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StadtBüro Hunger mit besseren Bevölkerungsprognosen als Landesamt - sie sind trotzdem schlecht

Beeskow schrumpft langsamer

Ruth Buder / 14.11.2017, 19:49 Uhr
Beeskow (MOZ) Die Bevölkerungsprognosen für Beeskow sind schlecht, aber nicht so schlecht, wie ursprünglich angenommen. Das StadtBüro Hunger hat am Montagabend in der Stadtbibliothek neue Zahlen vorgelegt.

Die Beeskower Stadtpolitik steht vor großen Herausforderungen: Denn was jetzt noch gebraucht wird, wie etwa eine neue Turnhalle, eine neu Kita, neue Wohnbauflächen (alles in Planung), könnten sich in zehn Jahren als Leerstand entwickeln.

Die Bevölkerungsprognosen des StadtBüros Hunger sind zwar besser, als die des Landesamtes für Bauen und Verkehr und der Bertelsmann-Stiftung, aber auch nicht erfreulich. Derzeit hat Beeskow rund 8160 Einwohner. Nachdem sie in den Jahren nach der Wende kontinuierlich gesunken ist, stieg sie in den letzten zwei Jahren wieder leicht an - vor allem auf Grund der Flüchtlinge. Weil es sich dabei voraussichtlich um einen einmaligen Effekt handelt, wird in den kommenden Jahren die Bevölkerungszahl wieder zurück gehen. In welchen Größenordnung, da sind sich die Planungsbüros nicht eins. Während das LBV bis 2030 mit 6921 Beeskowern rechnet, kommt das StadtBüro Hunger auf 7512 Bürger - also rund 600 mehr.

"Wir kommen zu der Annahme, weil sich in den letzten Jahren die Bevölkerung in Beeskow positiver entwickelt hat, als erwartet. Vor allem wegen der Flüchtlinge, aber auch wegen der besser gewordenen Situation auf dem Arbeitsmarktlage", sagt Sebastian Lopetz, Leiter des StadtBüros Hunger aus Berlin, das im Auftrag des Beeskower Stadtverwaltung die Analyse vorgenommen hat.

Unverändert bleibt aber auch Lopetz bei den Aussagen, dass die Bevölkerung dramatisch altern wird. 2030 werden knapp 40 Prozent der Beeskower über 65 Jahre alt sein, während der Anteil der 0 bis 15 Jährigen nur noch etwa zehn Prozent betragen wird. Die potenzielle Elterngeneration - 73 Prozent aller Geburten entfallen auf Mütter zwischen 25 und 37 Jahren - sei rückläufig. Die Zahl der Geburten werden, wie bereits jetzt schon, weiter hinter der Zahl der Sterbefälle zurück bleiben.

Dieser Umstand der älter werdenden Bevölkerung wird auch Auswirkungen auf den Wohnungsbestand haben. "Dazu kommt, dass jeder Jahrgang der neu hinzu kommt, künftig weniger Rente erhalten wird." Das werde den Bedarf an kleineren und preiswerten Wohnungen steigern, die jedoch einen gewissen Standard haben sollten, so Lopetz.

Aufgrund der schlechten Bahnanbindung zur Metropole Berlin sei auch nicht mit Zuzug und Bahnpendlern in Größenordnungen zu rechnen. Über diesen Weg sei ein Wachstum von höchstens fünf bis sechs Prozent möglich. Das heißt für Lopetz: "Jegliches Wachstum muss aus der Region selbst kommen."

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