Martin Risken
Matthias Henke / 07.12.2017, 12:03 Uhr
Zehdenick (GZ) Der alte Jugendclub "Bumerang" in Zehdenick soll weichen. Wenn der Erweiterungsbau für die benachbarte Kita "Sonnenschein" kommt, wird er abgerissen, anstatt in das Projekt miteinbezogen zu werden. Darauf verständigten sich die Mitglieder des Bau- und des Bildungsausschusses am Dienstag mehrheitlich.

Ob das letzte Wort in dieser Angelegenheit gesprochen ist und Hauptausschuss und Stadtverordnetenversammlung der Empfehlung vorbehaltlos folgen, erscheint jedoch offen. Nicht nur Norbert Gerth (SPD) verweigerte mit dem Verweis auf die demnächst leergezogene Havelland-Grundschule die Zustimmung. Für das Vorhaben gedachte Fördermittel könnten auch an diesem Standort ausgegeben werden. "Wir haben dort über Jahre hinweg intensiv investiert und saniert. Warum setzen wir alles auf ein neues teures Gebäude?", fragte er. Im Namen der CDU-Fraktion kündigte zudem Michael Schulze einen Antrag für die Sitzung des Hauptausschusses an, wonach der Standort an der Hospitalstraße geprüft werden möge. "Bislang haben wir lediglich beschlossen, für den Standort Liebenwalder Ausbau die Vorplanung sehen zu wollen. Das verpflichtet uns zu gar nichts. Wir sollten Alternativen offenen Auges prüfen", sagte er. Die Havelland-Grundschule soll wie berichtet in das Gebäude der Exin-Oberschule ziehen, nachdem diese zum Schuljahresbeginn 2018/2019 wiederum an den OSZ-Standort am Wesendorfer Weg wechselt.

Was die Kritik an der Erweiterung am Liebenwalder Ausbau, die 74 Krippen- und Kitakindern Platz bieten soll, nicht zuletzt auslöste, waren die geschätzten Gesamtkosten in Höhe von etwa 3,6 Millionen Euro. Die von Katja Dörner, Geschäftsführerin des Planungsbüros Dörner und Partner aus Eberswalde, vorgelegten drei Varianten, die sowohl eine Integration des alten "Bumerangs" in den Erweiterungsbau, als auch den Abriss beinhalteten, unterschieden sich bei den Kosten nur um wenige 10000Euro. Auch Befürworter der "Sonnenschein"-Erweiterung hatten damit so ihre Bauchschmerzen. Viele Flächen seien von den Planern zu großzügig dimensioniert worden, sagte etwa Bernd Reinicke (Bürger für Zehdenick). "Das ist vielleicht extrem kindgerecht, wir sind aber auch Stadtverordnete, die auf die Kosten gucken müssen." Für die Erweiterung um 34Plätze der Kita an der Marianne-Grunthal-Straße sei damals lediglich eine halbe Million Euro aufgerufen worden, erinnerte er. Für die "Sonnenschein"-Erweiterung sei er auch, aber "kleiner und die Kosten müssen runter", wie er betonte.

Sich auf die Havelland-Grundschule als neuen Kita-Standort festzulegen, davor warnte unter anderem die sachkundige Einwohnerin Kerstin Ritter. Die Räume dort seien relativ klein, ein Umbau aufgrund des Denkmalschutzes nicht ohne Weiteres möglich. WC-Anlagen und Spielflächen seien nicht kitageeignet, es fehlten Grünflächen. Fachbereichsleiterin Verena Rönsch wies auf die eingeschränkte Parkmöglichkeit an der Hospitalstraße hin, auch fehlten Barrierefreiheit und ein zweiter Fluchtweg ab der zweiten Etage. Auch stoße der Lärm, der von Kindern ausgeht, bei Anwohnern im dicht besiedelten Zentrum wohl auf Ablehnung. Konflikte seien da programmiert.

Finanziell lasse sich an der einen oder anderen Stellschraube drehen, gab Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) zu verstehen. "Wir wollen keine Luxusvariante, aber eine nachhaltige", sagte er. Im März im Rahmen der Beratung zur Kitabedarfsplanung sei der Grundsatzbeschluss vom Plenum der Stadtverordneten einstimmig gefasst worden.

Der von der Planerin prognostizierte Baubeginn im August 2018 bringt zwar Herausforderungen bei der Betreuung der Jugendlichen mit sich, solange der neue "Bumerang" am Festplatz noch nicht fertig ist, diese seien aber handhabbar. An den Schulstandorten seien diesbezüglich Platzreserven vorhanden. Darauf wies Karl-Heinz- Jünger hin.

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