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Gründerwoche an der Viadrina stellt Geschäftsideen ehemaliger Studenten vor

Sportlerpizza aus Frankfurt

René Matschkowiak / 15.11.2017, 06:42 Uhr - Aktualisiert 15.11.2017, 08:46
Frankfurt (Oder) (MOZ) Frankfurts Höhle der Löwen ist das Gründerzentrum der Viadrina. Zwar wird dort, im Gegensatz zur Fernsehsendung bei Vox kein Investment am Unternehmen versprochen. Jedoch hilft das Gründerzentrum mit Erfahrung und Knowhow jungen Unternehmensgründern weiter.

Und das offensichtlich auch recht erfolgreich. "Seit 2003 haben wir insgesamt 240 Neugründern geholfen", sagt Ramona Alt, Chefin vom Gründerzentrum. Während der Gründerwoche an der Viadrina stellten sich einige von ihnen der Öffentlichkeit vor.

Einer ist der ehemalige Student der Internationalen Betriebswirtschaftslehre Robert Dümcke, der mit seiner Firma Fitby Nutrition eine Backmischung für einen Pizzateig entwickelt hat. Natürlich keine ganz normale. "Als Sportler brauchte ich mehr Eiweiß", erklärt er. Immer nur Eiweißpulver in Wasser zu rühren, war ihm aber zu einseitig. "Ich wollte was richtiges zu essen haben", so seine Idee. Heraus kam eine Backmischung für Pizzateig, die 28 Prozent Eiweiß enthält und damit mehr als ein Stück Fleisch, aber nur 9 Prozent Kohlenhydrate und 3,4 Prozent Fett. Damit schwimmt er auch perfekt auf der Low-Carb-Welle. Außerdem ist sein Teig komplett vegan mit natürlichen Zutaten aus der Region.

Bisher verkauft Robert Dümcke seinen Pizzateig im Onlineshop unter www.fit-by.com und in einem Laden im Prenzlauer Berg. "Natürlich ist es am Anfang gerade im Lebensmittelhandel besonders schwer", sagt er. "Wichtig sind unter anderem Netzwerke, obwohl die zu unterhalten auch manchmal mühsam ist", gesteht er während der Gesprächsrunde unter den Gründern. "Außerdem muss man an seine Idee glauben und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen". Bis sein Produkt jedoch im örtlichen Einzelhandel aufgenommen wird, kann es noch dauern. "Wachstum kostet extrem viel Geld, besonders in dieser Branche", so sein Fazit.

Karolina Blaszczyk und Malwina Donarska hingegen haben sich auf Beraterleistungen spezialisiert. Eine der beiden hat internationales Recht studiert, die andere Kulturwissenschaften. Zusammen haben sie im März ihre Firma Viaduo gegründet. "Für den Anfang ist es wirklich gut gelaufen", erklären sie. Im Bereich Logistik beispielsweise beraten sie Unternehmen, die nach Polen oder Deutschland Geschäftsbeziehungen aufnehmen wollen. Außerdem organisieren sie internationale medizinische Kongresse, oder auch Kongresse von deutschen und polnischen Firmen. Ihr Firmensitz ist dabei in Frankfurt geblieben. "Man arbeitet wirklich jeden Tag, auch am Wochenende, wenn man seine eigene Firma gegründet hat", erklären die beiden. Zweifellos wird man noch einiges von den beiden Unternehmerinnen hören. "Es ist nicht so, dass alle jungen Gründer Frankfurt verlassen", erklärt Ramona Alt. "Man darf aber auch nicht erwarten, dass wir die Karl-Marx Straße bevölkern, weil die Struktur der Unternehmen eine andere ist. Oftmals startet ein Gründer mit einer Idee und kauft sich Leistungen, wie etwa Produktionskapazitäten dazu".

Die Zusammenarbeit mit der Stadt laufe sehr gut, befindet sie. Nur der Breitbandausbau müsse beschleunigt werden, um noch bessere Gründermöglichkeiten zu schaffen.

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