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Ruth Buder 19.04.2017 19:43 Uhr
Red. Beeskow, beeskow-red@moz.de

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Zu Ehren von 1342 Toten

Jamlitz (MOZ) Seit mehr als acht Jahren wird darüber geredet, jetzt sollen Taten folgen: Die Gedenkstätte des KZ-Außenlagers in Jamlitz soll noch in diesem Jahr erweitert und als Stätte der Erinnerungskultur würdig gestaltet werden.

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Stätte des Erinnerns: Nur gläserne Infotafeln erklären derzeit die Geschichte des KZ-Außenlagers in Jamlitz

© MOZ/Ruth Buder

Das Projekt hat Amtsdirektor Bernd Boschan (Lieberose/Oberspreewald) am Dienstagabend den Gemeindenvertretern und den acht anwesenden Bürger von Jamlitz vorgestellt. Nach einem Architektenwettbewerb, ausgelobt von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, ist eine der vier Varianten für die praktische Umsetzung favorisiert worden. Sie stammt von dem Berliner Architekten Martin Bennis und sieht vor, die Topografie des ehemaligen Lagers sichtbar zu machen. Verworfen wurden die Vorschläge, die ein Denkmal mit Davidstern vorsahen sowie eine Bodenmarkierung mit dem hebräischen Chai-Symbol (bedeutet Leben). Eine weitere Idee war, mit ausgewechselten Stelen des "Berliner Denkmals für die ermordeten Juden Europas" die Fläche in Jamlitz zu bedecken.

Mit der Umsetzung der favorisierten Variante soll noch in diesem Jahr begonnen werden - und zwar an der nördlichen Baracke, deren Standort durch eine etwa ein Meter breite wassergebundene Decke visualisiert werden soll. An schmalen Ausstellungselementen entlang der Einfassung der ehemaligen Baracke sollen die Besucher Zitate von Zeitzeugen lesen können. Nördlich des ersten sichtbar gemachten Barackenstandortes ist eine befestigte Fläche für Gedenkveranstaltungen vorgesehen. Die noch vorhandenen Holzschuppen auf dem Gelände sollen abgetragen werden, das leerstehende Wohnhaus, so die Vorstellung, könnte nach Sanierung für Gedenkfeiern, Projektwerkstatt oder als Archiv zur Verfügung stehen. Dieses sowie die Verbindung zur nahegelegenen Dokumentationsstätte ist aber noch Zukunftsmusik und erst für den zweiten Bauabschnitt geplant.

70 000 Euro hat das Land für die Realisierung des ersten Bauabschnittes zur Verfügung gestellt. "Relativ knapp", findet Amtsdirektor Boschan, der vor allem Kosten für das Amt oder die Gemeinde Jamlitz abwenden will. "Eine Oberflächenpflege zwei bis drei Mal im Jahr ist möglich, mehr nicht", stellte Boschan klar. Er deutete an, dass die evangelische Kirchengemeinde Lieberose-Land die Trägerschaft für die neue Gedenkanlage übernehmen werde. Zwar sei das Land nicht bereit, dafür eine Kostenstelle einzurichten, nur einzelne Projekte würden finanziert. Der Kommentar des Jamlitzer Bürgermeisters Wilfried Götze dazu: "Für den Flughafen werden Millionen in den Sand gesetzt und hier gelingt es nicht, ein paar tausend Euro dauerhaft zuzusichern."

Andreas Weigelt, Leiter der Dokumentationsstätte für das KZ-Außenlager Lieberose und das Sowjetische Speziallager Nr.6, begrüßt, dass endlich die KZ-Gedenkstätte eine würdige Erweiterung erfährt. Konkret erinnert werden soll an das Massaker im Februar 1945, bei dem bei der Auflösung des Lagers 1342 kranke und marschunfähige Häftlinge niedergemetzelt worden sind. Von 1943 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren in dem Lager bis zu 10 000 Zwangsarbeiter - vor allem Juden - unter schlimmsten Bedingungen untergebracht. Nach dem Krieg nutzten die sowjetischen Besatzer das Lager für die Internierung "politischer Gegner". Von beiden Lagern künden derzeit lediglich gläserne Tafeln vor dem eingezäunten Waldgelände (siehe Foto).

Die Kommunalpolitiker glauben, dass wegen der beiden Brandanschläge im vergangenen Jahr Bewegung in die Verbesserung der Gedenkstätte gekommen ist. Die Bauausführung wird laut Boschan in die Hand des Amtes gelegt. Der genaue Baustart ist noch unklar.

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